Sachsen-Anhalt

Teure Facebookparty : 200.000 Euro Kosten für Polizeieinsatz

Eine verbotene Facebook-Party in Magdeburg kostet die Verantwortliche vermutlich eine Menge Geld. Die Polizei kündigte an, für ihren Großeinsatz bis zu 200.000 Euro zu verlangen.

Stadt gibt Möglichkeit zum Gespräch

Leere Diesdorfer Straße, gesäumt von Polizeiautos. Im Vordergrund: Eine Straßensperre.
Eine vorsorglich eingerichtete Straßensperre in Magdeburg bremste den Partyansturm.

Auch die Stadt Magdeburg will sich ihren Aufwand bezahlen lassen. Dort geht es um 5.000 Euro. Die Stadt will jedoch die Verursacher zunächst zum Gespräch bitten. Ziel sei, den Sachverhalt aufzuklären, sagte der Leiter des Ordnungsamtes, Volkmar Emcke, am Freitag. Im Raum stehe auch, wer welchen Anteil bezahlen muss. "Wir wollen die junge Frau hören, die eine erste Partyeinladung ins Internet gestellt hat und auch die, die sie in dem Netzwerk weiterverbreitet haben", sagte Emcke.

Sollte die Verantwortliche tatsächlich zur Kasse gebeten werden, wird sie die Summe aus eigener Tasche zahlen müssen. Eine Sprecherin des Deutschen Versicherungsverbandes sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Polizeieinsätze und Behördenaufwand seien grundsätzlich nicht versicherbar.

Aufruf zu Straftaten im Internet

Die Stadt hatte die Party verboten, weil im Internet zu Straftaten bei der Feier aufgerufen worden war. Magdeburg und die Polizei hatten sich mit Straßensperrungen und 800 Einsatzkräften für einen Ansturm Tausender Jugendlicher gewappnet. Die junge Frau hatte zuvor ihre Feier in dem sozialen Netzwerk versehentlich als öffentlich markiert. Später löschte sie ihr Facebook-Profil. Da hatte sich der angekündigte Ansturm jedoch längst verselbstständigt. Ende September hatten bereits 4.400 Gäste zugesagt. Rund 500 von ihnen kamen tatsächlich, randalierten in der Stadt und verletzten einen Polizisten. Es gab mehr als 20 Anzeigen.

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2012, 22:28 Uhr

16. bea:
Facebookparty in Magdeburg: Selbst schuld, [...], den richtigen Haken an der richtigen Stelle zu setzen, dann muss man eben mal 205.000,- Euro bezahlen. Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, verpisst man sich schnell. Hoffentlich gute Rechtsschutzversicherung und einen scharfen Anwalt. | [Anmerkung der MDR.DE-Redaktion: beleidigende Passage entfernt]
21.10.2012
11:05 Uhr
15. Enrico Pelocke:
Allein die Veröffentlichung auf Facebook ist keine ausreichende Schuld, wenn andere Straftaten tun wollen. Dazu hat nicht sie aufgefordert, sondern andere. Die Polizei kam nicht, weil die junge Frau zur Party einlud, sondern um die Straftaten der versehentlich eingeladenen Gäste zu verhindern. Also sind diese Schuld an den Kosten und müssen zahlen. Sie kann die Polizei aus Facebook herausfinden. Verkehrsbetriebe veröffentlichen auch ihren Fahrplan an Haltestellen, im Internet und in Fahrplanbüchern. Kinos und Theater veröffentlichen ihre Programme. Müssen sie auch die Polizei bezahlen, wenn Halunken kommen? Nicht mal Diebe, Kinderschänder, Gewaltverbrecher, Bankräuber ... müssen die Polizei bezahlen. Das Fußballproblem sehe ich genauso: Die Spieler kassieren Millionen und die Millionen für die Polizei zahlt der Steuerzahler, auch wenn ihm Fußball egal ist. @13, Ich hoffe auch, dass das Geld eingetrieben wird, aber von den Bösewichten. @12: 11 hat Recht. Ich versteh Dein Problem nicht.
20.10.2012
20:16 Uhr
14. F.Rödiger:
Warum soll man denn FACEBOOK verbieten ? ? ? Eine bessere Möglichkeit über das Privatleben unschuldiger Bürger zu wissen gibt es meines Erachtens im Moment nicht. Nur mal so erwähnt: Es gibt keinen Grund dort Mitglied zu werden ! ! ! Wer es trotzdem macht sollte lieber mal bei sich selber anfangen nachzufragen ob es denn nicht andere Möglichkeiten gibt seinen Kummer anderen mitzuteilen. FACEBOOK nutzt nur den medienwirksamen Rummel um Personen wie Du und Ich und vermarktet das Ganze noch zum "Nulltarif" - oder muss jetzt für die Anmeldung bezahlt werden ? ? ? Achso natürlich gibt es genug Promis die sich auch FACEBOOK gönnen aber muss ich denn genauso leben wie die dann? ? ?
20.10.2012
13:42 Uhr
13. Claus:
Ich hoffe das Geld wird eingetrieben und Facebook bald verboten.
20.10.2012
11:21 Uhr
12. Gitti:
11. Steffen: Geh dringend zum Arzt, da kannst Du Äpfel mit Birnen vergleichen.
20.10.2012
11:19 Uhr
11. Steffen:
an den MDR: Warum wird hier nicht mal nachgehakt? Wie hier schon einige Vorredner geschrieben haben, z.B. bei Fußballspielen zählt wohl kein Verursacherprinzip? Die Vereine haben Millionen für Spieler aber die öffentliche Sicherheit bezahlt der Steuerzahler! Was soll das werden? Ich hoffe, dass die Journalisten mal ihrem Auftrag nachkommen und das hier auch einmal darstellen, statt nur die Meldungen zu platzieren - denn was anders ist das nicht. Investigativer Journalismus ist gefordert oder darf das der MDR gar nicht? Manchmal habe ich den Eindruck, würde mich aber freuen mich zu täuschen und entsprechende Beiträge zu sehen, genau wie bei anderen Themen.
19.10.2012
17:32 Uhr
10. klaus sänger:
Und was ist mit dem Unternehmen Facebook ??? Ein Konzern, der -zig Milliarden (!) mit der Unwissenheit "seiner" Mitglieder und deren sogenannten "Freunden" verdient !!! Wieso werden die nicht mit verantwortlich gemacht ? Ja richtig, die nutzen alle juristischen Grauzonen konzequent aus, sind für nichts verantwortlich. Das begreifen leider die jungen und unwissenten Leute noch nicht. Wie auch, da sie permanent durch Werbung verblödet werden. Bevor Ihr antwortet, informiert Euch erst mal wirklich. Aber nicht bei Eurem Familienersatz, namens F.... usw. Spannende Grüße
19.10.2012
17:26 Uhr
9. Enrico Pelocke:
Die "Gäste", die trotz Verbot anreisten, sind wohl unschuldig und müssen nicht zahlen??? Die Polizei rückte nicht allein wegen der Einladung an sondern wegen dem Massenansturm. Vielleicht hatte die junge Frau nur keine Zeit für Gespräche, weil sie erst ihre Angelegenheiten kümmern muß. Da müssen die Behörden eben mal warten, bis sie Zeit hat. Wenn sie nicht intelligent genug sind, das zu verstehen, ... Die junge Frau kann nichts dafür, daß bei Facebook-Fehleinstellungen jede Menge wilder anrücken. Das ist ja so, als ob ein Bestohlener die Polizei bezahlen muß, weil er nicht auf sein Zeug aufgepaßt hat. Schuld am Polizeieinsatz sind die Verrückten, die trotz Verbot anreisen.
19.10.2012
15:58 Uhr
8. maik:
hallo die junge dame wurde von der polizei beauftragt 3 tage nicht zuhaus ezusein da sonst sie den einsatz bezahlen müste es hat sich ein hacker in ihr portal facebook eingehakt und somit die party neu statt finden zulassen unter ihren namen bleibt doch mal bei der warheit
19.10.2012
14:49 Uhr
7. Insider:
Sollte die Frau tatsächlich verklagt werden, kann ich nur hoffen, dass sie eine gute Rechtsschutzversicherung besitzt und sich einen guten Anwalt leisten kann, der sich nicht scheut, bis zur höchsten Instanz vorzugehen. Wie die beiden "Vorredner" schon sagten, werden bei anderen Polizeieinsätzen (speziell Großeinsätzen) die eigentlichen Verursacher auch nicht zur Kasse gebeten, sondern der Steuerzahler. Andererseits müsste neben der Frau eigentlich auch eine Anzeige gegen Facebook gestellt werden, da deren Voreinstellungen dafür Mitschuld tragen, dass die Partyeinladung überhaupt öffentlich werden konnte.
19.10.2012
13:56 Uhr

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