Dessau-Roßlau
Rund 500 Menschen protestieren gegen rechten Aufmarsch
Etwa 500 Menschen haben am Sonnabend in Dessau-Roßlau gegen einen Aufmarsch von mehr als 250 Rechtsextremisten protestiert. Oberbürgermeister Klemens Koschig zeigte sich zwar zufrieden. In einer Ansprache sagte er aber auch, dem Aufruf zum friedlichen Protest hätten noch mehr Menschen folgen können. Ereignisse wie diese zeigten, dass immer um Demokratie gekämpft werden müsse.
Gedenkveranstaltung in der Paulskirche
Die Demonstranten erinnerten zugleich an die Bombardierung Dessaus im Zweiten Weltkrieg. Bei der Veranstaltung an der Friedensglocke lasen Schauspieler auf einer Bühne aus Berichten und Tagebüchern aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Außerdem traten internationale Folkloregruppen auf.
Zum Abschluss wurde am Sonnabendabend in der Dessauer Paulskirche der 700 Menschen gedacht, die bei der Bombardierung Dessaus am 07. März 1945 getötet wurden. Um 21:45 Uhr, dem Zeitpunkt des Bombenangriffs, läuteten alle Kirchenglocken in Dessau.
18 Jugendliche festgenommen
Zu der rechtsextremen Veranstaltung reisten nach Polizeiangaben etwa 250 Demonstranten an. Sie liefen begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot durch die Stadt. Nach Angaben der Organisatoren fuhr ein Kehrwagen der Stadt hinter dem Aufmarsch, um symbolisch "den braunen Unrat von den Straßen zu fegen".
Nach Angaben der Polizei wurden 18 Jugendliche aus dem linken Spektrum in Gewahrsam genommen, weil sie sich mit Zaunlatten dem Demonstrationszug der Rechten näherten. Nach Abschluss der Veranstaltungen haben sechs Rechtsextreme am Bahnhof mehrere linksextreme Jugendliche beleidigt und eine Flasche geworfen.
Zuletzt aktualisiert: 08. März 2009, 12:59 Uhr
