Fahrplanwechsel bei der Bahn : Neue Züge - höhere Preise
Der Fahrplanwechsel bei der Bahn bringt auch für den Verkehr in Sachsen-Anhalt Veränderungen mit sich. Auf einigen Strecken kommen modernere Züge zum Einsatz, vereinzelt soll es bessere Anschluss-Verbindungen geben. Wermutstropfen: Einige Bahnhöfe werden abgekoppelt. Außerdem steigen auf vielen Strecken die Fahrpreise.
Mit dem Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn werden auf mehreren Strecken Sachsen-Anhalts modernere Züge eingesetzt. Nach Angaben der Bahn wird zunächst die Zugflotte der Regionalexpress-Verbindung Dessau-Berlin getauscht. Dort sollen zukünftig die neuen Elektrozüge "Talent 2" von Bombardier eingesetzt werden.
Dessau: Schneller nach Berlin, seltener nach Köthen
Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte anlässlich einer Zugtaufe am Freitag, das neue Angebot sei ein Qualitätssprung in der Anbindung an die Hauptstadt. Laut Bahn sind die neuen Züge von Dessau rund 15 Minuten schneller in Berlin als ihre Vorgänger. Zudem seien sie klimatisiert und mit Steckdosen am Platz ausgestattet. Allerdings wird ein Unterwegsbahnhof auf der Strecke Dessau-Berlin stillgelegt: Wegen zu geringer Nachfrage hält ab Sonntag in Thießen bei Coswig kein Zug mehr. Einschränkungen soll es auch von Dessau nach Köthen geben. Wie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) mitteilte, entfallen ab Sonntag die zweistündlichen Verstärker-Züge zwischen den Städten. Betroffen ist rund jede dritte Bahn.
Magdeburg-Berlin: Ende des Reisekaisertums
Modernere Züge soll es auch auf der Regionalexpress-Verbindung von Magdeburg nach Berlin geben. Laut NASA werden dort Schritt für Schritt die in die Jahre gekommenen Doppelstockwagen durch modernisierte Waggons ersetzt. Außerdem würden stärkere Loks vor die Züge gespannt, hieß es. Mit dem Ende der Bauarbeiten vor Berlin würden zudem Potsdam und Berlin-Wannsee von Magdeburg aus wieder umstiegsfrei erreichbar. Insgesamt soll sich die Fahrzeit dadurch zwischen elf und 17 Minuten verkürzen.
Eingestellt wird hingegen der Interregio-Express "Kaiser Otto", der werktags vier Mal am Tag die Landeshauptstadt mit der Bundeshauptstadt verbunden hat. Der Schnellzug, den die Bahn eigenwirtschaftlich betrieben hat, wurde dem Unternehmen zufolge nicht ausreichend genutzt.
Magdeburg-Halberstadt: Weniger Halte in der Börde
Veränderungen gibt es auch für Bahnreisende auf der Verbindung Magdeburg-Halberstadt. Dort werden ab Sonntag die Bahnhöfe Hordorf, Krottorf und Groß Quenstedt nicht mehr angefahren. Der NASA zufolge waren auch diese Halte zu wenig nachgefragt. Für diese Orte soll es stattdessen ein Busangebot geben. Durch den Wegfall verringert sich die Fahrzeit jener Harz-Elbe-Express-Züge, die auch die kleineren Orte anfahren, um wenige Minuten. Laut NASA sollen durch die neue Verbindungen bessere Anschlüsse zum Nah- und Fernverkehr gewährleistet werden.
Landeshauptstadt ohne ICE
Im November war bereits bekannt geworden, dass Magdeburg mit dem Fahrplanwechsel seine letzten vier ICE-Halte pro Tag verlieren wird. Laut Bahn werden die Züge als Winterreserve in andere Regionen abgezogen. Ein Zugpaar soll zunächst im Frühjahr 2013 zurückkehren, dann aber ab 2014 ganz aus dem Fahrplan verschwinden. Als Ersatz für die modernen ICE-Schnellzüge werden gleich schnelle Intercity-Züge eingesetzt. Das Land hatte nach Bekanntwerden der Pläne angekündigt, für die ICE-Anbindung Magdeburgs kämpfen zu wollen. Die Landeshauptstadt war Ende der 90er-Jahre ein wichtiger Knoten der Schnellzüge in der Mitte Deutschlands.
Höhere Preise im Nah- und Fernverkehr
Nach Angaben der Bahn steigen mit dem Fahrplanwechsel die Fahrpreise um durchschnittlich 2,8 Prozent. Als Grund gab das Unternehmen gestiegene Energiepreise an. Kritiker halten dagegen, dass die Bahn von einem sinkenden Großhandelspreis beim Strom profitiere.
Ausgenommen von den Fahrpreiserhöhungen sind Bahnfahrten innerhalb des Verkehrsverbunds "marego" in der Region Magdeburg und innerhalb des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds MDV im Süden Sachsen-Anhalts. Auch die Preise für das landesweit gültige Hopper-Ticket sowie für die Spar-Tickets der Bahn sollen gleich bleiben. Teurer werden hingegen das Sachsen-Anhalt-Ticket, das Schönes-Wochenende-Ticket, das Quer-durchs-Land-Ticket sowie die Wochen- und Monatskarten.
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