Reformationsbotschafterin Margot Käߟmann (l-r), Erzpriester Radu Constantin Miron, der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender, einige Mädchen sowie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Frau Gabriele und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (von hinten) eröffnen am 20.05.2017 die Weltausstellung Reformation in Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt).
Eröffnung mit viel Prominenz: Zur Weltausstellung in Wittenberg kamen am Sonnabend neben Reformationsbotschafterin Margot Käßmann und EKD-Vorsitzendem Heinrich Bedford-Strohm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Bildrechte: dpa

500 Jahre Reformation Weltausstellung in Wittenberg eröffnet

"Weltausstellung Reformation – Tore der Freiheit" heißt die Open-Air-Ausstellung rings um die Wittenberger Altstadt. Seit Sonnabend können Besucher Themen wie Gerechtigkeit, Jugend oder Kultur erleben. Der Eintritt ist größtenteils frei.

Reformationsbotschafterin Margot Käߟmann (l-r), Erzpriester Radu Constantin Miron, der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Frau Elke Büdenbender, einige Mädchen sowie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Frau Gabriele und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (von hinten) eröffnen am 20.05.2017 die Weltausstellung Reformation in Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt).
Eröffnung mit viel Prominenz: Zur Weltausstellung in Wittenberg kamen am Sonnabend neben Reformationsbotschafterin Margot Käßmann und EKD-Vorsitzendem Heinrich Bedford-Strohm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Bildrechte: dpa

Es ist eine Ausstellung der Superlative: Das Gelände erstreckt sich rund um die Wittenberger Altstadt, mehr als 100 Veranstaltungen sind geplant und die Besucher werden von einer rund 30 Meter hohen Bibel begrüßt. Der Bibelturm ist eine von Studenten erdachte Kunstinstallation, kann erstiegen werden – und auf seiner Rückseite wurden tatsächlich alle Seiten der Bibel aufgedruckt.

"Die Idee der Studenten war ein Buch aufzustellen, weil der Buchdruck auch eng verbunden ist mit der Reformation", erklärt Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Vereins "Reformationsjubiläum 2017". Die übergroße Installation gehört zu einem von sieben Orten, sogenannten Tor-Räumen, die die Freiluftausstellung bilden.

Drei Männer stehen vor einer gigantischen Bibel.
Die übergroße Bibel ist ein Fall für das Guinnes-Buch der Rekorde. Das Antragsverfahren läuft bereits. Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Die Tor-Räume stehen mit Themenwelten wie Gerechtigkeit, Jugend, Spiritualität oder Kultur für die Tore, die die Reformation aufgestoßen haben soll. In diversen Pavillons wird zu Gesprächen, Musik, Workshops und Andachten eingeladen. Im Torraum "Globalisierung" hat beispielsweise die Evangelische Kirche Hessen-Nassau die Pforten ihrer "Lichtkirche" geöffnet – einer mobilen, aber vollwertigen Kirche.

Gelände für jeden offen

"Man kann ein Kind taufen lassen, man kann sich trauen und vor allem kann man diese Schönheit des Raums erleben", sagte Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau MDR SACHSEN-ANHALT. Die Kirche besteht aus Holz und Acrylglas. "Man ist im Grunde in einer Kirche und trotzdem halb im Freien."

Eine Kirche aus Holz und Acrylglas.
In dieser mobilen Kirche kann geheiratet werden. Bildrechte: MDR/Frank Nowak

16 Themenwochen lang, vom 20. Mai bis zum 10. September, ist die "Weltausstellung Reformation" zu erleben. Mehr als 80 Kirchen, Organisationen und Kulturschaffende aus aller Welt beschäftigen sich in Wittenberg mit den Herausforderungen der Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Das Areal rund um die Wittenberger Altstadt bleibt währenddessen für die Öffentlichkeit frei begehbar. Nur für einzelne Bereiche und Veranstaltungen wird Eintritt verlangt.

Zur Ausstellungseröffnung kamen neben Reformationsbotschafterin Margot Käßmann auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Thomas de Maizière.

Lutherstadt Wittenberg Weltausstellung eröffnet

Auf einem Marktplatz sitzen und stehen hunderte Menschen
Auf dem Wittenberger Marktplatz kamen laut Veranstalter etwa 4.000 Menschen zusammen und feierten einen Gottesdienst. Bildrechte: MDR/André Damm
Auf einem Marktplatz sitzen und stehen hunderte Menschen
Auf dem Wittenberger Marktplatz kamen laut Veranstalter etwa 4.000 Menschen zusammen und feierten einen Gottesdienst. Bildrechte: MDR/André Damm
Eine Bühne mit Blechbläsern
Wenige Tage vor dem großen Festwochenende zum 500. Jubiläum der Reformation wurde die "Weltausstellung Reformation – Tore der Freiheit" feierlich eröffnet. Bildrechte: MDR/André Damm
In einem Buch hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterschrieben: Besuch des Bundespräsidenten anlässlich der Eröffnung der Weltausstellung in Lutherstadt Wittenberg
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier öffnete zusammen mit dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche symbolisch ein Tor zur Weltausstellung. Steinmeier verewigte sich auch im Goldenen Buch der Lutherstadt Wittenberg. Bildrechte: MDR/André Damm
Eine Teilnehmerin der Konferenz "Kirche und Tourismus" steht mit einer Tasche zum Luther-Jahr 2017 auf einem Platz.
Der Bundespräsident sagte, die Reformation habe die gesamte Geschichte, Kultur und Lebensweise über Jahrhunderte direkt oder indirekt beeinflusst und tue es bis heute. Bildrechte: dpa
Vor einem blauen Lkw mit der Aufschrift "Reformationssommer" musizieren Menschen auf einer Bühne.
Eine der Stationen der Freiluftausstellung ist der blaue Truck, der in den vergangenen Monaten durch Europa tourte. Auch hier wurde gefeiert.

Quelle: MDR/epd/lk

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.05.2017 | 19:00 Uhr
Bildrechte: Christian Dreißigacker
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.05.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/epd/lk

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2017, 15:54 Uhr

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6 Kommentare

22.05.2017 20:52 Bernd 6

@3 & 4, nein, das ist zu oberflächlich betrachtet. Da sollten Sie Luthers Schriften 1520 und 1521 lesen. Hier referierte er, dass Jesus selbst den Juden entstammte und wollte Integration. Da das nicht funktionierte fand er drastische Worte was man kritisieren kann. Allerdings haben die Nazis aus das aus Luthers Schriften herausgezogen was ihnen in den Kram passte. So sollte man aber nicht abstempeln sondern versuchen ihn als Gesamtheit zu verstehen.

21.05.2017 22:43 Sandra Bertram 5

Da bin ich aber froh, dass Herr Bedford-Strohm sein KREUZ wiedergefunden hat, das er auf dem Tempelberg verleugnet hatte.

21.05.2017 15:18 Barbara 4

@ 3 R I C H T I G !!!!!!!!!!!!!!

20.05.2017 22:22 Rudi Werner 3

Superlative? Die Juden, die Evang. Kirche und Luther in der NS-Zeit?
Keine Info. Wie immer wird alles verdrängt! Luther war Feind der Juden. Heute feiert man ihn.Die Kirche hat mehr Menschen ermordet wie in allen Weltkriegen zusammen!

20.05.2017 19:44 Oma Gitte 2

25 Millionen. Wer macht denn solche Preise und der Nutzen steht in keinem Verhältnis.

20.05.2017 18:32 Kopfschüttler 1

"Themen wie Gerechtigkeit, Jugend oder Kultur erleben."
Bei mdr aktuell hörte ich heute auch von den Toren, da wurden die 3 "wichtigen" Themen Gerechtigkeit, Ökumene und Globalisierung erwähnt.

Also mal ganz ehrlich, ich bin aktives Kirchenmitglied in Sachsen. Aber wenn das DIE THEMEN der Kirche resp. der Reformation sein sollen, dann gute Nacht Amtskirche.
Mal abgesehen von der Ökumene, alles andere bedienen die meisten Parteien und Gewerkschaften doch auch.
Könnte es auch wiedermal um Gerechtigkeit vor Gott aus dem Glauben gehen? Können wir uns auch wiedermal auf die Gültigkeit seines Wortes (Bibel) besinnen und dafür eintreten.
Dann erwächst vielleicht auch Gerechtigkeit und zur Globalisierung gibt es andere Einsichten...