Chronologie Der Mordfall Yangjie Li in Dessau-Roßlau

Ermittlungspannen, Manipulationsvorwürfe und Kritik an den Untersuchungen: Nach dem Mord an der chinesischen Studentin Y. Li in Dessau haben sich die Ereignisse überschlagen. Zwei Verdächtige müssen sich vor Gericht verantworten. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Ereignisse zusammengefasst.

22. Dezember 2016 – Früherer Dessauer Revierleiter soll doch nach Aschersleben

Der ehemalige Dessauer Revierleiter, der Stiefvater des Angeklagten, muss nun doch an der Fachhochschule Aschersleben arbeiten. Der Polizist hatte sich zwar vor Gericht erfolgreich gegen seine Versetzung gewehrt – wird nun allerdings befristet abgeordnet, zunächst bis Mai 2017.

9. November 2016 – Ehemaliger Dessauer Revierleiter muss nicht in Aschersleben arbeiten

Der frühere Leiter des Dessauer Polizeireviers wehrt sich erfolgreich gegen seine Versetzung. Das Verwaltungsgericht Halle hält eine dauerhafte Versetzung von Dessau nach Aschersleben für überzogen. Vizepräsident Volker Albrecht spricht von einem Ermessensfehler. Das Innenministerium akzeptiert die Entscheidung und will keine Rechtsmittel einlegen.

25. Oktober 2016 – Landgericht eröffnet Verfahren

Das Landgericht Dessau-Roßlau gibt bekannt, dass am 25. November 2016 der Prozess gegen die beiden Tatverdächtigen beginnen wird.

22. September 2016 – Prozessbeginn Ende des Jahres

Der Prozess gegen die beiden Tatverdächtigen soll Ende des Jahres beginnen. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 21-Jährigen und dessen 20 Jahre alte Freundin Anklage wegen Mordes in Verdeckungsabsicht und Vergewaltigung erhoben. Das Landgericht Dessau-Roßlau prüft nun, ob die Anklage zugelassen wird. In den nächsten beiden Wochen haben Gericht und Verteidigung Gelegenheit zur Stellungnahme. Dann muss das Landgericht entscheiden, ob das Verfahren eröffnet wird.

21. September 2016 Mordanklage erhoben

Im Fall der getöteten chinesischen Studentin ist gegen das tatverdächtige Pärchen Anklage wegen Mordes in Tateinheit mit Vergewaltigung erhoben worden. Darüber hinaus ist der Verdächtige wegen zwei weiterer Vergewaltigungen angeklagt.

16. September 2016 Keine Hinweise auf Einflussnahme

Auf die Ermittlungen zum gewaltsamen Tod einer Chinesin in Dessau haben die Eltern des Hauptverdächtigen offenbar keinen Einfluss genommen. Davon geht der Naumburger Generalstaatsanwalt, Jürgen Konrad, aus. Demnach gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Eheleute in irgendeiner Form manipulativ in die Ermittlungen eingegriffen hätten.

16. September 2016 Ermittlungen im Mordfall Y. Li abgeschlossen

Die Ermittlungen zum Mord an der 25-jährigen Studentin in Dessau-Roßlau sind abgeschlossen. Ob die Verdächtigen angeklagt werden und vor Gericht müssen, wird aber erst bekannt gegeben.

3. September 2016 Wichtige Gutachten liegen vor

Vier Monate nach dem Tod einer chinesischen Studentin in Dessau liegen alle wichtigen Gutachten vor. Nach deren Auswertung wird entschieden, ob im Fall einer Anklage Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht gegen die 20-jährigen Tatverdächtigen angewendet werden muss.

23. August 2016 Ehemaliger Dessauer Revierleiter wehrt sich gegen Versetzung

Der ehemalige Revierleiter der Polizei in Dessau-Roßlau wehrt sich gegen seine Versetzung nach Aschersleben. Er ist der Stiefvater des 20-jährigen Haupttatverdächtigen im Fall der getöteten Studentin aus China. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hat sich der Mann der Entscheidung von Innenminister Stahlknecht widersetzt.

14. Juli 2016 Weißer Rosenstrauch für die getötete chinesische Studentin

Für die getötete Chinesin in Dessau ist ein Rosenstrauch gepflanzt worden. Die weiße Rose steht und wächst nun als Andenken an die junge Frau. Rund 80 Menschen waren gekommen, um dem Gedenken beizuwohnen, darunter Anwohner, Studenten, Vertreter von Polizei und Stadt. Der Dessauer Professor Rudolf Lückmann, ein Vertrauter der Familie des Opfers, hielt eine kurze bewegende Rede.

8. Juli 2016 Polizei lehnt Widerspruch der Mutter des Tatverdächtigen ab

Im Fall der getöteten Chinesin in Dessau bleiben der Mutter des Tatverdächtigen weiterhin Nebentätigkeiten untersagt. Sie darf kein Gartenlokal betreiben. Das hat nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT das Verwaltungsgericht Halle entschieden. Es bestätigte damit ein Verbot der Polizeidirektion Ost und wies einen Widerspruch der Frau zurück. Die Polizei hatte Zweifel, dass die Polizistin ein Gartenlokal mit dem erlaubten Zeitaufwand von acht Stunden pro Woche führen kann.

28. Juni 2016 Ehemaliger Revierleiter Dessau wird nach Aschersleben versetzt

Im Mordfall Dessau wird der ehemalige Revierleiter an die Polizeifachhochschule nach Aschersleben versetzt. Das hat Innenminister Holger Stahlknecht angewiesen. Ein Sprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, derzeit werde im Ministerium die Versetzung vorbereitet. Der ehemalige Revierleiter ist der Stiefvater des Tatverdächtigen in dem Mordfall.

24. Juni 2016 Stahlknecht will Dessauer Polizeichef versetzen

Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht will den Dessauer Polizeichef versetzen. Stahlknecht sagte, der Revierleiter habe dem Ansehen der Polizei Schaden zugefügt. Deswegen werde der Mann, dem bereits die Leitung des Polizeireviers Dessau entzogen worden sei, dauerhaft versetzt.

22. Juni 2016 Schnelle Entscheidung über Anklage möglich

Im Fall der getöteten Chinesin in Dessau wird die Staatsanwaltschaft möglicherweise schon im Sommer über eine Anklage gegen die beiden Tatverdächtigen entscheiden. Bisher war davon ausgegangen worden, dass erst im Herbst mit der Entscheidung zu rechnen sei. Tewes sagte, derzeit würden immer noch hunderte Spuren ausgewertet.

20. Juni 2016 Mutter des Tatverdächtigen darf Nebentätigkeit nicht ausüben

Im Fall der in Dessau ermordeten Chinesin gibt es weitere Konsequenzen für die Mutter des Tatverdächtigen. Der Polizei-Beamtin war die Genehmigung zum Betrieb einer Gartenkneipe wieder entzogen worden. Zur Begründung sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost MDR SACHSEN-ANHALT am Morgen, die Nebentätigkeit sei nicht mit dem Beamtenrecht vereinbar. Es sei davon auszugehen, dass die Tätigkeit mehr als die erlaubten acht Wochenstunden in Anspruch nehmen würde.

18. Juni 2016 Mutter des Tatverdächtigen darf Gartenlokal nicht weiter betreiben

Die Polizeidirektion Ost hat Ramona S., der Mutter des Tatverdächtigen im Mordfall Dessau, nun doch untersagt, weiter eine Gartenkneipe zu betreiben. Das bestätigte Polizeisprecher Sebastian Opitz MDR SACHSEN-ANHALT. Die Polizistin hatte die Kneipe einen Tag nach der Trauerfeier für die getötete Chinesin gemeinsam mit ihrem Mann eröffnet. Das hatte für große Empörung gesorgt.

14. Juni 2016 Stiefvater des Tatverdächtigen lässt CDU-Parteifunktionen ruhen

Der Stiefvater des Tatverdächtigen lässt seine CDU-Parteifunktionen ruhen. Das sagte CDU-Kreisvorsitzende Christiane Nöthen. Der Mann ist Mitglied im Dessauer Stadtrat, für die CDU war er Geschäftsführer seiner Fraktion im Stadtrat und Beisitzer im Kreisvorstand seiner Partei. In die Kritik war der Mann geraten, weil er einen Tag nach der Trauerfeier für die getötete Chinesin an der festlichen Eröffnung der Gartenkneipe seiner Frau teilgenommen hatte. Das löste vielerorts Befremden aus. Bereits am Montag waren Gremien des CDU-Kreisverbandes zusammengekommen, um darüber zu beraten, wie damit umzugehen sei.

13. Juni 2016 Stiefvater des Tatverdächtigen ist CDU-Mitglied / Kreisverband berät über Umgang

Dem Stiefvater des Tatverdächtigen drohen nun möglicherweise auch politische Konsequenzen. Der Mann ist als Mitglied der CDU im Stadtrat Dessau, sitzt im Hauptausschuss und ist als Geschäftsführer der Fraktion tätig. Wie CDU-Kreisvorsitzende Christiane Nöthen MDR SACHSEN-ANHALT sagte, wolle man nicht überstürzt ein langjähriges Parteimitglied zur Rechenschaft ziehen. Gremien der Partei beraten am Abend das Vorgehen, ob und welche Konsequenzen das Verhalten des Mannes für seine politische Arbeit haben könne. "Wir können als Partei nicht beschließen, dass er das Mandat zurückgeben soll. Wir können ihm das höchstens empfehlen. Er selbst muss dann aktiv werden." Insgesamt wolle man nichts übers Knie brechen.

Vielerorts hatte es für Befremden gesorgt, dass der Mann an der festlichen Eröffnung eines Gartenlokals seiner Frau teilgenommen hatte – einen Tag nach der Trauerfeier für die getötete Chinesin und bevor die Eltern des Opfers mit der Asche ihrer Tochter abgereist waren. Nöthen sprach in diesem Zusammenhang von einer "absoluten Entgleisung", die nicht zur CDU passe.

10. Juni 2016 Tatverdacht erhärtet sich im Dessauer Mordfall

Gegen die mutmaßlichen Täter im Fall der getöteten Chinesin erhärtet sich der Tatverdacht. Das sagte Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad MDR SACHSEN-ANHALT am Randes des Rechtsausschusses im Landtag. Details wollte er nicht nennen, weil diese teilweise Täterwissen enthalten würden. Die weiteren Ermittlungen, so Konrad, würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Unter anderem müssen demnach noch Handys und Computer ausgewertet werden.

9. Juni 2016 Innenminister rechtfertigt Konsequenzen gegen Dessauer Revierleiter

Im Innenausschuss des Landtages stand Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) den Landtagsabgeordneten Rede und Antwort. Sie sahen Aufklärungsbedarf rund um die Polizeiarbeit in Dessau. Stahlknecht verteidigte seine Entscheidung, dem Stiefvater des Tatverdächtigen als Revierleiter die Dienstgeschäfte zu entziehen. Er betonte erneut, dass der Mann seiner Vorbildfunktion nicht gerecht worden sei. Hintergrund ist, dass die Eltern des Tatverdächtigen einen Tag nach der Trauerfeier für die getötete Chinesin ein Gartenlokal eröffnet hatten. Die Abgeordneten zeigten sich zufrieden mit Stahlknechts Darlegungen. Dass das Thema Dessau im Ausschuss auf die Tagesordnung kommt, war von der Linken initiiert worden, ebenso, dass es einen Tag später auch den Rechtsausschuss beschäftigt.

8. Juni 2016 Mutter des Tatverdächtigen als Polizistin beurlaubt

Im Fall der getöteten Studentin in Dessau gibt es nun auch Konsequenzen für die Mutter des Tatverdächtigen. Wie ein Polizeisprecher MDR SACHSEN-ANHALT sagte, wurde die Polizistin vorübergehend von ihren Dienstgeschäften entbunden. Nun sollen Zweifel an ihrer Amtsführung geprüft und gegebenenfalls ausgeräumt werden. Parallel dazu werde ein Disziplinarverfahren vorbereitet. Die Mutter des Tatverdächtigen soll möglicherweise Einfluss auf die Ermittlungen gegen ihren Sohn genommen haben. Außerdem hatte sie am vergangenen Freitag eine Gartenkneipe eröffnet – einen Tag nach der Trauerfeier für die tote Studentin.

7. Juni 2016 Polizeigewerkschaft begrüßt Aus für Dessauer Polizeirevierchef

Die Deutsche Polizeigewerkschaft befürwortet das Aus für den Dessauer Polizeirevierleiter. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Ladebeck, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er halte die Entscheidung von Innenminister Stahlknecht für richtig. Der bisherige Revierleiter ist der Stiefvater des Tatverdächtigen im Fall der getöteten Chinesin. Am Freitag soll er mit seiner Frau ein Gartenlokal eröffnet haben – genau einen Tag nach der Trauerfeier. Außerdem waren beide krankgeschrieben. Innenminister Stahlknecht hatte den Mann daraufhin mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Unterdessen ist die junge Frau aus China am Dienstag in ihrer Heimat beigesetzt worden. Der Dessauer Professor Lückmann, ein Vertrauter der Familie, sagte, die Tochter sei in einem Kolumbarium beigesetzt worden. Bei der Trauerfeier waren den Angaben zufolge 100 Menschen anwesend.

6. Juni 2016 Innenminister entzieht Dessauer Revierleiter Dienstgeschäfte / Staatsanwaltschaft Magdeburg schaltet sich ein

Innenminister Holger Stahlknecht entzieht einem Dessauer Revierleiter mit sofortiger Wirkung die Dienstgeschäfte. Der Mann ist Stiefvater des 20-jährigen Tatverdächtigen. Stahlknecht begründete seine Entscheidung damit, dass der Beamte seiner Vorbildfunktion "in keiner Weise" gerecht geworden sei. Hintergrund ist, dass die Ehefrau vergangene Woche mit einem Fest ihre eigene Kneipe eröffnet habe, dem der Beamte "mit großer Fröhlichkeit" beigewohnt habe – einen Tag nach der Trauerfeier und kurz vor Abreise der chinesischen Eltern mit der Asche ihrer gewaltsam ums Leben gekommenen Tochter. Gegen die Mutter, die ebenfalls Polizistin ist, wird laut Stahlknecht von der Polizeidirektion Ost ein Disziplinarverfahren vorbereitet. Im Raum steht der Vorwurf, sie könne womöglich die Ermittlungen gegen ihren Sohn beeinflusst haben.

Zudem prüft die Staatsanwaltschaft Magdeburg nun doch, ob es einen Anfangsverdacht gegen die Eltern des mutmaßlichen Täters gibt. Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Klaus Tewes, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sollte es bei der Prüfung Hinweise darauf geben, dass die Eltern in die aktuellen Mordermittlungen eingegriffen haben, würde ein Ermittlungsverfahren eröffnet werden.

5. Juni 2016 Gedenkveranstaltung in Berlin für getötete Chinesin

In Berlin ist an die in Dessau getötete chinesische Studentin erinnert worden. Etwa 200 Menschen nahmen an einer Gedenkveranstaltung am Brandenburger Tor teil, die meisten von ihnen Landsleute der Chinesin. Auch das chinesische Fernsehen war bei der Veranstaltung. In Reden wurden die Ermittler aufgefordert, die Hintergründe der Tat so schnell wie möglich aufzuklären. Am nächsten Wochenende soll der jungen Frau außerdem in Dresden, Frankfurt am Main, Stuttgart und München gedacht werden.

3. Juni 2016 Wie berät eine Polizei-Pfarrerin in heiklen Fällen? / Hohe Spendenbereitschaft / Ermittlungserfolg durch Überwachungskameras

Wie sollten sich Polizisten verhalten, wenn sie einerseits ermitteln sollen, aber andererseits möglicherweise privat verstrickt sind? Polizeipfarrerin Thea Ilse rät im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT: "Finger weg, in jeder Hinsicht." Allein aus Gründen der Psychohygiene sei es ratsam, sich ab dem Anschein rauszuhalten. "Wenn ich da einmal zu tief drinstecke, finde ich nicht wieder heraus", erklärt Ilse. Mit Blick auf den Dessauer Fall und den Ermittlungen nahe der früheren Wohnung der Tatverdächtigen, hätte man dafür sorgen sollen, eine mögliche Vermischung gar nicht erst zuzulassen. "Das wäre auch ein Fürsorgeschutz seitens des Dienstherren gewesen."

Die Spendenbereitschaft im Fall der getöteten chinesischen Studentin in Dessau reißt nicht ab. Am Nachmittag hat der Verein der chinesischen Gastronomen Deutschlands im Dessauer Rathaus einen Scheck in Höhe von 5.500 Euro übergeben. Der Vater der getöteten sei sehr dankbar über die große Unterstützung, sagte Professor Rudolf Lückmann, der die Eltern des Opfers in Dessau betreut. Das Spendenkonto bleibt bis Ende Juni geöffnet.

Im Fall der getöteten chinesischen Studentin in Dessau gibt es offenbar einen weiteren Ermittlungserfolg. Nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT hat die Auswertung von Überwachungskameras einen entscheidenden Hinweis gebracht. Was genau auf den Aufnahmen zu sehen ist, ist aber noch nicht bekannt.

2. Juni 2016 Trauerfeier in Dessau

Unter großer Anteilnahme findet in Dessau, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Trauerfeier der getöteten Studentin statt. Der Anwalt ihrer Eltern, Sven Peitzner, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Familie gehe es sehr schlecht. "Die Familie hofft, dass das Verbrechen aufgeklärt wird und die Täter oder der Täter zur Rechenschaft gezogen werden, in einem fairen Verfahren." Welche Rolle die Eltern des mutmaßlichen Täters gespielt haben, werde man genau prüfen und dann sehen, welche Konsequenzen dies habe. "Die Familie wird nach China zurückkehren und dann voraussichtlich zum Prozessauftakt wieder da sein", sagte Peitzner. Die Familie sei entschlossen, sich einer Anklage als Nebenkläger anzuschließen.

1. Juni 2016 Leichnam wird freigegeben

Der Leichnam ist zur Beerdigung freigegeben. Der Vater der Toten hatte die Leiche am Vortag noch begutachtet.

Für die Familie der in Dessau getöteten Chinesin sind bereits mehr als 10.000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. Pfarrerin Friedrich-Berenbruch sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Geld stamme zum Großteil von Bürgern der Stadt. Damit solle unter anderem die Bestattung mitfinanziert werden. Der Spendenaufruf wurde unter anderem von der evangelischen und katholischen Kirche initiiert.

31. Mai 2016 Obduktion abgeschlossen / Tatverdächtiger soll bereits Kind missbraucht haben / Kritik an Ermittlungen

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg MDR SACHSEN-ANHALT sagte, sind die Untersuchungen an der Leiche abgeschlossen. Die 25-Jährige könne nun beerdigt werden. Nach MDR-Informationen sitzen die beiden 20-jährigen Tatverdächtigen getrennt in den Jugendgefängnissen in Raßnitz und Halle in Untersuchungshaft.

Die Mitteldeutsche Zeitung schreibt, dass gegen einen der beiden Tatverdächtigen vor sieben Jahren wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauches ermittelt worden war. Der damals 13-Jährige sei nicht verurteilt worden, weil er noch nicht strafmündig gewesen sei. Außerdem soll der junge Mann durch Körperverletzungen, Diebstähle und Brandstiftungen aufgefallen sein. Die Generalstaatsanwaltschaft wollte den Zeitungsbericht weder bestätigen noch dementieren.

Unterdessen äußerte die rechtspolitische Sprecherin der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, Kritik an den Ermittlungsbehörden. Sie findet es falsch, dass der Fall nicht von der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg übernommen wurde. Sie sagte, die Zuständigkeiten dürften in keinem Fall in Dessau-Roßlau bleiben. Die Frage sei auch, warum keine möglichen Disziplinarverfahren gegen die Eltern der Tatverdächtigen geführt würden. Es sei eine große Aufgabe der Justiz, sauber zu arbeiten. Auf Antrag der Linken werden sich der Innenausschuss und der Rechtsausschuss mit dem Vorgehen der Ermittler beschäftigen.

30. Mai 2016 Staatsanwaltschaft Dessau ermittelt weiter

Die Aufklärung des mutmaßlichen Sexualmords an einer Chinesin bleibt in den Händen der Staatsanwaltschaft Dessau. Dort kümmert sich seither eine Staatsanwältin, die auf Sexualstrafrecht spezialisiert ist, um den Fall. Das entschied die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg. Demnach gibt es keine Hinweise auf Manipulationen, etwa dass Beweise beseitigt wurden. Dieser Verdacht stand im Raum, weil die Mutter des Tatverdächtigen Einfluss auf die Ermittlungen genommen haben könnte. Die Frau ist selbst Polizistin.

28. Mai 2016 Vater des Opfers will selbst prüfen - Eltern eines Tatverdächtigen brechen Schweigen

Weil er die Ehre und Würde der Familie verunglimpft sieht, will der Vater der getöteten Studentin nun selbst aktiv werden. Wie der Betreuer der Familie Rudolf Lückmann MDR SACHSEN-ANHALT sagte, will der Vater die nun freigegebene Leiche seiner Tochter fotografieren, Beweise sichern und nach China übersenden. Prüfungen dort sollen ergeben, ob Kampfverletzungen vorliegen oder nicht. Damit wolle er der Version der mutmaßlichen Täter entgegentreten, die junge Frau habe sich mit ihnen einvernehmlich zum Sex getroffen. Eine Version, die die Staatsanwaltschaft als nicht stimmig einstufte und zuvor öffentlich vortrug. Chinesische Medien hätten das breit aufgegriffen.

Unterdessen haben sich die Eltern von einem der beiden Tatverdächtigen zu Wort gemeldet. In einem Interview sprachen sie ihr Mitgefühl mit der Familie des Opfers aus. Zugleich wiesen sie Manipulationsvorwürfe zurück, Einfluss auf die Ermittlungen genommen zu haben. Die Mutter ist Polizistin in Dessau, der Vater ein ranghoher Dessauer Polizist.

27. Mai 2016 Mord an Chinesin bekommt politische Dimension

Der Fall der getöteten Chinesin in Dessau-Roßlau bekommt zunehmend eine politische Dimension. Die Landeschefin der Linken, Bull, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es dürfe keine Vorverurteilungen geben. Die Politik sei aber gut beraten, ein Auge auf das Geschehen zu haben. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Striegel fordert, dass eine andere Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernimmt. Ähnlich sieht das die SPD. Hintergrund sind Indizien, die auf Ermittlungspannen und mögliche Manipulationen hindeuten.

27. Mai 2016 Generalstaatsanwaltschaft Naumburg soll Verfahren eng begleiten

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg wird das Verfahren eng begleiten. Das teilte ein Sprecher des Justizministeriums MDR SACHSEN-ANHALT am Freitagmorgen mit. Die Staatsanwaltschaft Dessau werde das Verfahren aber weiter führen.

26. Mai 2016 Manipulationsvorwürfe gegen Polizisten

Es werden Manipulationsvorwürfe gegen Polizisten laut. Im Fokus steht dabei nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT die Mutter des Tatverdächtigen. Sie könnte Informationen verschleiert haben, nachdem sie sich freiwillig der Ermittlergruppe angeschlossen hatte. Mutter und Stiefvater wurden dabei beobachtet, wie sie gemeinsam mit dem Sohn dessen Wohnung geräumt haben sollen. Darüber hinaus wird bekannt, dass ein Sonderermittler des Landeskriminalamtes alte Fälle untersucht, die den tatverdächtigen Sohn betreffen.

26. Mai 2016 Ermittlung wegen Geheimnisverrats

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt wegen Geheimnisverrat. Das bestätigt ein Sprecher MDR SACHSEN-ANHALT. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete zuvor, dass die Staatsanwaltschaft wegen Geheimnisverrats Anzeige gegen Unbekannt gestellt habe. Die Anzeige beziehe sich auf eine erste Mitteilung über die Identifizierung einer fremden DNA an der Leiche. Der Adressat der Anzeige sei keine Einzelperson, sondern die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost.

Kurz nach dem Mord hatte Oberstaatsanwalt Folker Bittmann der Polizei untersagt, Fragen der Medien zu beantworten.

26. Mai 2016 Keine Ermittlungen gegen Eltern des Tatverdächtigen

MDR SACHSEN-ANHALT prüft Gerüchte, ob gegen die Eltern und Stiefvater des Tatverdächtigen ermittelt wird. Die Staatsanwaltschaft antwortet, dass weder gegen die leibliche Mutter des Tatverdächtigen noch gegen seinen Stiefvater ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Steffi Müller-Mezger von der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau sagte: "Es besteht nicht der leiseste Hauch eines Anfangsverdacht."

26. Mai 2016 Polizei Halle übernimmt Ermittlungsarbeit

Auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt die Polizei in Halle am Donnerstag, dass sich die Beamten aktuell von den Dessauer Ermittlern auf den aktuellen Stand bringen ließen und die Übergabe der Akten laufe. Über die Gründe der Übergabe der Ermittlungen schweigen die Behörden.

25. Mai 2016 Ermittlungen werden an Polizeidirektion Süd übergeben

Das Innenministerium teilt am frühen Mittwochabend mit, dass die Leitung der Ermittlungen ab sofort an die Polizeidirektion Süd übergeben worden sind. Zuvor bestätigte die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Mutter des männlichen Tatverdächtigen Polizeibeamtin und der Stiefvater ranghoher Dessauer Polizist ist.

25. Mai 2016 Empörung über Veröffentlichung intimer Details

Die Eltern von Y. Li zeigen sich empört über die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau. Rudolf Lückmann, der Betreuer der Studentin an der Hochschule Anhalt, sagte, die Eltern seien verärgert über die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft die Version der mutmaßlichen Täter vom freiwilligen Sex öffentlich verbreitet habe. Nach dem Mord an ihrer Tochter, werde nun auch ihr Ansehen beschmutzt: "Der Oberstaatsanwalt stellt das Mädchen als jemanden dar, der zu Sexpartys muss, das ist ungeheuerlich", sagte Lückmann MDR SACHSEN-ANHALT.

25. Mai 2016 Gefundene DNA gehört dem Tatverdächtigen

Die Polizei bestätigt MDR SACHSEN-ANHALT, dass die bei der getöteten Chinesin gefundene DNA dem Tatverdächtigen gehört.

25. Mai 2016 Offene Fragen nach Festnahme der Tatverdächtigen

Möglicherweise ist Y. Li in der früheren Wohnung der Verdächtigen getötet worden. Die Ermittler müssten nun klären, wie und wann sich Opfer und mutmaßliche Täter begegnet sind und in welchem Zeitraum das Gewaltverbrechen verübt worden ist. Ein Geständnis der beiden Tatverdächtigen läge bislang nicht vor. Laut Polizeisprecher Markus Loichen schwiegen die beiden bei der Vernehmung. Auf die Frage, warum die Polizei nicht eher auf die Tatverdächtigen gekommen sei, gab sie an, dass Hunde den Fundort abgesucht und Spuren verfolgt hätten. Da die junge Chinesin aber in unmittelbarer Nachbarschaft lebte, seien ihre Geruchsspuren allgegenwärtig gewesen, sodass die Hunde nicht den entscheidenden Hinweis zum Tatort liefern konnten.

Ob das direkt an den Tatort angrenzende Wohnhaus aber tatsächlich auch das Tatorthaus ist, ist nicht klar. Ebenso wenig sei nach Angaben der Polizei klar, ob die Leiche aus einem Fenster geworfen wurde und nochmal bewegt wurde. Staatsanwalt Folker Bittmann hatte auf der Pressekonferenz gesagt, dass die junge Studentin nach der Tat wahrscheinlich aus dem Fenster geworfen worden sei.

24. Mai 2016 Haftbefehle wegen Mordes mit sexuellem Hintergrund

Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau berichtet auf einer Pressekonferenz, dass sie zwei Haftbefehle wegen Mordes mit sexuellem Hintergrund beantragt hat. Ermittelt wird gegen ein Pärchen. Von den beiden 20-Jährigen gibt es kein Geständnis, aber die Aussage, dass sich die chinesische Studentin einen Tag vor der Tat einvernehmlich mit den beiden zum Sex getroffen habe. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um zwei Dessauer. Der 20-jährige Tatverdächtige ist nach Angaben der Polizei polizeibekannt – allerdings wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung. Beide haben jeweils ein Kind. Der mutmaßliche Täter hat sich am Montag bei der Polizei gemeldet, um mitzuteilen, dass die bei der Leiche gefundenen DNA Spuren möglicherweise von ihm stammen können. Daraufhin seien Wohnungen der Tatverdächtigen untersucht worden. Die Ermittler hätten dabei Blutspuren und andere Anhaftungen gesichert, so Oberstaatsanwalt Folker Bittmann. Parallel sei die Lebensgefährtin zunächst als Zeugin, dann allerdings als Tatverdächtige vernommen worden. Bittmann zufolge besteht die Möglichkeit, dass die Leiche nach der Tat aus dem Fenster geworfen wurde. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

21. Mai 2016 Eltern helfen Tatverdächtigen beim Umzug

Am Abend des 26. Mai wird MDR SACHSEN-ANHALT bekannt, dass Mutter und Stiefvater, beide Polizisten, dabei beobachtet wurden, wie sie gemeinsam mit dem tatverdächtigen Sohn am 21. Mai dessen Wohnung geräumt haben sollen. In dem Haus befindet sich auch die Wohnung, in der die chinesische Studentin getötet worden sein könnte. Der Sohn und seine Freundin, die ebenfalls tatverdächtig ist, sollen in einer Wohnung der Eltern außerhalb Dessaus untergebracht worden sein.

20. Mai 2016 DNA-Abgleich bringt kein Ergebnis

Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass der DNA-Abgleich noch kein Ergebnis gebracht hat. Eins sei aber sicher, es gebe keine Übereinstimmung mit dem Fall einer Anfang 2014 in Halle ermordeten bulgarischen Studentin.

19. Mai 2016 Gedenkminute in Dessau

Am Donnerstagvormittag wird mit einer Gedenkminute an das Geschehen gedacht.  An der Hochschule wird ein Kondolenzraum eingerichtet.

18. Mai 2016 200 Menschen erinnern an die getötete Y. Li

Am Mittwoch 18. Mai haben Freunde und Kommilitonen am Mittwoch an die tote 25-jährige Studentin aus China erinnert. An dem Gedenklauf am frühen Abend nahmen laut Polizei mehr als 200 Menschen teil.

16. Mai 2016 Die Leiche wird identifiziert

Polizei und Staatsanwaltschaft geben am Montagabend in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt, dass die Leiche identifiziert wurde. Die Obduktion habe ergeben, dass die junge Frau brutal ermordet wurde und demnach an ihren Verletzungen im Kopfbereich verstorben sei. Laut der Rechtsmedizin wurden dem Opfer heftige Schläge auf den Kopf zugeführt und auch das Gesicht fürchterlich zugerichtet. Spuren wiesen außerdem auf ein Sexualverbrechen hin. Ob dabei DNA-Spuren sichergestellt werden konnten, will die Staatsanwaltschaft erst noch bekannt geben.

13. Mai 2016 Die junge Chinesin wird gefunden

Am Freitagvormittag, den 13. Mai, hatten Polizisten die Studentin tot in einem Gebüsch in der Dessauer Innenstadt gefunden.

12. Mai 2016 Y. Li wird als vermisst gemeldet

Nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung erstatten chinesische Kommilitonen Anzeige über die vermisste Y. Li bei der Polizei.

11. Mai 2016 Die Studentin Y. Li verschwindet

Am 11. Mai bricht die junge Architekturstudentin Y. Li  gegen 20:30 Uhr zum Joggen auf, 21:40 Uhr konnte ihr Handy zum letzten Mal geortet werden.

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2017, 16:16 Uhr

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1 Kommentar

24.11.2016 22:40 gwm 1

Irgend etawas erinnert mich immer an "BILD".