Ein Mädchen lenkt ein gelbes Kanu auf einem Fluss.
Bildrechte: MDR/Martin Krause

Tabea Gabelunke Die Kanuhoffnung aus Sandersdorf

Eine junge Kanurennsportlerin aus Sandersdorf bei Bitterfeld hat zum Abschluss der Saison für einen Paukenschlag gesorgt. Die 14-jährige Tabea Gabelunke hat bei den Deutschen Meisterschaften in München mehrere Medaillen gewonnen.

von Martin Krause, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Mädchen lenkt ein gelbes Kanu auf einem Fluss.
Bildrechte: MDR/Martin Krause

Tabea Gabelunke kniet in einem Canadier und trainiert schon wieder auf dem Wasser. So, als wäre nichts gewesen. Dabei hat die 14-Jährige bei den nationalen Meisterschaften gerade erst ein dickes Ausrufezeichen gesetzt: "Das war total aufregend, ich habe drei Medaillen gewonnen, ich habe mich wahnsinnig gefreut. Das ist einfach überwältigend."

Der Erfolg ist umso höher einzuschätzen, weil sich die 14-Jährige vom Sandersdorfer Kanuverein zum ersten Mal für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnte. "Die Regatta-Strecke in München ist wahnsinnig toll, die war ja für die Olympischen Spiele angelegt worden, die riesigen Tribünen sind total beeindruckend, da strengt man sich besonders an", sprudelt es aus der 14-Jährigen heraus.

Ich will Olympiasiegerin werden.

Tabea Gabelunke, Kanu-Talent
Ein Mädchen steht neben einem grünen Kanu.
Die erst 14 Jahre alte Kanutin Tabea Gabelunke aus Sandersdorf. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Dreimal gelang dem sympathischen Mädchen mit dem dunkelblonden Zopf der Sprung aufs Podest. "Das ist ein unvergessliches Erlebnis", schwärmt Tabea, "man sieht auf der Leinwand, wie man die Medaille umgehängt bekommt, da kriegt man schon Gänsehaut." Stolz wie Bolle sei sie gewesen, erzählt die junge Sandersdorferin. Das jahrelange harte Training im Canadier hat sich also gelohnt.

Vom Ballett zum Kanusport

Tabea saß mit sechs Jahren das erste Mal in einem Kanu. "Ich war früher beim Ballett, bin dann durch meinen älteren Bruder zum Kanurennsport gekommen, es ist abwechslungsreich und einfach faszinierend, ich will da nicht mehr weg", sagt Tabea lachend. Beim Sandersdorfer Kanuverein hat man schon früh Tabeas unglaubliches Talent erkannt: "Sie bringt alles mit, was eine Kanutin haben muss", sagt Trainer Lutz Wilke. "Tabea arbeitet hart an sich, hat unglaublich viel Potential und ist trotz der vielen Erfolge bodenständig geblieben", findet Wilke. Er kennt sich aus im Kanurennsport. Der Trainer hat schon viele Talente hervorgebracht.

Trainer Lutz Wilke steht auf einer Wiese, im Hintergrund liegen Kanus.
Tabeas Trainer Lutz Wilke vom Sandersdorfer Kanuverein. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Der Sandersdorfer Kanuverein mit 70 Mitgliedern ist für seine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit bekannt - weit über die Landesgrenzen hinaus. "Auch jetzt nach den Meisterschaften wird schon wieder trainiert", erklärt Wilke, "ein Kanute wird in der kalten Jahreszeit gemacht. Jetzt müssen wir die Kilometer fressen, und wer das schafft, kommt auch im Frühjahr gut raus".

Und Tabea schafft das. Training selbst bei Nebel und herbstlichen Temperaturen machen der aufgeweckten 14-Jährigen nichts aus: "Ich bin gern auf dem Wasser, klar ist es kalt an den Fingern, aber wenn man sich bewegt, dann wird es warm und dann macht es auch Spaß."

Traumziel Olympiasiegerin

Beinahe täglich trainiert die junge Sandersdorferin im Canadier. Tabea Gabelunke ist inzwischen auf die Sportschule nach Leipzig gewechselt. Hier will sich die junge Kanutin ihren allergrößten Traum erfüllen: "Ich will Olympiasiegerin werden. Ich weiß, das ist ein langer und sehr harter Weg, aber ich will es schaffen. Und ich weiß, ich kann das schaffen. Gold bei Olympia - das wäre richtig cool", sagt die 14-Jährige mit glänzenden Augen. Dann greift sie ihr Paddel und dreht die nächsten Runden auf dem Wasser - so, als wäre nichts gewesen.  

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Dieses Thema bei MDR SACHSEN-ANHALT: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27.09.2017 | 15:40 Uhr

Quelle: MDR/fw

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 08:58 Uhr

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