Gewehre versteckt in einem Bett
700 bis 800 funktionsfähige Waffen wurden am Mittwoch in Dessau gefunden. Bildrechte: Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt

Hunderte Waffen beschlagnahmt SEK-Einsatz in Dessau

Gewehre versteckt in einem Bett
700 bis 800 funktionsfähige Waffen wurden am Mittwoch in Dessau gefunden. Bildrechte: Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt

In Dessau ist am Mittwoch ein Waffenlager beschlagnahmt und ein 52-jähriger Mann aus Paderborn von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen worden. Der Sprecher des Landeskriminalamtes, Andreas von Koß, bestätigte dem MDR, dass zwei Häuser durchsucht wurden, eines davon im Norden der Stadt. Dabei entdeckten die Beamten 700 bis 800 funktionsfähige Kurz- und Langwaffen auf einem Dachboden. Von Koß sagte, ein solcher Fund sei ihm in den vergangenen 25 Jahren in Sachsen-Anhalt nicht begegnet.

Hunderte Waffen wurden bei einem SEK-Einsatz in Dessau gefunden.
Außer den Waffen wurden geschätzte 1-2 Tonnen Munition sichergestellt. Bildrechte: Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt

Dem 52-Jährigen wird illegaler Waffenbesitz und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Ein politischer Hintergrund wird ausgeschlossen.

Dem Jäger und Waffensammler war Anfang 2016 die waffenrechtliche Erlaubnis entzogen worden. Darauf war der 52-Jährige untergetaucht. Damals war bei der Zwangsräumung seiner vorherigen Wohnung Munition gefunden worden, die ebenfalls unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt.

Ein Haftbefehl gegen den Verdächtigen ist am Mittwochnachmittag vom Amtsgericht Dessau verkündet worden. Zuerst hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01.02. 2017| Ab 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2017, 16:32 Uhr

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31 Kommentare

04.02.2017 17:32 MiSt 31

@ 30 Mediator
Schön langsam mit den Pferden junger Freund. Lautes lesen kann die Sinnerfassung unterstützen, versuchen Sie es einfach mal.

Die derzeitige Gesetzeslage ist mir geläufig und Sie sollten sich mit nassforschen Kommentaren zurückhalten, die mir einen Willen zu deren Missachtung unterstellen.

Es ist immer der gleiche pauschalierende Aktionismus, der mit Verschärfung von Vorschriften und Gesetzen die Öffentlichkeit wieder zu beruhigen und einzulullen versucht, dabei aber meist am eigentlichen Ziel vorbeischießend und die Falschen trifft. Oder haben Sie, nur mal als Beispiel, auch nur einen halbwegs glaubwürdigen statistischen Beleg für den Rückgang der Gewaltkriminalität nach dem Verbot von Wurfsternen? Glauben Sie tatsächlich mit weiteren Sanktionen und Restriktionen gegen die legalen Waffenbesitzer beeindrucken Sie auch nur eine Type vom oben beschriebenen Schlag? Solche Leute werden sich immer Waffen besorgen, ob legal oder illegal. Und heute so leicht wie nie zuvor.

04.02.2017 09:37 Mediator an MiSt (29) 30

Wenn Sie nicht gewillt sind sich an die deutschen Gesetze zu halten dann sind Sie unzuverlässig nach §5 WaffG.

Das Waffengesetz ist für den Waffenbesitz so ein maßgebliches Gesetz. Es regelt in §36 eindeutig dass: "..Besitzer von erlaubnispflichtigen Schusswaffen, Munition ... haben außerdem der Behörde zur Überprüfung der Pflichten aus den Absätzen 1 und 2 Zutritt zu den Räumen zu gestatten, in denen die Waffen und die Munition aufbewahrt werden." .

Warum dies so geregelt wurde können Sie in der BT-Drs. 16/13423, S. 71 nachlesen.

Waffenbesitzer sollten dies wissen und entsprechend handeln.

Selbstverständlich müssen alle staatlichen Erkenntnisse, die Einfluß auf die Zuverlässigkeit nach §5 WaffG haben den entsprechenden Behörden zur Verfügung stehen.

Raser, besoffene Autofahrer, Schläger, Rechtsradikale und andere Kriminelle sind sicherlich NICHT zuverlässig.

§5 WaffG diszipliniert Waffenbesitzer gewaltig und das ist gut so!

03.02.2017 21:59 MiSt 29

2.
Zu den (behaupteten) RAF-Rentnern würde natürlich auch prima das augenscheinliche Alter dieses Waffen-Sammelsuriums passen.
Mit solchen Schießprügeln zieht kein Terrorist oder Extremist los, deren Waffen haben ein anderes Format und kommen auch aus anderen Quellen.

Am Interessantesten finde ich aber den Ruf nach schärferen, häufigeren, anlasslosen Kontrollen und Monitoring aller Abfragesysteme. Mit anderen Worten soll also jeder Amtswichtel mit Blockwart- oder Stasi-Ambitionen das Recht auf informelle Selbstbestimmung unterlaufen und unter Aushebelung des Richtervorbehalts eines unserer höchsten Rechtsgüter, nämlich die im Grundgesetz verankerte Unverletzlichkeit der Wohnung, nach eigenem Ermessen brechen und nach Gusto rumschnüffeln dürfen. Welch bodenloser General-Verdacht gegenüber allen Waffenbesitzern. Blanke Diktatur.

War alles schon da. Wer es erlebt hat brauch es nicht mehr. Wer es nicht aus eigenem Erleben kennt, merkt oft nicht mal, wie sehr er damit kokettiert.

03.02.2017 21:36 MiSt 28

1.
Erstaunlich was mancher zwischen den Zeilen entdeckt und in Kombination mit der eigenen Sichtweise zu Quasi-Semi-Fakten zusammenquirlt. Da ich kein dauergelangweilter Sozialpädagogik-Student bin und den ganzen Tag Zeit habe für Beiräge in epischer Länge will ich nur mal kurz meinen Senf dazu geben.

Der Staat vertraut dem Bürger keine Waffen an, er schränkt den freien Erwerb und Besitz massiv ein.

Diesem gestörten Jäger und Sammler ist von der Waffenbehörde die WBK entzogen worden und es wurde ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt. Der Grund dafür war sicher nicht Schummeln beim Mensch-ärgere-dich-nicht.

Trotz der klaren Aussage im Bericht über den Ausschluß eines politischen Hintergrundes müssen einige offenbar zwanghaft oder automatisiert diesen Waffen-Messi in die rechte Ecke drücken. Nur soviel: bei der Herkunft könnte er durchaus auch "Service-Point" für die raubend und ballernd durchs Land marodierenden RAF-Rentner sein.

03.02.2017 20:13 Jürgen Schauer 27

Ich wandere aus Deutschland ist ja gefährlicher als jeder Krieg . Sind denn alle Behörden blind . Wegen einem MP4 Player aus China muss man zum Zoll u der stapelt Knarren bis unter die Decke

03.02.2017 19:48 Agnostiker 26

@ 22: Sie scheinen etwas ueber das Motiv des unpolitischen 52-Jaehrigen zu "wissen", was niemand sonst weiss, um es vorsichtig auszudruecken... :D
Das es auch Menschen gibt, die einfach Freude an historischen Feuerwaffen haben koennten, kommt Ihnen nicht in den Sinn?

03.02.2017 13:42 Wenno 25

Schon wieder ein durchgeknallter Jäger!

03.02.2017 11:44 Oliver 24

Kompliment an Mediator, der bei manch dummdreisten Posts so cool bleibt und Argumente bringt.

Felix Büchner: daumenhoch für Ihr Posting !

03.02.2017 11:31 gwm 23

MDR Sie wollen bitte die Propagandafeldzüge einiger
Kommentatoren unterbinden, es sei denn diese
handeln in Ihrem Auftrag. Wenn einige ihre Meinungen austauschen möchte , können sie es doch privat machen.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT: Die Kommentarfunktion steht zur Verfügung, damit sich unsere Leser austauschen und diskutieren können. In unserem Auftrag handelt keiner der Kommentatoren.

03.02.2017 09:30 Felix Büchner 22

Mein Dank an den Mediator, der seine vernünftige Argumentation standhaft aufrecht erhält und der erkennbaren Aggressivität und den Beleidigungen zum Trotz sachlich bleibt.

Ein paar harte Fakten, auch wenn es einige nicht glauben wollen:
Die BRD ist eine Demokratie.
Der Besitz von Kriegswaffen in der BRD verboten.
Jemand, der Hunderte von Waffen illegal besitzt, mit Tonnen von Munition dazu, hat ein Motiv dafür.
Die Frage, welches das Motiv sein könnte ist berechtigt.
Der Schluss, dass er eine oder mehrere Gewalthandlungen vorbereitet, liegt extrem nahe, um es vorsichtig auszudrücken.
Es gibt heute eine größere Gefahr von Terroranschlägen als vor einigen Jahren.
Diese Gefahr geht eindeutig von zwei größeren Gruppen aus, die jeweils bestimmte Ideologien befördern wollen.
Die eine ist radikaler Islamismus, die andere Rechtsradikalismus in verschiedenen Gewändern.
Die Aussagen einiger hier lassen Nähe zu letzterem recht deutlich erkennen.
Pfui!