Sachsen-Anhalt

Fahrplanwechsel bei der Bahn : Neue Züge - höhere Preise

Der Fahrplanwechsel bei der Bahn bringt auch für den Verkehr in Sachsen-Anhalt Veränderungen mit sich. Auf einigen Strecken kommen modernere Züge zum Einsatz, vereinzelt soll es bessere Anschluss-Verbindungen geben. Wermutstropfen: Einige Bahnhöfe werden abgekoppelt. Außerdem steigen auf vielen Strecken die Fahrpreise.

TALENT 2  von Bombardier

Mit dem Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn werden auf mehreren Strecken Sachsen-Anhalts modernere Züge eingesetzt. Nach Angaben der Bahn wird zunächst die Zugflotte der Regionalexpress-Verbindung Dessau-Berlin getauscht. Dort sollen zukünftig die neuen Elektrozüge "Talent 2" von Bombardier eingesetzt werden.

Dessau: Schneller nach Berlin, seltener nach Köthen

Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte anlässlich einer Zugtaufe am Freitag, das neue Angebot sei ein Qualitätssprung in der Anbindung an die Hauptstadt. Laut Bahn sind die neuen Züge von Dessau rund 15 Minuten schneller in Berlin als ihre Vorgänger. Zudem seien sie klimatisiert und mit Steckdosen am Platz ausgestattet. Allerdings wird ein Unterwegsbahnhof auf der Strecke Dessau-Berlin stillgelegt: Wegen zu geringer Nachfrage hält ab Sonntag in Thießen bei Coswig kein Zug mehr. Einschränkungen soll es auch von Dessau nach Köthen geben. Wie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) mitteilte, entfallen ab Sonntag die zweistündlichen Verstärker-Züge zwischen den Städten. Betroffen ist rund jede dritte Bahn.

Magdeburg-Berlin: Ende des Reisekaisertums

Eine Ellok der Baureihe 112 und drei Dosto bilden den IRE (Interregio-Express) "Magdeburg-Berlin-Express" der seit dem 13.12.2010 zwischen der Bundeshauptstadt und der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt pendelt. Die Gestaltung des Zuges mit dem Motto „Otto hat Zugkraft“ auf der E-Lok knüpft an die aktuelle Kampagne der Stadt Magdeburg an und verbindet diese mit der Leistung der 4.000 PS starken Lokomotive. Mit ihrem Beinamen "Ottostadt" erinnert Magdeburg an die glanzvolle und bewegte Vergangenheit der Stadt.
Der "Kaiser-Otto-Express" wird wegen zu geringer Nachfrage eingestellt.

Modernere Züge soll es auch auf der Regionalexpress-Verbindung von Magdeburg nach Berlin geben. Laut NASA werden dort Schritt für Schritt die in die Jahre gekommenen Doppelstockwagen durch modernisierte Waggons ersetzt. Außerdem würden stärkere Loks vor die Züge gespannt, hieß es. Mit dem Ende der Bauarbeiten vor Berlin würden zudem Potsdam und Berlin-Wannsee von Magdeburg aus wieder umstiegsfrei erreichbar. Insgesamt soll sich die Fahrzeit dadurch zwischen elf und 17 Minuten verkürzen.

Eingestellt wird hingegen der Interregio-Express "Kaiser Otto", der werktags vier Mal am Tag die Landeshauptstadt mit der Bundeshauptstadt verbunden hat. Der Schnellzug, den die Bahn eigenwirtschaftlich betrieben hat, wurde dem Unternehmen zufolge nicht ausreichend genutzt.

Magdeburg-Halberstadt: Weniger Halte in der Börde

Veränderungen gibt es auch für Bahnreisende auf der Verbindung Magdeburg-Halberstadt. Dort werden ab Sonntag die Bahnhöfe Hordorf, Krottorf und Groß Quenstedt nicht mehr angefahren. Der NASA zufolge waren auch diese Halte zu wenig nachgefragt. Für diese Orte soll es stattdessen ein Busangebot geben. Durch den Wegfall verringert sich die Fahrzeit jener Harz-Elbe-Express-Züge, die auch die kleineren Orte anfahren, um wenige Minuten. Laut NASA sollen durch die neue Verbindungen bessere Anschlüsse zum Nah- und Fernverkehr gewährleistet werden.

Landeshauptstadt ohne ICE

Ein ICE-Zug rauscht durch die Dämmerung
Der ICE wird in Magdeburg bald nicht mehr Halt machen.

Im November war bereits bekannt geworden, dass Magdeburg mit dem Fahrplanwechsel seine letzten vier ICE-Halte pro Tag verlieren wird. Laut Bahn werden die Züge als Winterreserve in andere Regionen abgezogen. Ein Zugpaar soll zunächst im Frühjahr 2013 zurückkehren, dann aber ab 2014 ganz aus dem Fahrplan verschwinden. Als Ersatz für die modernen ICE-Schnellzüge werden gleich schnelle Intercity-Züge eingesetzt. Das Land hatte nach Bekanntwerden der Pläne angekündigt, für die ICE-Anbindung Magdeburgs kämpfen zu wollen. Die Landeshauptstadt war Ende der 90er-Jahre ein wichtiger Knoten der Schnellzüge in der Mitte Deutschlands.

Höhere Preise im Nah- und Fernverkehr

Nach Angaben der Bahn steigen mit dem Fahrplanwechsel die Fahrpreise um durchschnittlich 2,8 Prozent. Als Grund gab das Unternehmen gestiegene Energiepreise an. Kritiker halten dagegen, dass die Bahn von einem sinkenden Großhandelspreis beim Strom profitiere.

Ausgenommen von den Fahrpreiserhöhungen sind Bahnfahrten innerhalb des Verkehrsverbunds "marego" in der Region Magdeburg und innerhalb des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds MDV im Süden Sachsen-Anhalts. Auch die Preise für das landesweit gültige Hopper-Ticket sowie für die Spar-Tickets der Bahn sollen gleich bleiben. Teurer werden hingegen das Sachsen-Anhalt-Ticket, das Schönes-Wochenende-Ticket, das Quer-durchs-Land-Ticket sowie die Wochen- und Monatskarten.

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2012, 09:13 Uhr

3. Mandora:
Also wenn man den Beitrag hier liest, bin ich froh nicht im Land der Frühaufsteher zu wohnen. Hier wird ja alles dicht gemacht. Und warum lässt man sich das den von der Bahn bieten, die Landeshauptstadt vom ICE Netz zu trennen. Das müsste man sich mal in München vorstellen.
11.12.2012
12:08 Uhr
2. Heiko:
Warum werden ständig die Preise erhöht ? Ich wollte gestern in die Landeshauptstadt fahren mit dem Hex zum Weihnachtsmarkt,um auch die Umwelt zu schonen. Doch als ich die Fahrpreise sah bin ich doch ins Auto gestiegen,soviel zum Thema Zugfahren,auch von mir frohe Weinachten.
09.12.2012
10:07 Uhr
1. Christel Schneidewind:
Warum klagt das Land wegen des Verlustes einer ICE-Anbindung. Uns wurde der Haltepunkt weggenommen (nach 90 Jahren Bestand). Das ist ein herber Verlust. Bis zum nächsten Bahn-Haltepunkt sind es für unsere Einwohner nunmehr 5 bzw. 10 km. Ein Glück, dass wir (noch) Fahrrad fahren dürfen! Frohe Weihnachten
08.12.2012
18:01 Uhr

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