Fruchtsafthersteller Libehna gerettet : Mit neuer Premiummarke alte Märkte zurückerobern
Libehna ist gerettet. Eine Investoren-Grupe aus Hamburg hat den Safthersteller aus Raguhn-Jeßnitz zum 1. Januar aufgekauft. Mit einer Premiummarke soll das Unternehmen wieder marktsicher ggemacht werden. Neuanstellungen schließen die Investoren dabei nicht aus.
Mit einer neuen Premiummarke will der Fruchtsafthersteller Libehna aus Raghun-Jeßnitz nach überstandener Insolvenz wirtschaftlich wieder Fuß fassen. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Nikolaus Schmidt hat eine Hamburger Investorengruppe die Gebäude und Produktionsanlagen zum 1. Januar von Libehna erworben. Die neuen Besitzer von Libehna wollen die Firma zum führenden regionalen Anbieter in Ost- und Norddeutschland ausbauen.
Neues Sortiment geplant
Die Investoren wollen nach Angaben des Insolvenzverwalters mit einer überarbeiteten Produktpalette alte Märkte zurückerobern. Nach Aussagen von Geschäftsführer Claus-Christian Diers soll aber zugleich an dem altbewährtem Sortiment festgehalten werden. Außerdem sei geplant, die Produktion von Sirup um 25 Prozent zu steigern. Im März soll zudem eine neue hochpreisige Premiummarke vorgestellt werden. "Um das zu verwirklichen, werden wir auch Neueinstellungen vornehmen müssen", sagte Diers.
Der Fruchtsafthersteller Libehna hatte am 22. Juni 2012 beim Amtsgericht Dessau-Roßlau Insolvenzantrag gestellt. Einer der Gründe dafür waren gestiegene Rohstoffpreise für Fruchtsaftkonzentrate und Zucker sowie gestiegene Energiekosten. Damals waren bei Libehna noch 45 Mitarbeiter tätig. Inzwischen liegt die Zahl der Beschäftigen bei 20. Zehn Mitarbeiter wechselten in eine Transfergesellschaft, die restlichen Beschäftigen verließen das Unternehmen während der Insolvenz.
Über 130 Jahre Tradition
Seit 1876 stellt Libehna bereits Säfte, Spirituosen und Grundstoffe her. Der Name "Libehna" ist einer der bekanntesten ostdeutschen Marken bei Fruchtsäften und Nektaren. Bei der Produktion von Fruchtsirup hat die Firma aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 50 Prozent in Deutschland. Im Jahr 2011 lag der Umsatz des Unternehmens bei 7,1 Millionen Euro. Nach Angaben von Geschäftsführer Claus-Christian Diers soll der Umsatz nach der jetzt überstandenen Insolvenz bereits in diesem Jahr wieder erreicht werden.
Hohe Einkaufspreise belasten Fruchtsaftindustrie
Die steigenden Einkaufspreise machen inzwischen generell der Fruchtsaftindustrie in Deutschland zu schaffen. Der Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Fruchtsaftindustrie, Klaus Heitlinger, erklärte dazu: "Die Preise für Rohstoffe sind in den zurückliegenden Jahren teilweise um das Vierfache gestiegen und können so nicht an die Endverbraucher weitergegeben werden." Nach Angaben des Verbandes gibt es in Deutschland derzeit rund 400 Hersteller von Frucht- und Gemüsesäften mit etwa 7.500 Beschäftigten. Deren Umsatz lag im Jahr 2011 bei vier Milliarden Euro.
Fruchtsaftgenuss ist rückläufig
Im Jahr 2011 lag der Pro-Kopf-Verbrauch an Fruchtsäften in Deutschland bei gut 35 Litern. Im Spitzenjahr 2003 war es noch rund 42 Liter gewesen. Am meisten gefragt sind nach wie vor Orangen- und Apfelsaft mit etwa acht Litern pro Kopf und Jahr.

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