Landgericht Dessau-Roßlau
Wanderausstellung zur NS-Justiz eröffnet
Im Landgericht Dessau-Roßlau ist am Mittwoch eine Ausstellung über die Justiz während der Zeit des Nationalsozialismus eröffnet worden. Wie Justizministerin Angela Kolb sagte, beleuchtet die Schau die Rolle der Rechtsorgane in einem totalitären System.
Die Wanderausstellung "Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes" benennt nach Angaben der Organisatoren Unrecht, gibt Opfern ein Gesicht und zeigt, wie einzelne Richter und Staatsanwälte agierten.
"Die deutsche Rechtskultur wurde damals innerhalb kürzester Zeit vernichtet, nachdem sie sich zuvor über Jahrhunderte hohes internationales Ansehen erworben hatte."
Justizministerin Sachsen-Anhalt
Elf Tafeln zur Region
Für den Ausstellungsstandort Dessau-Roßlau sind den Angaben zufolge elf Tafeln neu entstanden. Sie informieren unter anderem über das Erbgesundheitsgericht und das Plünderungssondergericht in Dessau sowie über Verurteilungen wegen Rassenschande. Außerdem werden acht Biografien von Tätern und Opfern der NS-Justiz aus dem heutigen Sachsen-Anhalt vorgestellt. Zum Themenspektrum gehören auch Todesurteile und Zwangssterilisationen sowie die Verdrängung, Verfolgung und Ermordung jüdischer Juristen.
Dritte von fünf Stationen
Das Landgericht Dessau-Roßlau ist nach den Landgerichten in Magdeburg und Halle die dritte von fünf geplanten Stationen der Wanderausstellung. Im Anschluss wird sie noch im Landgericht Stendal und im Oberlandesgericht Naumburg gezeigt.
Zuletzt aktualisiert: 22. April 2009, 16:07 Uhr
Öffnungszeiten:
Die Ausstellung ist bis zum 7. August geöffnet: montags, dienstags und donnerstags von 08:00 bis 16:00 Uhr, mittwochs von 08:00 bis 17:00 Uhr und freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr

