Region Dessau

Jalloh-Proteste : Stahlknecht kritisiert Polizeieinsatz in Dessau

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat den umstrittenen Polizeieinsatz am Rande der Gedenk-Demonstration für Oury Jalloh in Dessau kritisiert. Der CDU-Politiker sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT, das Vorgehen der Beamten gegen Demonstranten sei nicht das geeignete Mittel gewesen. Er wünsche sich in dem Fall Deeskalation. Der Minister zog auch personelle Konsequenzen: In der Polizeidirektion Dessau-Roßlau wurde ein Abteilungsleiter von seinen Aufgaben entbunden. Er war für die Rechtsberatung vor dem Einsatz verantwortlich. Für die weiteren Ermittlungen versprach Stahlknecht eine lückenlose Aufklärung.

Streit um beschlagnahmtes Plakat

Die Polizei hatte bei der Demonstration zum siebten Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh am Sonnabend ein Plakat beschlagnahmt, auf dem der Spruch "Oury Jalloh, das war Mord" stand. Bei der Aktion sollen die Beamten hart gegen Demonstranten vorgegangen sein. Nach Berichten von Augenzeugen soll es zwei Verletzte gegeben haben. Wie es später hieß, waren die Polizisten davon ausgegangen, dass mit dem Plakat die Straftat der üblen Nachrede vorliege. Stahlknecht sagte dazu: "Ich hätte als Jurist diese Entscheidung nicht so getroffen." Inzwischen habe der zuständige Polizeipräsident nach erneuter Prüfung entschieden, keinen Strafantrag zu stellen. Stahlknecht verwahrte sich allerdings dagegen, dass sachsen-anhaltische Polizisten als Mörder dargestellt werden.

Stahlknecht: Vorwurf nicht bestätigt

Stahlknecht versprach zugleich, Vorwürfen nachzugehen, ein Polizist mit Helm habe einen Demonstranten mit einem Stoß gegen den Kopf verletzt. Das werde lückenlos aufgeklärt, sagte der Minister. Er habe sich die Videoaufzeichnungen dazu bereits angesehen. Diese würden den Vorwurf allerdings nicht bestätigten. Sie zeigten vielmehr, wie der betreffende Demonstrant versuche, mit der Faust auf Beamte einzuschlagen.

Organisatoren und Opposition fordern Aufklärung

Zuvor hatten die Organisatoren der Demo sowie die Linke und die Grünen die Landesregierung aufgefordert, die Vorfälle bei der Gedenkveranstaltung aufzuklären. Im Zentrum dabei stehe die Frage, ob der Einsatz der Polizei angemessen war, erklärte die innenpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Gudrun Tiedge.

Der aus Sierra Leone stammende Jalloh war am 7. Januar 2005 unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen in einer Ausnüchterungszelle des Dessauer Polizeireviers verbrannt. Nach Erkenntnis der Ermittler hatte der stark alkoholisierte und unter Drogen stehende Asylbewerber das Feuer in seiner Zelle selbst gelegt, obwohl er an Händen und Füßen gefesselt war. Dabei soll er mit einem Feuerzeug die Matratze, auf der er lag, angezündet haben. Vor dem Landgericht Magdeburg ging unterdessen am Montag der Prozess gegen einen früheren Dienstgruppenleiter des Dessauer Reviers weiter. Er soll Jalloh bei dem Brand in der Zelle nicht rechtzeitig geholfen haben.

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2012, 22:00 Uhr

30. PIROL:
@29.Alexander W.: In Dessau-Roßlau ist jeder willkommen,der nicht extremistisch ist!Das abriegeln darf natürlich nur geschehen wenn diese Extremisten hier eine Demo angemeldet haben.Sonst muß Dessau-Roßlau natürlich weltoffen sein.Ich glaube nicht,das wenn man so eine Aktion ins Leben rufen würde,viele Bürger daran teilnehmen würden.Uns gehts hier immer noch zu gut!Das kann sich natürlich schneller ändern als man denkt.Darum müsste man dem entgegen wirken.Sie schreiben in ihren Kommentar etwas gegen Ausländer?Warum das?
11.01.2012
21:18 Uhr
29. Alexander W.:
@ 28. PIROL: Interessante Darstellung und Idee. Sie w�nschen also eine Stadt die ausschlie�lich aus Dessau-Ro�lauern und der Polizei besteht,im Klartext abgeschottet und durch die Polizei gesichert. Da kommt mir auch eine Idee,warum gehen nicht mal diese B�rger auf die Stra�e und zeigen Gesicht gegen die seit Jahren andauernden Proteste?Warum machen Sie nicht den Anfang und Organisieren diese? Ich bin gespannt wieviele Dessauer B�rger dies Unterst�tzen und zeigen woher der Wind in Dessau weht. Die Staatsschutzaffaire oder das Dessau-Ro�lau die h�chste Fallzahl an Rechtsextrem Straftaten in Sachsen-Anhalt hat m�ssen wir dabei dementieren! "Gegen Linksextremismus gegen Rechtsextremismus und gegen Ausl�nder,f�r die Mitte !"
11.01.2012
14:58 Uhr
28. PIROL:
Noch mal zum mitmei�eln:Wir brauchen hier keine Linksextremisten und keine Rechtsextremisten!Unsere Stadt soll sauber bleiben!Lasst euch hier nie wieder blicken!Wir wollen euch [...]* nicht!Capito??Dessau-Ro�lauer B�rger sollten sich mit der Polizei solidarisieren und diesen Leuten den Zutritt in die Stadt verwehren!Hoffentlich findet sich ein Organisator! *[L�schung einer Unterstellung - MDR.DE_Redaktion]
11.01.2012
13:16 Uhr
27. Vor-schlag:
Aber eure Jugend hat offensichtlich Angst davor den [...] des Gerichts vor Ort in die Augen zu schauen, (halb) verschwundenen Beweismaterial zu betrachten, den [...]* Anw�lten und dem hilflosen Gericht ins Gesicht zu l�cheln und zu sagen, dass sie die ganze Sache unglaubw�rdig finden oder sie haben keine �ltere Generation, die das m�chte oder sich (zu)traut, sie zu unterst�tzen; in den K�mpfen gegen die Werw�lfe, die den Frieden der kleinen Stadt bedrohen, indem sie Menschen verbrennen oder krankenhaus reif schlagen. Happy End! Wie weit ist denn Dessau mit der bundesweiten Ziel- und Umsetzung von Demokratie, die in der Praxis Artikel 3 des Grundgesetzes beinhaltet, damit auch die Rechtsstaatlichkeit und den langersehnten Frieden? *[unzul�ssige Behauptung bzw. beleidigende Bemerkung gel�scht - MDR.DE_Redaktion]
11.01.2012
11:18 Uhr
26. ztlohhcub leachim:
[fremdenfeindliche Behauptung gel�scht - MDR.DE_Redaktion] Hier in Dessau wurden Polizisten als M�rder beschimpft, zum grossem Teil von Ausl�ndern, welche bei uns im gegensatz zu ihrer Herkunft, wie im Schlaraffenland leben und dies nicht zu w�rdigen wissen. Tut mir (nicht) leid, f�r solche Leute kann und will ich kein Verst�ndnis aufbringen! Zum Innenminister Stahlknecht:... in geraumer Zeit wird auch sein Name von der Geschichte verweht werden. Sprich; man erinnert sich seiner nicht mehr. Und das ist auch gut so!
10.01.2012
22:00 Uhr
25. PIROL:
Tja,wer sich an die Gesetze hält,hat keine Probleme mit der Polizei und landet in keiner Zelle!
10.01.2012
18:26 Uhr
24. Vor-schlag:
Geht auch ganz ohne M�rchenbuch: die Werw�lfe sind unter euch und ihr weigert euch das anzuerkennen und euch von ihnen abzuwenden. Stille hei�t Einvernehmung des Gesagten. Und Dessau ist verd�chtig still, wenn es um die Positionierung zu den Vorf�llen 2005 geht. Sieben jahre waren eine lange Zeit, in der ihr euch wirksam f�r den gerechten Frieden h�ttet einsetzen k�nnen und ihr lasst euch immernoch Blenden von denjenigen, die ein friedliches Zusammenkommen verhindern wollen ... . Ihr habt Mitspracherecht, aber ihr lasst euch abw�rgen! Warum kommt denn keiner aus Dessau zum Prozess? Da die �ltere Generation arbeitet, wird es sicherlich an den Prozesstagen schwierig. Aber gerade SIE k�nnten in ihrer Freizeit die Jugend mobilisieren und Aufkl�rung l�sst sich an Schulen und in der Freizeit problemlos betreiben. to be continued...
10.01.2012
18:01 Uhr
23. MDR_Christine:
Liebe Diskussionsteilnehmer, bitte nutzen sie die Kommentarfunktion um die Artikel zu kommentieren und nicht um persönliche Auseinandersetzungen zu führen. In unseren Kommentarrichtlinien, die sie hier http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html noch einmal nachlesen können, sind die Regeln für die Kommentierung auf MDR.DE-Seiten klar festgelegt. Dazu gehört auch, dass zum Beispiel persönliche Beleidigungen nicht zulässig sind. Herzlichen Dank!
10.01.2012
17:41 Uhr
22. PIROL :
@Fidelio Noch jemand der aus Dessau-Roßlau ist und voll bescheid weiß!:) Ein ganz harmloser unbescholtener NACH DEM HANDY FRAGER!Köstlich!
10.01.2012
17:13 Uhr
21. Fidelio:
Nur mal eins vorweg: von den Demonstranten ist nicht eine einzige Straftat begangen wurden. Von den Polizisten aber so einige - niemand hat irgend einen Polizisten angegriffen, davon mal abgesehen, dass deren Montur Hieb- und stichfest ist und somit Angriffe vollkommen zum Scheitern verurteilt sind. Von dem Angriff eines Demonstranten von dem der Innenminister spricht, welches er auf einem Video gesehen hat, sollte er doch bitte zeigen! Würde dieses existieren, hätte die Polizei es schon längst an die Presse gegeben! Hingegen kann man auf dem Video ab 00:30 am unteren Bildrand in der Mitte sehen, wie ein Beamter einem Demonstranten (Lederjacke und Kapuze) ins Gesicht schlägt. Wer bei den Prozessen anwesend wäre, wüsste dass er die Frauen nicht belästigt hatte, sondern lediglich nach einem Handy gefragt hatte. Es wurde auch keine Anzeige von den Frauen gestellt. Sie werden sich also von diesem schrecklichen Trauma erholt haben, dass sie ein Afrikaner angesprochen hat.
10.01.2012
16:46 Uhr

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