Denkmalschutz : Weniger Geld für Erhalt von Domen und Schlössern
Sie sind alt, groß und bedürfen der intensiven Pflege und Sanierung: Die Burgen, Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt sind ewige Baustellen. Und das Spardiktat des Landes erschwert den Denkmalschützern die Arbeit.
Die Burgen, Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt müssen dieses Jahr wohl teilweise im Dornröschenschlaf verharren. Der Vorstand der Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt, Boje Schmuhl, erklärte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, 2013 könne weniger gebaut und saniert werden als in den Vorjahren.
4,5 Millionen Euro weniger zur Verfügung
Nachdem im vergangenen Jahr mehr als acht Millionen Euro Baukosten für Dome, Schlösser und Burgen eingeplant waren, sind es 2013 nur noch rund 3,6 Millionen Euro. Nach Angaben von Schmuhl sind die Zahlen jedoch nicht direkt miteinander vergleichbar, da es viele mehrjährige Projekte gibt. Die Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt erhält auch Geld von der EU, von Lotto-Toto und anderen Unterstützern.
Schmuhl betonte, mit Einsparungen bei der Kultur könne man keinen Landeshaushalt sanieren, sondern dadurch würden nachhaltige Schäden vorprogrammiert. Das Argument des demografischen Wandels ließ er für einige Kulturbereiche gelten, für den Denkmalschutz allerdings nicht. "Unsere Schlösser, Burgen und Dome stehen da, ob es viele Menschen gibt oder nicht so viele", sagte er in dem Gespräch.
Magdeburger Dom erstrahlt in neuem Glanz
Indes sind die Arbeiten am Westwerk des Magdeburger Doms nach Angaben von Schmuhl abgeschlossen. Zu Osten soll der Bau voraussichtlich wieder ohne Gerüst glänzen, die frostigen Temperaturn verhindern derzeit noch den Abbau. Der Osterfestzug soll dann wieder durch das Hauptportal führen. Außerdem sollen in diesem Jahr noch Besuchertoiletten eingebaut werden, die bislang nicht existieren. Darüber hinaus wird ein 2012 überraschend entdecktes Putzbild aus dem 13. Jahrhundert so präpariert, dass es für Besucher zugänglich gemacht werden kann.
Weitere Sanierungsprojekte für 2013
In Havelberg werde die Fassade des Domes als Vorbereitung auf die Bundesgartenschau 2015 weiter saniert, sagte Schmuhl. Und der Dom zu Halle bekomme ein neues Eingangsportal. Im Schloss Köthen soll das Dach des Ludwigsbaues samt dem darunterliegenden Spiegelsaal saniert werden. Und auf der Neuenburg stehen die statische Sicherung der Scheune und der Ausbau zum Domänenmarkt an. Aufgrund der finanziellen Einsparungen seien in einigen Burgen und Schlössern des Landes aber nur die notwendigen Reparaturen drin.
Nach Angaben von Schmuhl will die Stiftung auch an ihrer eigenen Struktur arbeiten, um von 2014 an weitere Mittel einzusparen. Dafür wolle man sich solcher Dinge entledigen, die nicht unmittelbar dem Stiftungszweck dienten. Aufsicht, Bewachung, Reinigung und Serviceleistungen könnten privatisiert werden.
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