Brennende Barrikade im Schanzenviertel in Hamburg und vermummte Randalierer.
Ausschreitungen in Hamburg beim G20-Gipfel im Juli. (Archivbild) Bildrechte: imago/Pacific Press Agency

Bundesweite Razzia Nach G20-Krawallen: Durchsuchungen in Burg

Nach den Krawallen beim G20-Gipfel im Sommer in Hamburg hat die Polizei nun eine bundesweite Razzia durchgeführt. Am Dienstagmorgen gab es auch Durchsuchungen in Burg bei Magdeburg. Der Einsatz wurde inzwischen beendet.

Brennende Barrikade im Schanzenviertel in Hamburg und vermummte Randalierer.
Ausschreitungen in Hamburg beim G20-Gipfel im Juli. (Archivbild) Bildrechte: imago/Pacific Press Agency

Im Zusammenhang mit den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei am Dienstagmorgen auch Objekte in Sachsen-Anhalt durchsucht. Das bestätigte die Hamburger Polizei MDR SACHSEN-ANHALT. Bei einem Einsatz in Burg bei Magdeburg kam es an zwei Orten zu Durchsuchungen. Festgenommen wurde niemand, der Einsatz ist inzwischen beendet.

Die Durchsuchung fand im Rahmen einer deutschlandweiten Razzia in der linken Szene statt. Wie die Polizei in Hamburg mitteilte, wurden bundesweit 23 Wohnungen durchsucht. Dabei hätten die Ermittler elektronische Speichermedien sichergestellt, darunter 26 Computer, 35 Handys und mehrere USB-Sticks. Die Aktion steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs. Bereits im August war bekannt geworden, dass deshalb gegen zwei Sachsen-Anhalter ermittelt wird.

Insgesamt sollen etwa 40 Sachsen-Anhalter zu den Protestaktionen nach Hamburg gereist sein. Rund um das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg hatte es schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und plünderten Läden.

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Dezember 2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 11:29 Uhr

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19 Kommentare

07.12.2017 14:50 Witwer Bolte 19

Eine seriös arbeitende Wochenzeitung gab folgende Meinung ab: "Die Razzia gegen die linksextreme Szene war nicht mehr als eine Alibi-Veranstaltung zur Einlullung der Bürger. Es mangelt am politischen Willen, dem Linksextremismus in Deutschland endlich den Kampf anzusagen. Statt dessen wird das linksradikale Milieu verhätschelt – auch mit Steuergeldern." Dem schließe ich mich ausdrücklich an!

07.12.2017 06:02 ups 18

@Sandra
Ihre Verharmlosung der Geschehnisse in HH mit extrem hohen materiellen Schäden ist für mich skandalös. Sie sind nicht besser wie die Brandstifter mit rechten Gedankengut.

06.12.2017 20:27 Mediator an alter Ossi(13) 17

Wer Extremismusformen bewerten will, der muss sich auf Fakten abstützen.

Fakten für Sachsen-Anhalt sind laut VS-Bericht 2016:

Anzahl:
1440 Rechtsextremisten / 490 Linksextremisten
Rechts verzeichnet einen hohen Zulauf.

Straftaten: R 1666 (in 1749) / L 281 (230 in 2015)
Gewalttaten: R 149 (109 in 2015) / L 52 (58 in 2015)

Trotz leicht Rückläufiger rechtsextremisischer Straftaten im Vergleich zu 2015 wird die rechte Szene signifikant gewalttätiger. Die Anzahl rechter Gewaltstraftaten nahm um die Zahl 40 ZU. Diese Zunahme alleine erreicht fast die GESAMTZAHL linksextremistischer Gewaltstraftaten.

Fazit: Rechtsextremismus ist was Zahl der Anhänger und den Zuwachs an Mitgliedern sowie Straftaten angeht deutlich stärker in ST präsent. Die Zahl rechter Straftaten ist um den Faktor 6, was Gewaltstraftaten angeht um den Faktor 3 höher als bei Linksextremisten.

Wo würden sie da jetzt als Politiker und Polizist ohne AfD Parteibuch den Schwerpunkt ihrer Maßnahmen sehen?

06.12.2017 19:19 Eulenspiegel 16

Hallo alter Ossi 13
Kommen sie sich da eigentlich nicht komisch vor?
Da werden Fahndungsbilder von einigen linken Gewalttätern veröffentlicht. Sie spekulieren die können ja vielleicht auch auf dem G 20 Gipfel gewesen sein. Und darin sehen sie dann eine Diskrepanz zwischen der Verfolgung rechter wie linker Straftaten. Wollen sie nicht mal langsam mit diesen Kindergartenspielchen aufhören. So kann sie doch keiner für voll nehmen. Ich denke Straftaten werden verfolgt weil es Straftaten sind. Da kommt die Motivation erst an zweiter Stelle.

06.12.2017 18:53 Eulenspiegel 15

Also da gebe ich Sandra Recht.
„Die Polizei ermittelt, sichert Beweise und wird nach und nach etliche Straftäter von Hamburg vor Gericht bringen.“
Und ich finde das ist gut so. Schließlich bin ich auf diese kleine Gruppe von radikalen Krawallmachern und Plünderern nicht gut zu sprechen. Diese keine Gruppe hat es erreicht das über die Tausenden friedlichen Demonstranten gar nicht geschrieben und diskutiert wurde. Die Ziele und Vorstellungen der friedlichen Demonstranten kamen gar nicht zum tragen.

06.12.2017 18:46 Witwer Bolte 14

Eine seriös arbeitende Wochenzeitung gab folgende Meinung ab: "Die Razzia gegen die linksextreme Szene war nicht mehr als eine Alibi-Veranstaltung zur Einlullung der Bürger. Es mangelt am politischen Willen, dem Linksextremismus in Deutschland endlich den Kampf anzusagen. Statt dessen wird das linksradikale Milieu verhätschelt – auch mit Steuergeldern." Dem schließe ich mich ausdrücklich an!

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Beim nächsten Mal freuen wir uns, wenn Sie die direkte Quelle (in diesem Fall ja scheinbar die "Junge Freiheit"?) nennen.

06.12.2017 13:32 alter Ossi 13

An den Mediator. #5

SPD und Grünen sprechen davon, dass der Linksradikalismus nur aufgebauscht wird. Justizminister Maas ist stets im Kampf gegen rechts (öffentlich nicht gegen links). Man gewinnt den Eindruck, dass der Rechtsradikalismus verteufelt wird und der Linksextremismus verharmlost.
Vor einiger Zeit veröffentlichte die Polizei Fahndungsbilder von linken Gewalttätern, deren Ausschreitungen von Connewitz (?) bereits 2 Jahre lang zurück liegen. Später waren sicher einige von denen in Hamburg beim G20-Gipfel dabei.
Kann man davon ausgehen, dass von der Politik und den Medien da nicht der richtige Druck auf die Ermittlungsbehörden ausgeübt wird wie bei der Verfolgung rechter Straftaten?
Ich sehe momentan eine Diskrepanz zwischen der Verfolgung rechter wie linker Straftaten.

05.12.2017 23:26 Sandra 12

Die Polizei ermittelt, sichert Beweise und wird nach und nach etliche Straftäter von Hamburg vor Gericht bringen. Das rechte Gejammer, dass da nichts geschieht nervt mich ziemlich. Solange wir keinen Volksgerichtshof in diesem Land haben braucht es nun einmal Beweise um ein Verfahren einzuleiten und zu einer Verurteilung zu kommen.

Alle die so tun als würde uns der linksextreme Untergang drohen sollten mal einen Gang herunter schalten. Hamburg ist sicher kein singuläres Ereignis. MDR Sachsen hat heute über die Ausschreitungen der Dynamo Dresden Fans berichtet. Die Anhänger eines popeligen Sportvereins haben hier etliche Polizisten monatelang ausser Gefecht gesetzt. Solche Folgen sind laut Senat HH nicht einmal beim G20 Gipfel aufgetreten. Wie wäre es wenn man Gut und Böse nicht entlang politischer Grenzen sondern entlang der Linie gesetzestreuer Bürger / Straftäter auszumachen versucht?

05.12.2017 21:31 Mediator an Florian (6) 11

Lieber Florian, deine steile Behauptung aus Nr. 6 solltest du aber auch belegen können wenn du nicht als erfinder alternativer Fakten dastehen willst. (Das ist übrigens die neue Bezeichnung für Lügner).

Die Bewegung der CDU unter Frau Merkel ging genau so weit nach links, dass man mit der SPD um die in der [bürgerlichen] Mitte befindlichen Bürger bei Wahlen konkurieren konnte. In der Mitte werden Wahlen gewonnen, aber da tummeln sich sicherlich keine Linksextremisten herum.

Vermutlich weist du es nicht besser und bist der Meinung, dass sich links von NPD und AfD nur linksextremistische Gestalten herumtreiben. Lies doch einfach mal ein gutes Buch über unser politisches System. Die Zentrale für politische Bildung schickt dir dazu sogar kostenloses Infomaterial nach Hause zu. Zur Not gibts das auch in einfacher Sprache und mit nicht zu vielen Seiten. Als Einstieg würde das sicher für dich reichen.

05.12.2017 21:18 Mediator an Nr. 9 10

Von welchem Unsinn meinerseits reden sie den bitte?
Überzeugen sie mich doch einfach und erklären mir logisch, warum Polizisten, die ja selbst auch Opfer linksextremistische Straftäter werden, gegen diese angeblich nicht ermitteln.

Gibt es da eine [sicherlich rechtswidrige] schriftliche Dienstanweisung, oder flüstern sich Polizisten diese Regel nur auf dem abhörsicheren Klo von einem Ohr ins andere?

Was ich mir auch schwer erklären kann ist was passiert, wenn die Polizei völlig ahnungslos den Täter ermittelt, Beweise in Händen hält und es stellt sich raus, dass der Täter Linksextremist ist. Schreddern die dann die Akte?

Aber vielleicht fangen wir einmal beim Motiv von Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz oder gar der Politik für solch ein offensichtlich rechtswidriges Gebahren an. Können sie mir erklären, warum CDU Ministerpräsidenten in den verschiedensten Bundesländern so etwas initiieren oder dulden sollten.

Legen sie los! Überzeugen sie mich!