Ein Backsteinhaus
Am Montag zwangsgeräumt: Das frühere Klinikgelände am Stadtrand von Wittenberg. Bildrechte: MDR/André Damm

Polizeieinsatz in Wittenberg Königreich von Peter Fitzek zwangsgeräumt

Das Gelände des selbst ernannten "Königs von Deutschland", Peter Fitzek, ist am Montag zwangsgeräumt worden. Das teilte die Polizei mit. Fitzek hatte die ehemalige Klinik in Wittenberg im Jahr 2012 übernommen und eigenmächtig zu seinem Staat ernannt. Hintergrund der Zwangsräumung nun ist, dass vor gut einem Monat mit der Wittenberg Gemüse GmbH eine Firma das Gelände bei einem Zwangsverkauf erworben hatte.

Ein Backsteinhaus
Am Montag zwangsgeräumt: Das frühere Klinikgelände am Stadtrand von Wittenberg. Bildrechte: MDR/André Damm

Bei der Zwangsräumung des einstigen Klinikgeländes am Stadtrand von Wittenberg mussten am Montag 15 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost MDR SACHSEN-ANHALT weiter mitteilte, war zuvor eine einstweilige Verfügung überbracht worden. 100 Beamte seien angerückt, um den Beschluss durchzusetzen.

Peter Fitzek
Peter Fitzek: "König" ohne Königreich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Damit ist Peter Fitzek, der sich selbst als "König von Deutschland" bezeichnet, nun auch de facto ohne sein "Königreich". Bereits im April hatte eine Firma, die Wittenberger Gemüse GmbH, das Gelände für mehr als 600.000 Euro bei einem Zwangsverkauf erworben. Sie will dort Saisonarbeiter aus Polen und der Ukraine unterbringen.

Fitzek selbst soll für das Gelände nie die Raten gezahlt haben. Übernommen hatte er es im Jahr 2012 und mit ihm als Oberhaupt zu seinem Königreich erklärt.

Dokumentenfälschung und Untreue-Vorwürfe

Fitzek stand bereits mehrfach vor Gericht und wurde unter anderem wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis in 27 Fällen verurteilt. Er hatte sich selbst einen "königlichen" Führerschein gebastelt. Dieser habe ihn dazu berechtigt, so zu fahren, wie er es wolle.

Erst im März verurteilte das Landgericht Halle den 51-Jährigen außerdem zu einer Haftstrafe wegen unerlaubter Bankgeschäfte. Demnach waren 2,3 Millionen Euro zusammengekommen, weil rund 550 Menschen über Jahre Geld bei seiner selbst gegründeten "Königlichen Reichsbank" angelegt hatten. Von der Summe soll er einen Großteil für eigene Zwecke verwendet haben. Vor Gericht hatte er das bestritten. Seit Juni 2016 befindet er sich bereits in Untersuchungshaft.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15.05.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mg

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2017, 18:47 Uhr

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