Landgericht Dessau-Roßlau

Wanderausstellung zur NS-Justiz eröffnet

Im Landgericht Dessau-Roßlau ist am Mittwoch eine Ausstellung über die Justiz während der Zeit des Nationalsozialismus eröffnet worden. Wie Justizministerin Angela Kolb sagte, beleuchtet die Schau die Rolle der Rechtsorgane in einem totalitären System.

SA-Aufmarsch in Halle 1933
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 nahm auch die Gleichschaltung der deutschen Justiz ihren Anfang (Bild: SA-Aufmarsch in Halle)

Die Wanderausstellung "Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes" benennt nach Angaben der Organisatoren Unrecht, gibt Opfern ein Gesicht und zeigt, wie einzelne Richter und Staatsanwälte agierten.

"Die deutsche Rechtskultur wurde damals innerhalb kürzester Zeit vernichtet, nachdem sie sich zuvor über Jahrhunderte hohes internationales Ansehen erworben hatte."

Angela Kolb (SPD)
Justizministerin Sachsen-Anhalt

Elf Tafeln zur Region

Für den Ausstellungsstandort Dessau-Roßlau sind den Angaben zufolge elf Tafeln neu entstanden. Sie informieren unter anderem über das Erbgesundheitsgericht und das Plünderungssondergericht in Dessau sowie über Verurteilungen wegen Rassenschande. Außerdem werden acht Biografien von Tätern und Opfern der NS-Justiz aus dem heutigen Sachsen-Anhalt vorgestellt. Zum Themenspektrum gehören auch Todesurteile und Zwangssterilisationen sowie die Verdrängung, Verfolgung und Ermordung jüdischer Juristen.

Dritte von fünf Stationen

Das Landgericht Dessau-Roßlau ist nach den Landgerichten in Magdeburg und Halle die dritte von fünf geplanten Stationen der Wanderausstellung. Im Anschluss wird sie noch im Landgericht Stendal und im Oberlandesgericht Naumburg gezeigt.

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2009, 16:07 Uhr

 

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist bis zum 7. August geöffnet: montags, dienstags und donnerstags von 08:00 bis 16:00 Uhr, mittwochs von 08:00 bis 17:00 Uhr und freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr

 
 
 
 
 
 

 

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