Wittenberg : Bombenanschlag auf Asia-Imbiss
Nach einem Anschlag auf einen asiatischen Imbiss in Wittenberg hat die Polizei noch keine Spur zu den Tätern. Ein Sprecher der Polizeidirektion in Dessau-Roßlau sagte, der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, weil ein fremdenfeindliches Motiv nicht auszuschließen sei. Ermittelt werde aber in alle Richtungen.
Sprengsatz mit Nägel und Schrauben gespickt
Im Windfang des Asia-Imbisses in einem Gewerbegebiet waren am frühen Sonntagabend Feuerwerkskörper explodiert, die laut Polizei mit Schrauben und Nägeln gespickt waren. Die Sprengkraft habe Fensterscheiben und eine Jalousie des Imbisses zerstört, verletzt worden sei niemand. Das Geschäft war zum Zeitpunkt der Explosion geschlossen. Bei den Inhabern handelt es sich um ein vietnamesisch-deutsches Ehepaar.
Die Besitzerin regierte erschrocken auf die Tat. Der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte sie: "Wenn mein Mann hier gearbeitet hätte, wäre Schlimmeres passiert." Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung, die Ermittler hätten zunächst aus polizeitaktischen Gründen nur von einer Explosion in einem Imbiss sowie von einem "Verdacht des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion" gesprochen. Nun werde aber ein politisches Motiv nicht mehr ausgeschlossen.
In Wittenberg hatte es vor elf Jahren einen Anschlag auf ein China-Restaurant gegeben. Damals hatten drei rechtsgerichtete Jugendliche Molotow-Cocktails in das Gasthaus geworfen. Sie wurden später zu vier beziehungsweise dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
