Verdacht auf Veruntreuung : Fördermittelbetrug bei Euroglas?
Der Glashersteller Euroglas in Haldensleben hat offenbar Fördermittel des Landes zu Unrecht kassiert. Wie der MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag berichtete, hat das Unternehmen zeitweise rund 30 Mitarbeiter einer Speditionsfirma als eigene Beschäftigte ausgegeben. Da sich die Höhe der Förderung an der Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze orientiert, soll damit mehr Landesgeld geflossen sein. Den Angaben zufolge soll den Scheinbeschäftigten sogar ein Schweigegeld gezahlt worden sein.
Vorwürfe nicht neu - Prüfung dauert an
Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums räumte auf dapd-Anfrage ein, die Vorwürfe gegen das Unternehmen im Bördekreis seien seit gut einer Woche bekannt. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt prüfe derzeit die Vorwürfe. Das Euroglas-Werk in Haldensleben hatte Fördergelder in Höhe von knapp zehn Millionen Euro bezogen.
Stellenabbau trotz Fördermittel
Erst vor zwei Tagen hatte der Glashersteller mitgeteilt, dass er 30 Stellen an beiden Standorten in Sachsen-Anhalt streichen müsse. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit dem schlechten Absatz in der Solarindustrie.
Die Produktion von beschichteten Solargläsern wurde in Haldensleben bereits Mitte November eingestellt. Den Angaben zufolge konzentriert sich das Unternehmen künftig auf die Herstellung von unbeschichteten Gläsern. Die betroffenen Mitarbeiter sollen über eine Transfergesellschaft bis zu sechs Monate weiter beschäftigt bleiben.
Die Euroglas-Werke in Haldensleben und Osterweddingen waren 1997 und 2006 gebaut worden. An beiden Standorten beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 600 Mitarbeiter. Es stellt unter anderem Solargläser, wärmedämmende Gläser und Sicherheitsgläser her. Kerngeschäft des Unternehmens ist die Fertigung von Glas für die Bauindustrie.



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