Peter Fitzek
Der selbst ernannte "König von Deutschland", Peter Fitzek, hat sein Reich verloren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Peter Fitzek "König von Deutschland" ohne Königreich

Ende einer Monarchie: Der selbst ernannte König von Deutschland, Peter Fitzek, ist sein "Königreich" los. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT ging das ehemalige Krankenhaus auf dem Gelände, das er zu seinem Königreich erklärte, an die Wittenberg Gemüse GmbH. Aber mit dem Gebäude gibt es Schwierigkeiten.

Peter Fitzek
Der selbst ernannte "König von Deutschland", Peter Fitzek, hat sein Reich verloren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für Peter Fitzek, der sich selbst als König von Deutschland bezeichnet, kommt es immer härter. Er hat sein "Königreich" verloren. 2012 hatte er das Gelände des ehemaligen Krankenhauses im Wittenberger Stadtteil Apollensdorf zu seinem Reich erklärt – und sich selbst zum Oberhaupt. Die Raten für das Gelände hat er nie abbezahlt. Nun hat die Wittenberg Gemüse GmbH die Immobilie für mehr als 600.000 Euro bei einem Zwangsverkauf erworben.

Im ehemaligen Krankenhaus will die Wittenberg Gemüse GmbH künftig Saisonkräfte aus Polen und der Ukraine unterbringen, die bei der Tomatenernte helfen. Allerdings gibt es bereits Ärger mit der Immobilie, die mittlerweile als Wohnhaus genutzt wird. Denn die 30 Bewohner wollen ihre Wohnungen nicht verlassen. Sie verweisen auf die Mietverträge, die sie mit Peter Fitzek geschlossen haben.

Millionen veruntreut

Fitzek sitzt seit Juni 2016 wegen Untreue-Vorwürfen in Millionenhöhe in Untersuchungshaft. Das Landgericht Halle hat ihn im März zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Zwischen 2009 und 2013 betrieb der Koch, Karatelehrer und Videothekar diverse Bank- und Versicherungsgeschäfte.

Schriftzug Königreich Deutschland.de auf der Schaufensterscheibe eines Ladengeschäftes in Lutherstadt Wittenberg; darunter die umgedrehten Farben der Deutschlandfahne.
Peter Fitzek hatte 2012 das "Königreich Deutschland" in Wittenberg ausgerufen. Bildrechte: IMAGO

Rund 550 Menschen legten bei seiner selbst gegründeten "Königlichen Reichsbank" Geld an - 2,3 Millionen Euro kamen so zusammen. Von der Summe soll Fitzek einen Großteil für eigene Zwecke verwendet haben. Der genaue Verbleib des Geldes ist unklar. Eine Genehmigung für die Geschäfte hatte Fitzek nicht. Die Bankenaufsicht Bafin hat ihn daher im Visier. Die Finanzfahnder wollen ein Zwangsgeld in Höhe von fast 2 Millionen Euro eintreiben.

Fitzek stand bereits mehrfach vor Gericht und wurde unter anderem wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis in 27 Fällen verurteilt. Er hatte sich selbst einen "königlichen" Führerschein gebastelt. Dieser habe ihn dazu berechtigt, so zu fahren, wie er es wolle.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.04.2017 | 16:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21.04.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2017, 16:08 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

8 Kommentare

22.04.2017 21:44 Hans 8

Der einzige König von Deutschland ist Rio Reiser.

22.04.2017 18:43 Reichswürger 7

Da kommt ein Dödel dahergelaufen und "ruft" sein Königreich aus.

Und dann gibt es tatsächlich Leute, die ihm alles glauben und auf den Blödsinn reinfallen. Armes Deutschland!

22.04.2017 15:17 Peter aus der Familie F 6

@Uwe aus DD Der Zwangsverwalter hat keine Mietverträge in den Unterlagen finden können, hat aber vorsichtshalber alle Mietverträge schon vor Jahren gekündigt. Da die Insassen dagegen nicht vorgegangen sind spielt es keine Rolle mehr ob es jemals Mietverträge gegeben hat.
Die sind nichts anderes als Hausbesetzer und werden letztlich einfach vor die Tür gesetzt werden und dann ein paar Tage im Internet herum jammern und wieder nach Hause gehen und den ganzen Unsinn mit der fitzekschen Sekte hoffentlich vergessen.

22.04.2017 08:30 Kritiker 5

Nicht traurig sein, wir haben doch noch Prinzessin Angie, loooooool

22.04.2017 07:31 Unsterten 4

Er hält sich für den König von Deutschland?

Und ich bin der Kaiser von China.

21.04.2017 01:24 Andreas 3

Eine König ohne Land. Eigentlich ging es nur ums Geld .

21.04.2017 20:45 Uwe aus DD 2

Die Mieter der Wohnungen haben doch nicht etwa vor, gegen eine eventuelle Zwangsräumung vor einem Gericht der Bundesrepublik Deutschland Widerspruch einzulegen?!
Immerhin gilt doch nach ihrer freien Entscheidung bundesdeutsches Recht gar nicht für sie...

21.04.2017 20:30 Einer der keine Ahnung vom Geld hat 1

Ein "Königreich ohne Geld ist wie ein leerer Sack". Da kann man auch kein Grundstück erwerben.
Wie konnte der Fitzek überhaupt "König" werden ohne blaues Blut zu haben. Vererbt wurde ihm dies ja bestimmt nicht. Manche Menschen leiden halt an ihren Hirngespinsten und Phantasien und das führt zu Realitätsverlust.