Region Dessau

Ferropolis - Baggerstadt aus Eisen : Zukunft trotz starkem Rostbefall gesichert

Der Zahn der Zeit nagt massiv an Ferropolis. Die Existenz der Baggerstadt ist aber trotz starkem Rostbefall der früheren Kohlebagger nach Aussage von Gräfenhainichens Bürgermeister Harry Rußbült bis 2028 gesichert.

Keine Gewinne aber auch keine Verluste

Ein Schild weist bei Gräfenhainichen auf die Baggerstadt "Ferropolis" hin
Trotz Rost ist die Existenz der Stadt aus Eisen bis 2028 gesichert.

Laut Rußbült ist die Stadt Gräfenhainichen mit 84 Prozent an der Ferropolis GmbH als Hauptgesellschafter beteiligt. "Ferropolis ist kein Zuschussgeschäft. Es wird zwar kein Gewinn gemacht, aber eine schwarze Null geschrieben", sagte Rüßbult der Nachrichtenagentur dpa. Für den Erhalt der sogenannten Stadt aus Eisen stehen nach Angaben des Bürgermeisters jährlich 50.000 Euro zur Verfügung. Außerdem habe die Stadt Gräfenhainichen in den letzten 12 Jahren insgesamt eine Million Euro für den Aufbau in eine moderne Infrastruktur bereitgestellt. Allerdings sei der Rost an den einstigen Tagebaugeräten ein großes Problem, das immer wieder Sanierungsarbeiten erfordert.

Janine Scharf, Sprecherin der Ferropolis GmbH, erklärt dazu, dass im Jahr 2012 zum Beispiel die Standschienen unter einem Bagger für mehr als 200.000 Euro erneuert wurden. Projektbezogene Fördergelder kamen dabei zum Einsatz. In diesem Jahr sei ein weiterer kompletter Austausch der Schienen unter einem zweiten Bagger notwendig, so Scharf.

Förderung von Land, Bund und EU

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hatte sich das Land Sachsen-Anhalt 2003 an einer einmaligen Gesamtinvestition von 7,6 Millionen Euro mit rund 4,5 Millionen Euro für Ferropolis beteiligt. Auch der Bund und die Europäische Union gaben finanzielle Unterstützung. Damit sei die Grundlage geschaffen worden, um Ferropolis als konkurrenzfähigen Veranstaltungsstandort kostendeckend betreiben zu können.

Veranstaltungen 2013

2013 gibt es nach Angaben der Ferropolis-Gesellschaft Konzerte mit Helene Fischer (9. Juni), den Toten Hosen (15. Juni), der Band Die Ärzte (21. Juni) sowie die überregionalen Musikfestivals Splash! (12. bis 14. Juli) und Melt! (19. bis 21. Juli).

"Melt!"- Festival in Ferropolis
Musikfestivals wie Melt! und Splash! ziehen sorgen jedes Jahr in Ferropolis für einen Besucheransturm.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2013, 13:12 Uhr

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Baggerstadt Ferropolis

Ursprünglich befanden sich an der Stelle des heutigen "Ferropolis" Werkstätten, Energieversorgungseinrichtungen und Sozialanlagen des Tagebaues Golpa-Nord. Nach dem Ende des Braunkohlebergbaus in diesem Gebiet wurden fünf Großgeräte in einem Freilichtmuseum zusammengeführt. Im Dezember 1995 wurde "Ferropolis – Die Stadt aus Eisen" gegründet.

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