In einem Studio sitzen drei Frauen und drei Männer um einen Tisch herum.
Die Flüchtlingspolitik stand am Montag im Mittelpunkt von "FAKT IST!" aus Magdeburg. Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

"FAKT IST!" aus Magdeburg "Integration ist keine Einbahnstraße"

"Wir schaffen das" oder "Wir schaffen das nicht". Bei "FAKT IST!" ging es am Montag um die Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Die Runde war sich nicht einig, ob Kanzlerin Merkel mit ihrem Satz von 2015 Recht hatte.

In einem Studio sitzen drei Frauen und drei Männer um einen Tisch herum.
Die Flüchtlingspolitik stand am Montag im Mittelpunkt von "FAKT IST!" aus Magdeburg. Bildrechte: MDR/Fabian Frenzel

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sieht Deutschland bei der Integration von Flüchtlingen auf einem guten Weg. Trümper sagte am Montag bei "FAKT IST!" aus Magdeburg, die Integration funktioniere schon ganz gut. In Magdeburg würden viele Menschen dabei helfen, Flüchtlingen eine Perspektive zu geben.

Lutz Trümper
Lutz Trümper sieht Erfolge bei der Integration. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Probleme mit Flüchtlingen gebe es in Magdeburg kaum, so Trümper. Fast alle Flüchtlinge und Asylbewerber würden sich an die Regeln und Vorschriften halten. "Mit den Flüchtlingen haben wir relativ wenig Probleme aktuell. Da gibt es den einen oder anderen, der mal auffällt, der mal kriminell wird, der am Hasselbachplatz mal ein Messer zückt. Mit der großen Gruppe der Syrer haben wir wenig Probleme."

Ein Problem sei höchstens, dass Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern aus verschiedenen Gründen nicht funktionierten.

Migrationsbeauftragte für Integration

Monika Schwenke, die sich im Bistum Magdeburg um Migration kümmert, sagte bei "FAKT IST!" Integration sei keine Einbahnstraße. Die Gesellschaft dürfe nicht nur fordern, sondern müsse sich aktiv an der Integration beteiligen. Die größten Erfolge gebe es immer dann, wenn sich Bürger einmischten und zum Beispiel Arbeitsplätze anböten.

Buchautorin: "Wir schaffen das nicht"

Katja Schneidt
Katja Schneidt hat ein Buch mit dem Titel "Wir schaffen das nicht" geschrieben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Autorin Katja Schneidt meinte, sie sehe beim Thema Integration viele Probleme. In den meisten Städten hätten sich Parallelgesellschaften gebildet. Es werde auch nie ausgesprochen, was es genau heiße, dass "wir es schaffen".

Eine dauerhafte Integration der meisten Flüchtlinge halte sie nicht für möglich.

CDU-Politiker für Abschiebungen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Tino Sorge forderte, abgelehnte Asylbewerber schneller abzuschieben. Damit könne sich die Gesellschaft stärker um wirklich Bedürftige kümmern. In den Herkunftsländern müsse stärker erklärt werden, wer in Deutschland bleiben könne und wer nicht.

Gleichzeitig gebe es kein anderes Land, dass solch eine Leistung für Flüchtlinge erbracht habe wie Deutschland.

Widerspruch von Flüchtling

Der albanisch-stämmige Unternehmer Shpetim Alaj sagte in der Sendung, er habe viel Glück gehabt und Menschen getroffen, die ihm bei der Integration geholfen hätten. Ihn störe, dass eine Minderheit von Flüchtlingen kriminell sei und das Gesamtbild negativ präge.

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Dieses Thema im Programm: FAKT IST! | 28.08.2017 | 22:05 Uhr

Quelle: MDR/ru

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2017, 09:47 Uhr

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66 Kommentare

04.09.2017 09:07 Bingo 66

Ich höre immer das Wort Integrataion, ich dachte diese Menschen (Asylsuchende) genießen solange Schutz, wie in ihren Ländern Krieg herrscht und kehren nach Kriegsende in ihre Heimatländer zurück ???? Da habe ich sicher was falsch verstanden.

31.08.2017 10:46 Mediator an Phrasenhasser (60) 65

Gegen dein dickes Bauchgefühl kommt man mit Argumenten nicht wirklich an. Die Fakten jedoch sind, dass von mehreren huntertausenden Balkanflüchtlingen der 90er Jahre lediglich 20.000 in Deutschland geblieben sind. Das kannst du in den Statistiken des BMI aus dem Jahr 2003 nachlesen.

Dass Organisierte Kriminalität oft ethnisch abgeschottet agiert ist bekannt. Dadurch soll eine Infiltrierung verhindert werden. Dass es solche Strukturen gibt, dass hat jedoch nichts mit Flüchtlingsbewegungen zu tun.

Im Bereich der OK sind russische, polnische, italienische, litauische, türkische Etnien, neben Deutschen und Jugoslawen prägend. Mir ist nicht bewusst, dass wir Flüchtlinge aus ersteren Ländern aufgenommen haben.

Es ist ausgesprochen dumm Österreich als Beispiel für OK aus Jugoslawien zu benennen und so zu tun, als wären die einzigen Menschen mit jugoslawischen Wurzeln die in Österreich leben Flüchtlinge. Die k.und k. Monarchie umfasste immerhin halb Südosteuropa.

31.08.2017 07:44 der_Silvio 64

Gerade habe ich die Schlagzeile vom MDR noch gelesen; "Die Hälfte aller Flüchtlinge in Sachsen hat keinen Schulabschluss."

Und da wird uns vorgegaukelt, wie gut die Integration funktioniert?!?
Klar, daß dann der Artikel selbst nicht gelesen werden kann: "MDR.de - Seite nicht gefunden"
heißt es da.
Integration funktioniert sooo gut...

30.08.2017 19:26 jochen 63

Fakt ist - Ich werde keine Asylanten "integrieren"
Warum? Wir Bürger haben niemanden eingeladen, das war die Merkel. Es gibt keine angeblichen Verpflichtungen für uns Bürger, auch keine moralischen. Ich habe Null Interesse daran, Wirtschaftsasylanten durchzufüttern Es sind alles Hirngespinste der Merkelregierung und von G-Menschen. Das ist allein deren Problem.

30.08.2017 18:52 jackblack 62

Das Problem entsteht, wenn man NICHT abschiebt und die Sozialleistungen kürzt, wie die Leute dann an Geld kommen- da gibt es viele Möglichkeiten, z.B. wie in der Eisenbahnstrasse in Leipzig- tolle Zukunft

30.08.2017 17:25 Theophanu 61

Frauke Garsting 55:
Wenn man WILL, geht es: Der Bewerber wird zum Verkünden des Ergebnisses eingestellt, danach erfolgt sofort die Abschiebung wenn der Bescheid negativ war. So wird es übrigens bei Gerichtsverfahren gemacht.
Ein erster Schritt sollte sein, dass bei abgelehnten Bewerber die Sozialleistungen gestrichen werden.
Ich gebe ihnen in einem Recht: es sind mehr als die vom Innenministerium genannte Zahl 500 T- niemand weiß bis heute, wieviele
Mernschen ins Land gekommen sind. Amri hatte 14 Identitäten.

30.08.2017 15:57 Phrasenhasser 60

Mediator, die Bürgerkriegsflüchtlinge sind also zum größten Teil in ihre Heimat zurück gekehrt? Dazu sind aber längst andere Fakten bekannt geworden, denn ein Teil von kriminellen Banden-Clans basiert auf Migranten aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawiens. Das ist auch in Wien ein Problem geworden, denn Österreich hat damals ebenfalls vielen dieser "Schutzsuchenden" Dauerbleiberecht gewährt. Es gibt dazu übrigens einen spannenden (aber realitätsnahen) britischen Mehrteiler, deswegen gehe ich davon aus, dass ehemalige Jugoslawen dort ebenfalls sesshaft geworden sind.

30.08.2017 15:29 Frauke Garstig 59

@52 Mein lieber Herr, das zuständige Bundesamt für Integration u. Flüchtlingen (BAMF) ist dem Innenministerium unterstellt und somit dem CDU-Innenminister Hr. de Maizière! Sie sollten sich erstmal mit dem Amtsbefugnissen von Fr. Özoğuz beschäftigen, bevor sie hier so rumpoltern!

30.08.2017 12:00 Mediator an albi 58

Ach Albi, statt auf dein düsteres Bauchgefühl verlasse ich mich da auf die Erfahrungen vergangener Asylwellen, die Deutschland bereits erfolgreich gemeistert hat. Die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ex Jugoslawien befinden sich inzwischen zum überwiegenden Teil wieder in ihrer Heimat.

Letztendlich bestimmt ja unser Land wer bleiben darf und wer nicht. Und auch bei den Bürgerkriegsflüchtlingen aus Ex Jugoslawien habe ich bereits die immer gleichen Argumente von Rechtspopulisten gehört. Manche Leute ändern sich halt nie.

30.08.2017 11:09 albi 57

Mediator, Du glaubst wirklich , das die Syrer in ihre Heimat zurückkehren, wenn alles wieder schick ist!! Als erstes , tut mein Bauch immer noch weh vom Lachen deiner Vorhersage!!!!
DU meinst das doch nicht ernst, oder???
Wenn ich mir deine Kommentare aber durchlese, komm ich zu dem Entschluss!! DU meinst es ernst!!!!!