Region Dessau

Solar-Unternehmen : Sovello droht massiver Stellenabbau

Dem insolventen Solar-Unternehmen Sovello in Bitterfeld-Wolfen steht möglicherweise ein massiver Stellenabbau ins Haus. Wie der Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Erhard Koppitz, der "Mitteldeutschen Zeitung" mitteilte, sieht ein den Arbeitnehmervertretern vorliegender Sanierungsplan die Streichung von 548 der derzeit 1.200 Stellen vor. Dem Bericht zufolge soll es aber aktuell keine Entlassungen geben. Das habe die Unternehmensführung dem Betriebsrat mitgeteilt.

Sovello bestätigt keine Zahlen

Sovello Produktionsraum
Die Sovello-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Sovello-Betriebsratschef Matthias Gonschorek sieht die Lage dennoch pessimistisch. "Ich persönlich gehe davon aus, dass es früher oder später zu einem Stellenabbau kommen wird", sagte er dem Blatt. Über die Zahl der zu entlassenden Mitarbeiter wolle er aber nicht spekulieren.

Unternehmenssprecher Robert Reinsch wollte die konkrete Zahl nicht bestätigen. Reinsch sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT, richtig sei allerdings, dass bis August geklärt werden soll, wie es mit Sovello weitergeht. Deshalb stünden alle Sach- und Personalkosten auf dem Prüfstand. Sobald konkrete Ergebnisse vorliegen, würden die Belegschaft und dann die Öffentlichkeit informiert. Bis dahin gebe man keine "Wasserstandsmeldung" ab.

Insolvenz in Eigenverantwortung

Sovello hatte Ende Mai eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, bei der die Geschäftsführung weiterhin Zugriff auf das Firmenvermögen behält. Kurz zuvor hatte das Unternehmen die Drosselung der Produktion und die Einführung von Kurzarbeit angekündigt. Als Grund für die massiven Probleme wurden der stockende Verkauf und der massive Preisverfall bei Solarmodulen genannt.

Sovello hatte bereits in den vorangegangenen Jahren einen Millionenverlust angehäuft. Dennoch kam die Insolvenz einigermaßen überraschend. Erst im Januar hatte Geschäftsführer Reiner Beutel für die kommenden zwei Jahre 35 Millionen Euro an Investitionen angekündigt. Zudem hatte sich der Sovello-Eigentümer, der Finanzinvestor Ventizz, bis dahin relativ gut in der Solarkrise behauptet. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen setzen die Bitterfelder nicht nur auf die Herstellung von Teilkomponenten, sondern produziert sowohl Wafer- und Solarzellen als auch Solarmodule unter einem Dach.

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2012, 21:42 Uhr

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