Nahaufnahme: Einwurf eines Stimmzettels
Sachsen-Anhalt ist nicht mehr Schlusslicht: Die Wahlbeteiligung war höher als bei der letzten Wahl. Bildrechte: dpa

Gut zu wissen Spannende Fakten zur Bundestagswahl

Wo gab es in Sachsen-Anhalt eine Wahlbeteiligung unter 50 Prozent? Wie viele Menschen haben ihren Stimmzettel ungültig gemacht und wo bekam die AfD die meisten Kreuze? Die Zahlen des Statistischen Landesamtes in Kurzform.

Nahaufnahme: Einwurf eines Stimmzettels
Sachsen-Anhalt ist nicht mehr Schlusslicht: Die Wahlbeteiligung war höher als bei der letzten Wahl. Bildrechte: dpa

Es ist das achte Mal, dass Sachsen-Anhalter den Deutschen Bundestag wählen durften. Wie gut oder schlecht war die Wahlbeteiligung?

Diesmal gaben 68,1 Prozent der Wähler ihre Stimme ab und damit mehr als bei der Bundestagswahl im Jahr 2013. Damals waren es 62,1 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung hatte Sachsen-Anhalt 2009 mit 60,5 Prozent, die höchste 1998 mit 77,1 Prozent.

Wie viele Menschen durften in Sachsen-Anhalt wählen? Wie viele haben das auch gemacht?

In Sachsen-Anhalt leben 1.854.982 Wahlberechtigte. 1.263.412 Menschen haben ihre Stimme abgegeben.

Wie viele ungültige Stimmen gab es?

Die Wähler haben 23.006 Erststimmen und 18.555 Zweitstimmen ungültig gemacht.

In welchem Wahlkreis haben die meisten beziehungsweise die wenigsten Menschen abgestimmt?

Halle an der Saale: Marktplatz mit
Die meisten Wähler gaben in Halle ihre Stimme ab. Bildrechte: dpa

In Halle wählten knapp 71 Prozent der Wahlberechtigten. Das ist der Spitzenwert in Sachsen-Anhalt. Der Wahlkreis Anhalt dagegen wurde mit 65,9 Prozent letzter – beinahe sogar bundesweit. Damit gab der Wahlkreis Harz seinen letzten Platz von vor vier Jahren ab. Damals war er mit 58,9 Prozent nicht nur Schlusslicht in Sachsen-Anhalt, sondern in ganz Deutschland geworden. Jetzt gingen dort 66,6 Prozent der Menschen wählen.

2017 gaben im Wahlkreis Duisburg II bundesweit die wenigsten Menschen ihre Stimme ab. Nur 64,8 Prozent gingen zur Wahl.

Welche Orte hatten in Sachsen-Anhalt die geringste Wahlbeteiligung?

Schraplau (Saalekreis) mit 48,9 Prozent, Stößen (Burgenlandkreis) mit 49,3 Prozent und Calbe (Salzlandkreis) mit 49,9 Prozent.

Welche Orte hatten die höchste Beteiligung?

Halle mit 70,7 Prozent, gefolgt von der Gemeinde Eichstedt (Altmark) mit 70,3 Prozent Wahlbeteiligung.  

In welchem Bundestagswahlkreis leben die meisten jungen und die meisten alten Wähler?

Die meisten jungen Wähler zwischen 18 und 35 Jahren hat in Sachsen-Anhalt der Bundestagswahlkreis Halle. Dort sind 21,7 Prozent zwischen 18 und 35 Jahren alt. Den letzten Platz belegt der Wahlkreis Dessau – Wittenberg mit 13,9 Prozent.

Bei den älteren Wählern ist es genau umgekehrt. Im Wahlkreis Dessau – Wittenberg sind 37,5 Prozent der Wahlberechtigten 60 Jahre und älter, in Halle dagegen nur 31,7 Prozent.

Sachsen-Anhalt ist in neun Wahlkreise eingeteilt. Welche Parteien haben die Wahlkreise gewonnen, wer kam auf Platz zwei?

Christoph Bernstiel
Christoph Bernstiel ist einer von neun Direktkandidaten der CDU. Er bekam im Wahlkreis Halle die Mehrheit der Stimmen. Bildrechte: Christoph Bernstiel

Die Wahlkreissieger sind alle in der CDU. Damit ziehen neun CDU–Abgeordnete aus Sachsen-Anhalt in den Bundestag ein. Die Zweitplatzierten sind in der SPD (Halle, Magdeburg), in der Linken (Altmark, Harz, Börde – Jerichower Land) und in der AfD (Mansfeld, Burgenland – Saalekreis, Anhalt, Dessau – Wittenberg). Sie alle gehen leer aus, haben aber die Chance, über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen.

Trotzdem hat die CDU auch Wähler verloren. In welchem Wahlkreis sind es am meisten?

Im Wahlkreis Burgenland – Saalekreis hat die CDU im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren 11,3 Prozentpunkte verloren.

Wer kommt neben den neun CDU-Direktkandidaten noch in den Bundestag?

Über die Landeslisten kommen 14 weitere Abgeordnete in den Bundestag: Vier der Linken, vier der AfD, drei der SPD, zwei der FDP und einer der Grünen.

Die AfD ist neu im Bundestag. Wo holte sie ihren Spitzenwert in Sachsen-Anhalt?

In der Gemeinde Schnaudertal, Wahlkreis Burgenland – Saalekreis, hat die AfD 36,2 Prozent der Zweitstimmen bekommen und wurde stärkste Kraft. Im Vergleich zur Bundestagswahl im Jahr 2013 ist das ein Plus von 31,1 Prozentpunkten in der Gemeinde.

Schloss von Altenhausen
In Altenhausen haben weniger Wähler als im Bundesdurchschnitt für die AfD gestimmt. Bildrechte: Nora Hoffbauer/MDR

Wo landete die AfD unter dem Bundessschnitt?

Im Wahlkreis Altmark lagen die Gemeinden Altmärkische Wische mit 12,2 Prozent und Altenhausen mit 12,3 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt der AfD–Wähler.

Die AfD hat im Vergleich zur Landtagswahl 2016 an Stimmen verloren, bleibt aber auf hohem Niveau. Welche Beispiele gibt es dafür?

Ort Ergebnis BTW 2017 in % Ergebnis Landtagswahl 2016 in %
Bitterfeld–Wolfen 25,0 31,8
Bornstedt 31,1 36,0
Naumburg 24,5 28,6
Schnaudertal 36,2 39,5
Teuchern 27,4 33,2
Weißenfels 24,7 29,6
Wetterzeube 33,9 35,9
Zeitz 27,6 30,4

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 25.09.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/lk

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 16:42 Uhr

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