Sachsen-Anhalt

Dessau-Roßlau : Ermittlungen gegen 50 Rechtsextreme

Die Polizei ermittelt in Dessau-Rosslau gegen 50 Rechtsexteme. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, waren sie nach einer nicht angemeldeten Demonstration durch ein Einkaufszentrum gezogen und hatten Nazi-Parolen gerufen.

An der Demonstration am Sonnabendabend hatten rund 400 Menschen teilgenommen. Der Polizeisprecher sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT, die Rechten seien nach der Kundgebung durch das Rathaus-Chenter laufen und hätten ausländerfeindliche und Nazi-Parolen gerufen. Die Polizei habe die Gruppe eingekesselt und die Personalien aufgenommen.

Bürgerinitiativen sagten Demos ab

Zuvor hatten Bürger- und Opferinitiativen zwei geplante Aktionen abgesagt. Das Bürgerbündnis "Gelebte Demokratie" teilte mit, dass es in Anbetracht der "angespannten und fragilen Lage in der Stadt" auf die geplante Mahnwache verzichte.

Die "Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh" aus Dessau und Berlin hatte den rechtsextremen Aufmarsch vom Abend erwartet. Sie sagte ihre Demonstration, die als Protestaktionen gegen eine Rechtendemonstration gedacht war, dennoch kurzfristig ab, nachdem die Neonazis ihre Demonstration nicht offiziell angemeldet hatten.

Stimmung in Dessau aufgeladen

Brandanschlag auf Polizei in Dessau
Nach dem Brandanschlag auf das Polizeirevier wurde die Spurensicherung gerufen.

Mit ihrer Absage wollten die Bürgerbündnisse verhindern, dass sich die Stimmung in Dessau-Roßlau weiter aufheizt. Am 7. Januar war eine Demonstration zum Gedenken an Oury Jalloh, der sieben Jahren zuvor bei einem Brand in einer Polizeizelle in Dessau gestorben war, eskaliert. Die Polizei ging gegen Demonstranten vor, einige wurden dabei verletzt. Den Beamten war später vorgeworfen worden, unnötig hart gegen durchgegriffen zu haben. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht distanzierte sich von dem Vorgehen und versetzte einen Dezernatsleiter der Polizeidirektion Ost.

Anfang dieser Woche war schließlich ein Fußballspieler des "ASG Vorwärts Dessau" niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden, als er versuchte, einen Streit zu schlichten. Der mutmaßliche Täter stammt aus dem Senegal. Daraufhin hatten sich Hunderte Menschen spontan zu einer Demonstration versammelt, aus der heraus auch ausländerfeindliche Parolen gerufen wurden. Im Nachgang dessen bat der Fußballer darum, auf weitere Demonstrationen zu verzichten.

In der Nacht zu Mittwoch wurde ein Brandanschlag auf das Dessauer Polizeirevier verübt. Die Täter sprühten außerdem den Satz "Ouri Jalloh, das war Mord" an die Wand.

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2012, 13:57 Uhr

6. Fritz:
Ich war selbst auch auf der PROTESTDEMONSTRATION! Dabei war schon beachtlich, wie viele Leute gekommen waren, trotz dessen den ganzen Tag auf den Sendern von Absagen der Veranstaltungen die Rede war. Viele Leute sind nicht mehr so blauäugig und glauben diesen Falschmeldungen. Ob es die „Freunde“ aus dem linken Spektrum wahrhaben wollen oder nicht, es war ein friedlicher Protest ohne Parolen, ohne Aggressionen! Halt ohne Provokationen aus dem linken Gewaltlager! Es war aber auch beachtlich, wie die Berichterstattung der Medien ausfiel. Während der MDR wohl nicht anders konnte, als davon einmal in den Abendnachrichten etwas zu erwähnen, kam von ARD bis zu den privaten skandalsüchtigen Sendern wie RTL rein gar nichts. Wäre der Schwarze das Opfer gewesen, wäre sicher die Bundeskanzlerin mit dem Hubschrauber auf dem Rathausplatz gelandet? Man kann dazu nur sagen: „pfui Teufel!“. Aber zum Glück gibt es das Internet! Wir brauchen systemverliebte Medienüberträger wie ARD oder MDR nicht mehr.
23.01.2012
13:09 Uhr
5. Kevin:
Eine friedliche Veranstaltung mit Teilnehmern aus allen Schichten der Bevölkerung welche ein notwendiges Zeichen gesetz haben.Warum nehmen Medien sich das Recht herraus den überwigenden Teil der Teilnehmer zu diffamieren? Keine Parolen, keine Provokationen, von keiner Seite! Werden derartige Veranstaltungen aber nicht immer von rechten oder linken Radikalen missbraucht? Ist dieses dann nicht zuletzt auch ein Resultat fehlgeleiteter realitätsfremder Politik? Es gehört nun nicht zum Geschehen in Dessau aber ein Beispiel ist die Aussage des Bundespräsidenten: der Islam gehört zu Deutschland. Das ist doch Exemplarisch, oder? Wie gesagt: dieses Beispiel passt grad nicht zu den Vorkommnissen in Dessau.
23.01.2012
13:05 Uhr
4. Lena:
So friedlich, wie ein rassistischer "Ausländer raus"-Mob eben sein kann.
23.01.2012
09:38 Uhr
3. MDR_Redaktion:
@Pirol Die Fakten des Artikels beruhen auf den offiziellen Angaben der Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
22.01.2012
11:55 Uhr
2. peter:
die ganzen demos für O. Jalloh gehen einen genauso auf die nerven wie die montagsdemos. Und was bringen sie NICHTS. nur der polizei einsatz kostet den steuerzahler tausende von euro.
21.01.2012
22:17 Uhr
1. PIROL:
Eine friedliche Demonstration!Und es waren auf jeden Fall mehr als 370 Personen!50 Personen sind der rechten Szene zu zuordnen?Wie kommen sie zu diesen albernen Zahlen?3 oder 4 Idioten höchstens sind ins Rathaus-Center gerannt und haben was gerufen!Immer schön bei der Wahrheit bleiben!Ich habe den Vorgang nach der Demo beobachtet!Die Polizeibeamten sind ganz locker an den Flanken des Demonstrationszuges gelaufen!Kein böses Wort fiel!Und die Polizeibeamten haben überhaupt nicht gestresst gewirkt!Warum auch?
21.01.2012
20:45 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2012 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK