Region Dessau

Vorreiterrolle : Dessau-Roßlau hebt Radwege-Pflicht auf

Die Stadt Dessau-Roßlau will Radfahrern mehr Freiheiten im Straßenverkehr geben. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, soll die Pflicht zur Radwege-Benutzung in weiten Teilen des Stadtgebietes wegfallen. Radler dürfen dann trotz eines vorhandenen Radweges auch auf der Straße fahren. Ein Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) sagte der Zeitung, eine solche Regelung werde auch für Halle und Magdeburg angestrebt.

Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts

Radfahrer auf Radweg
Radwege sind nicht immer die sicherste Alternative.

Grundlage der Dessauer Entscheidung ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) aus dem Jahr 2010. Demnach dürfen Radfahrer nur dann zur Benutzung von Radwegen verpflichtet werden, wenn eine Fahrt auf der Straße besonders gefährlich ist. Nach Ansicht des ADFC sollte jeder Radfahrer selbst entscheiden können, wo er fährt. Man sei nicht grundsätzlich gegen Radwege, jedoch wiesen diese häufig Sicherheitsmängel auf. Zudem werde Radfahrern suggeriert, dass sie auf gesonderten Wegen besonders sicher seien. Tatsächlich führe die räumliche Abtrennung von der Straße aber oft dazu, dass sie von den Autofahrern übersehen würden. Auch Radfahrstreifen auf der Fahrbahn bieten nach Ansicht des ADFC nicht genug Sicherheit, da sich Autofahrer häufig nicht an den nötigen Sicherheitsabstand hielten.

Dessau-Roßlau will jedenfalls bis zum Frühjahr 80 Prozent seines Straßennetzes für Radler freigeben. Die blauen Radwegeschilder, die Radfahrer zur Benutzung dieser Wege verpflichten, sollen dann an den betreffenden Stellen abmontiert werden.

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2012, 14:04 Uhr

12. Florian Meier:
Endlich wird das Gesetz, das schon seit 1998 besteht, auch exekutiert. Einige Kommentare zeigen, wie weit verbreitet die Unkenntnis diesbez�glich noch ist. Es wird kein neues Gesetz geschaffen, es existiert l�ngst und zwar bundesweit auch in Leipzig, Magdeburg und sonstwo. Die Stra�enverkehrsbeh�rden sind diesem verplichtet. Radfahrer sind auch l�ngst f�r Unfallfolgen mitverantwortlich und haftbar. Auch Versicherungen f�r Radfahrer in Form der Privathaftpflicht gibt es l�ngst. Die niedrigen Pr�mien zeigen, dass die durch Radfahrer verursachten Unfallfolgen gegen�ber den Sch�den durch Kraftfahrzeuge meist vernachl�ssigbar sind. Eine Beibehaltung der Benutzungspflicht, die zu unn�tigen Gef�hrdungen f�hrt, ist kaum begr�ndbar - au�er man wertet das Recht auf radfahrerfreie Stra�en h�her als die Unversehrtheit der Verkehrsteilnehmer. Das haben Gesetzgeber, Gerichte und nun endlich auch die Exekutive erkannt und zugunsten des Menschen entschieden.
30.12.2011
22:53 Uhr
11. Zweistein:
Aufhebung der Radwegpflicht bedeutet Erhebungen der BASt zufolge, dass ganze 2..4% aller Radfahrer von ihrem Recht, auf der Fahrbahn zu fahren, Gebrauch machen. Die restlichen 96% fahren brav auf den "Radwegen" weiter, egal wie schlecht ihr Zustand und wie unmöglich ihre Führung ist. Und wegen dieser paar Radfahrer glauben manche Autofahrer, ginge die Welt unter? Wo ist das Problem? An die 80% aller Radfahrer haben einen Kfz-Führerschein, müssten also die StVO recht gut kennen und wissen, wie man Fahrzeuge fährt, egal ob mit oder ohne Motoren! Von den verbleibenden 20% sind obendrein ein Großteil Kinder, die noch auf Gehwegen fahren müssen bzw. von 8..10 Jahren dürfen. Wenn in Dessau die Radwege entschildert werden, ist das völlig OK. Radwege bieten seltenst die Sichereheit, die man ihnen nachsagt.
30.12.2011
22:01 Uhr
10. Freyfrank:
Tipp: einfach mal statt irgendwelchen Leuten auf der Stra�e, die keine Ahnung haben (siehe Audiobeitrag), jemanden interviewen der Unfallstatistiken auswertet. Bringt deutlich mehr Erkenntnisgewinn bei einer Frage, zu der faktenbasiert entschieden werden sollte. Meine Sekund�rquellen sagen �bereinstimmend, was hier schon in mehreren Kommentaren steht, dass Radverkehrsanlagen in aller Regel gef�hrlicher als normaler Mischverkehr sind. Ich w�re sehr interessiert an einer kompetenten Widerlegung dieser Zahleninterpretation. Die Contra-Radweg-Leute von der Stra�e im Beitrag k�nnen die nat�rlich nicht leisten. Schade.
30.12.2011
18:45 Uhr
9. Swenhoff:
Ich finde es eher erschreckend, dass der zweite Kommentar im Audiobeitrag das rücksichtslose Fahren seitens der "Autos" nicht in Verbindung zu den eigentlichen Fahrern der Autos bringt. Mal genau hinhören! Abgesehen von solchen Kommentaren wie zum dem von Hein Pauls "So etwas kann nur von studierten Leuten, wahrscheinlich ohne Praxis, kommen." :rolleyes: Solche "studierten Leute", die das fordern, haben die Praxis, weil sie täglich radfahren (z.Bsp: ADFC). Setzen sie sich doch mal auf's Rad. Nebenbei, um die moralische Keule herauszuholen: Die Radwegebenutzungspflicht haben die Nationalsozialisten 1934 eingeführt, als das Verhältnis Auto:Fahrrad noch 3:20. Wollen wir wirklich einen solchen Nazi-Scheiß?. :D
30.12.2011
17:00 Uhr
8. wolfgang schl.:
Wenn die Radfahrer auf dem Radweg im Stau stehen halte ich es für zwingend,daß sie die Strasse benutzen dürfen.Ansonsten halte ich diese Lösung für den größten Schwachsinn seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland.Aber was soll man "Juristen" des BVG denn schon anderes erwarten. P.S.Wird der Standstreifen der Autobahn demnächst für Fußgänger freigegeben,daß sie schneller vorwärts kommen???
30.12.2011
09:34 Uhr
7. Hein Pauls:
Den Autofahrern wird immer alles vorgeschrieben aber den kann man es nicht "zumuten"den Radweg zu benutzen. Es ist schlichtweg Unsinn so ein Gesetz einzuführen. So etwas kann nur von studierten Leuten, wahrscheinlich ohne Praxis, kommen. Es werden wiedermal Gelder unnötig verschleudert die an wichtigerer Stelle sinnvoller eingesetzt werden sollten. Außerdem müßte die Pflicht bestehen die Fahrräder dem Vehrkehr entsprechend techn. (mit Rückspiegel und Fahrtrichtungsanzeiger) auszurüsten. Man sollte sich immer vor Augen halten das der Radfahrer das schwächste Glied im Straßenverkehr ist, sich aber nicht immer dementsprechend verhält und den kleinsten Fehler mit seinem Leben bezahlt.
30.12.2011
09:02 Uhr
6. Mike:
typisch autofahrerantwort. selbige unterschätzen sehr oft die geschwindigkeit von radfahrern und schauen nur verwundert wenn selbiger plötzlich neben ihnen auftaucht. selbst alte menschen erreichen locker 15 kmh, das ist für viele nicht einzuschätzen. richtig aber auch das viele radfahrer nicht wirklich schauen, das auto ist weit weg und dann war es doch schon ran. da hat sich dann wohl der radfahrer verschätzt... radfahrer am straßenrand 80 cm sicherheitsabstand, wie auch andere verkehrsteilnehmer gegen über anderen haben sollen. ein radfahrer weicht gern mal gulliydeckeln aus, weil die löcher in fahrrichtung sind und viele zu breit, da paßt locker n 30er reifen rein.
30.12.2011
04:28 Uhr
5. Ingo Z.:
Es gibt bislang keine Untersuchung, die die Sicherheit von Radwegen nachweisen konnte - im Gegensatz dazu gibt es mittlerweile jede Menge Studien, die die erhöhte Gefährdung auf Radwegen belegen. Hauptursache: Die Ignoranz, mit der Autofahrer einfach über Radwege hinweg rasen, abbiegen (meist auch noch ohne zu Blinken, um dem Radfahrer gar keine Chance zu geben), sowie jede Menge Ein- und Ausfahrten (Grundstück, Supermarkt, Tankstelle etc), an denen gnadenlos über den Radweg hinweg gefahren wird, denn Verkehr auf Rad- und Fußwegen gibt es ja nicht... Linksseitige Radwege bieten hier einen Gefährdungsfaktor von 12 gegenüber der Benutzung der Fahrbahn, rechtsseitige immer noch von knapp 4. Benutzungspflicht dient der Sicherheit von Radfahrern? Der Beweis konnte bislang nicht angetreten werden.
30.12.2011
00:26 Uhr
4. Falko:
Wenn es so ist,dann fahre ich nicht mehr zu Rathauscenter nachDessau.An der Museumskreuzung in Dessau Radfahrer auf der Fahrbahn,nee!Autobahn und Magdeburg,oder Leipzig wierd es dann sein!Bin selber im Sommer Fahrradfahrer auf vielen Wegen,Feldwegen,und so manches Auto hat mich erschreckt!Ich habe auch keine Interesse in einem Verkehrsunfall mit einem Radfahrer verwickelt zu sein.Als Autofahrer bist Du immer der Dumme!Als Radfahrer würde ich auch eine Haftpflichtversicherung bezahlen,da ich dann als Radfahrer besser aufpassen würde.
29.12.2011
21:45 Uhr
3. SwenHoff:
Sowohl die schriftlichen Kommentare als auch die Kommentare des Audiobeitrages zeugen von kleinbürgerlichen Denken. Fakt ist: Radwege erhöhen die Gefahr für Radler, da sie dort als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer nicht wahrgenommen werden. Teilweise steigt die Gefahr um 400%. Studien dazu gibt es seit 1991 von Bundesverkehrsministerium. Fahrräder gehören auf die Strasse. Und schon gar nicht auf Wege, die sie sich auch noch mit Fussgängern teilen müssen. Ich danke dem Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich!
29.12.2011
19:52 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2012 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK