Prozess gegen "König von Deutschland" Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft für Fitzek

Schwere Untreue wird ihm vorgeworfen, dem selbsternannten "König von Deutschland" Peter Fitzek. 1,3 Millionen Euro von gutgläubigen Anhängern soll er veruntreut haben. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft. Am Mittwoch wird das Urteil erwartet.

Im Prozess gegen den selbsternannten "König von Deutschland", Peter Fitzek, hat die Staatsanwaltschaft vier Jahre Haft gefordert. Fitzek muss sich vor dem Landgericht Halle wegen schwerer Untreue in 42 Fällen verantworten. Insgesamt soll er 2,3 Millionen Euro von mehr als 350 Menschen bekommen haben. Das Geld hatten Anleger bei Fitzeks Bank angelegt. Von diesem Geld habe Fitzek 1,3 Millionen Euro aus – so die Begründung – "egoistischen Motiven" für sich ausgegeben. Der genaue Verbleib ist aber noch immer unklar.

Fitzek habe Anleger mit Hirngespinsten von seinem "Königreich" manipuliert, hieß es im Gericht. Seine Verteidiger forderten Freispruch für ihren Mandanten, der seit Juni 2016 in Untersuchungshaft sitzt. Das Urteil ist für Mittwoch angekündigt.

Fitzek hatte im Herbst 2012 auf dem Gelände eines früheren Krankenhauses in Wittenberg sein "Königreich Deutschland" ausgerufen und sich zum Oberhaupt ernannt. Jahrelang betrieb er Bank- und Versicherungsgeschäfte ohne die nötigen Genehmigungen. Bis zu sechsstellige Beträge haben ihm Menschen jeden Alters zukommen lassen.

Letzte Verurteilung erst am Montag

Peter Fitzek ist bereits mehrfach mit der Justiz in Konflikt geraten und auch verurteilt worden. Unter anderem ging es dabei um seinen selbst gebastelten Führerschein. 2012 hatte er ihn abgegeben. Fortan war er mit einem angeblich aus Paraguay stammenden Dokument unterwegs. Der Richter in Wittenberg hält es für eine Fälschung. Fitzek wurde deshalb am Montag vom Amtsgericht Wittenberg wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu 32 Monaten Haft verurteilt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT-HEUTE | 14.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2017, 15:12 Uhr

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1 Kommentar

14.03.2017 00:28 Agnostiker 1

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Und wer auf so einen "Koenig" mit Pferdeschwanz hereinfaellt, sollte sein Geld ohnehin lieber weiterhin in "Fantasy Games" investieren, als es im "richtigen Leben" zu verlieren.