Menschen an einem Tisch
Am Dienstag wurde das Programm für das Reformationsjahr 2017 vorgestellt. Bildrechte: MDR/André Damm

Wittenberg 500 Jahre Reformation: Programm vorgestellt

Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers zum 500. Mal. Das wollen die evangelischen Christen an Luthers Wirkungsstätte – der Lutherstadt Wittenberg – besonders feiern. Mit einer Weltausstellung und zahlreichen Aktionen wie zum Beispiel Luthers Hochzeit. Am Dienstag wurde das Programm vorgestellt.

Menschen an einem Tisch
Am Dienstag wurde das Programm für das Reformationsjahr 2017 vorgestellt. Bildrechte: MDR/André Damm

Die Evangelische Kirche und die Lutherstadt Wittenberg haben am Dienstag ihr Programm für das Reformationsjahr 2017 vorgestellt. Mit mehr als 2.000 Veranstaltungen in 16 Wochen soll die "Weltausstellung Reformation" eröffnet werden.

Sie ist, nach Angaben der Veranstalter, das größte europäische Event zum 500. Reformationsjubiläum. Sieben Thementore um die Wittenberger Altstadt sollen täglich rund 5.000 Besucher einladen.

Ausstellung internationaler Künstler

Als «größtes und teuerstes Projekt der Weltausstellung» nannte André Schmitz, der Vorsitzende des Kulturberatungskreises für die Weltausstellung, eine Kunstschau im Alten Gefängnis. Unter dem Titel "Luther und die Avantgarde" gestalten 68 internationale Künstler die Zellen der ehemaligen Haftanstalt in Wittenberg. Zu ihnen gehören Ai Weiwei, Richard Jackson, Ayse Erkmen oder Erwin Wurm.

Daneben gibt es nach Angaben des Kulturbeauftragten kleinere Projekte, zum Beispiel eine Sammlung von Schuhkartons äthiopischer Schuhputzer. Außerdem sind Vorführungen von Schultanzgruppen, Chören, Musikern und Theatern geplant. 

Stadtfest "Luthers Hochzeit" ist kostenlos

Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) erklärte, dass das Stadtfest "Luthers Hochzeit" in diesem Jahr für alle kostenfrei zugänglich sei. "Wir öffnen damit nicht nur unsere Herzen und Arme, sondern auch die Tore dort, um uns bei den Bürgern zu bedanken, die sich seit vielen Jahren aktiv und ehrenamtlich in die Vorbereitungen auf dieses großartige Jahr einbringen", sagte er.

Auch viele Prominente werden 2017 in der Lutherstadt erwartet. Allein zur Eröffnung der Weltausstellung am 20. Mai haben sich nach Angaben der Veranstalter der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und für die Bühne die Sängerin Stefanie Heinzmann angekündigt.

Die "Weltausstellung Reformation" findet von Mai bis September 2017 in Wittenberg statt. Die Kosten von rund 20 Millionen Euro tragen Staat, Kirche und Käufer der Eintrittskarten zur Weltausstellung.

Kirche thematisiert aktuelle Themen

Margot Käßmann
Margot Käßmann Bildrechte: IMAGO

"Nicht nur das, was Martin Luther 1517 mit der Aufspaltung der Kirche in evangelisch und katholisch angestoßen hat, ist bei den Feierlichkeiten von Bedeutung", sagte Margot Käßmann, die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands für das Reformationsjubiläum 2017. Besonders bei aktuellen Fragen zu Kirche und Gesellschaft, Ökumene, dem friedlichen Dialog der Religionen oder dem Umgang mit Geflüchteten müsse nach Antworten gesucht werden. Dazu lud Margot Käßmann alle Menschen ein, ungeachtet ihrer Einstellung zu Religion und Glaube.

Die evangelischen Christen feiern in diesem Jahr den 500. Geburtstag ihrer Kirche. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der katholischen Kirche veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07.03.2017 | 15:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2017, 22:38 Uhr

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3 Kommentare

08.03.2017 23:19 gwm 3

Am Dienstag wurde das Programm für das Reformationsjahr 2017 vorgestellt.Mit mehr als 2.000 Veranstaltungen in 16 Wochen soll die "Weltausstellung Reformation" eröffnet werden.
Aus den Landesgartenchauen nicht gelernt ? Im Osten gibt es die meisten "Heiden",die sich nicht die Bohne für Luther interessieren. Ich gehöre auch dazu. Na dann viel Glück Steuerzahler!!

08.03.2017 16:15 Purzel 2

Ich bin jedenfalls froh wenn das vorbei ist. Ich kann es nicht mehr hören! Luther hier und Luther da. Anstatt sich mit Luther auseinander zu setzen und dabei festzustellen, dass er auf keinen Fall ein guter Mensch war feiert man ihn wie einen Weltretter. Viele Menschen in ST haben weder was für die Kirche übrig, noch für Luther. Und denen geht der Rummel auch auf den Kranz!

07.03.2017 20:33 Einer aus der Frühschicht 1

Mein Gott. Was würden wir denn hier in Anhalt und Wittenberg nur tun, hätten wir nicht den Luther?
Bei all den Verdiensten die Bruder Martin hat, sollten wir sowas wie seine Judenfeindlichkeit u.a. nicht unter den Tisch kehren. Für mich hat das ganze Gewese um Luther das Geschmäckle eines Personenkultes und der Einnahmengenerierung.!!!
Ich bin sogar der Meinung, dass Luther heute gegen die heutigen Auswüchse genauso vorgegangen wäre, wie damals gegen den Ablasshandel.