Ein Schild weist am auf das Justizzentrum Anhalt in Dessau-Roßlau hin
Die Strafe ist am Landgericht Dessau-Roßlau verhängt worden. Bildrechte: dpa

Landgericht Dessau Lebenslang für Mord an Pizzaboten in Seyda

Im Prozess um den Mord an einem Pizzaboten in Seyda bei Jessen ist das Urteil gefallen. Das Landgericht Dessau-Roßlau hat eine lebenslange Haftstrafe und anschließende Sicherungsverwahrung verhängt.

Ein Schild weist am auf das Justizzentrum Anhalt in Dessau-Roßlau hin
Die Strafe ist am Landgericht Dessau-Roßlau verhängt worden. Bildrechte: dpa

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Pizzaboten in Seyda bei Jessen ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT ordnete das Landgericht Dessau für die Zeit nach der Haft außerdem Sicherungsverwahrung an. Damit folgten die Richter der Staatsanwaltschaft. Sie hatte für eine Verurteilung wegen Mordes plädiert. Die Verteidigung hatte dagegen eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und acht Monaten wegen Totschlags für angemessen gehalten.

Aussage vor Gericht

Der 32 Jahre alte Angeklagte hatte die Tat vor Gericht eingeräumt. Er bestritt allerdings eine Tötungsabsicht. Er hatte das Opfer im Frühjahr erstochen. Vor Gericht gab er an, das Küchenmesser nur mitgenommen zu haben, um sein späteres Opfer zu erschrecken und so an das Auto des Pizzaboten zu kommen. Aus unerklärlichen Gründen habe er aber zugestochen, dabei die Halsschlagader des 56-Jährigen getroffen.

Opfer verblutete 

Für das 56 Jahre alte Opfer kam damals jede Hilfe zu spät. Der Pizzabote wurde an der Halsschlagader verletzt und verblutete noch am Tatort. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter kurze Zeit später stellen und festnehmen. Der Mann ist Dessauer und lebte seit einiger Zeit in dem Jessener Ortsteil Seyda. Der 32-Jährige war bei seiner Festnahme bereits der Polizei bekannt. Er hatte schon einmal wegen versuchten Mordes mehrere Jahre im Gefängnis gesessen.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – das Radio wie wir | 10. November 2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 12:12 Uhr

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5 Kommentare

10.11.2017 20:00 Susan 5

Lieber MDR, liebe Frau Wolfskämpf, schön, dass Sie hierüber berichten. Können wir auch noch einen Bericht zur heutigen Sitzung des Rechtsausschusses im Landtag MD erwarten, bei der Sie uns so freundlich begrüßt und mit uns anwesend waren? Das war doch sehr interessant. Der Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad räumte immerhin ein, dass die StA Dessau-Roßlau sich im Fall des 2005 im Dessauer Polizeirevier bereits im Mai mit einem dringenden Tatverdacht an den Generalbundesanwalt gewandt hat. Darin benannte sie auch konkret tatverdächtige Beamte, wie Konrad zerknirschte einräumte. Die Bundesanwaltschaft wollte allerdings das Verfahren nicht und gab es an Konrad zurück. Der zog das Verfahren aus Dessau ab. Und OStA Heike Geyer aus Halle stellte es ein. Liegt jetzt alles auf dem Tisch. Ich kann Ihnen versichern: Der Kreis der Tatverdächtigen ist sehr klein und trägt Uniform. Ich freue mich auf einen Bericht dazu, Sie waren ja dabei. :)

10.11.2017 15:27 Fragender Rentner 4

Na reden wir in einigen Tagen oder Wochen noch mal drüber.

10.11.2017 13:52 Klaus 3

{ Markus 1 }
Nein. lebenslang bedeutet, dass er wegen guter Führung auch früher entlassen werden kann. Das ist mit der Sicherheitsverwahrung praktisch ausgeschlossen.

10.11.2017 13:34 Morchelchen 2

Wenn er schon mal wegen versuchter Tötung im Gefängnis war, dürfte es reine Strategie gewesen sein, die Tötungsabsicht zu bestreiten. Das Urteil ist absolut gerechtfertigt. Was für eine menschenverachtende Tat wegen eines zu klauenden Autos...

10.11.2017 12:50 Markus 1

Lebenslang. D.h. bis zum Tod? Und nach dem Tod noch Sicherungsverwahrung? Für Leiche? Hoffentlich im Kühlschrank? Komische Gesetze haben wir in Deutschland...