Wulf Gallert, Die Linke, bahnt sich den Weg durch eine Menschenmenge.
Wulf Gallert will nicht wieder als Fraktionschef der Linken antreten. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Linke nach der Landtagswahl Wulf Gallert gibt Fraktionsvorsitz auf

Die Linke hat bei der Landtagswahl erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Nur 16,3 Prozent der Wähler stimmten für die Partei, mehr als sieben Prozentpunkte weniger als 2011. Dabei hatte Spitzenkandidat Wulf Gallert sogar das Ziel, Ministerpräsident zu werden. Das Wahlergebnis hat nun Konsequenzen: Gallert will die Fraktion nicht länger führen. Der Finanzpolitiker Swen Knöchel soll sein Nachfolger werden.

Wulf Gallert, Die Linke, bahnt sich den Weg durch eine Menschenmenge.
Wulf Gallert will nicht wieder als Fraktionschef der Linken antreten. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Nach der Landtagswahl gibt es bei der Linken erste personelle Konsequenzen. Fraktionsvorsitzender Wulf Gallert gibt sein Amt auf. Das gab er am Tag nach der Landtagswahl am Montagabend am Rande einer Versammlung des Landesvorstandes in Magdeburg bekannt. Der Politiker sagte, er werde nicht mehr kandidieren. Zwölf Jahre an der Spitze der Fraktion seien genug. Die Partei und die Fraktion bräuchten neue Ideen und neue Gesichter. Der Vorstand empfahl der Fraktion nach Angaben von Landesparteichefin Birke Bull den bisherigen finanzpolitischen Sprecher Swen Knöchel als Nachfolger.

Schlechtes Wahlergebnis

Gallert übernimmt die Verantwortung für das Abschneiden der Linken bei der Landtagswahl. Die Partei blieb mit 16,3 Prozent der Stimmen deutlich unter ihren Erwartungen. Das Ergebnis sei eine klare Niederlage und liege deutlich hinter dem, was die Linke erwartet habe, sagte Gallert MDR SACHSEN-ANHALT. Wenn seine Partei gewusst hätte, wie die Wahl ausgehen würde, wäre sie anders in den Wahlkampf gegangen. Offenbar hätten viele Wähler aber einfache Feindbilder gesucht, wie sie die AfD liefere.

Der Wahlausgang sei für ihn und seine Partei aber Anlass, sich selbt zu hinterfragen, kündigte Gallert an. Man müsse in Zukunft viele Dinge besser machen.

Vor der Wahl hatte Wulf Gallert für einen Regierungswechsel in Sachsen-Anhalt geworben und auf eine Koalition mit SPD und Grünen gesetzt. Er war zum dritten Mal als Spitzenkandidat der Linken angetreten. Gallert kündigte an, dass er sich nun um das Amt des Landtagsvizepräsidenten bewerben wolle.

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2016, 18:48 Uhr

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22 Kommentare

15.03.2016 21:43 Musterdemokrat 22

Keine Sorge. Weder Gallert noch Budde werden "unserer" parlamentarischen Demokratie verloren gehen - sie stellen sich einfach hinten wieder an.

15.03.2016 13:26 Kerstin Olboeter 21

Es ist kein Wunder das die Linke keine Wähler mehr hat wenn sie noch mehr Mitglieder von der Sorte eines [....] in der Partei duldet ..
[Löschung aus persönlichkeitsrechtl. Gründen - genannte Person steht mit dem Artikel in keinem Zusammenhang. - MDR.DE_Red.]

15.03.2016 12:29 Ex-Ossi 20

Die Linken in Sachsen-Anhalt haben - im Gegensatz zu Frau Wagenknecht - Haltung beweisen - dafür meinen Respekt.

15.03.2016 10:59 W.Merseburger 19

Der Absturz der Linken war programmiert. Und zwar nicht so sehr bei den Landespolitkern sondern bei den Vortänzern in Berlin. Diese linke [...] hat es sich bequem gemacht an den Futtertrögen im Parlament. Sollte Herr Seehofer in München die Koalition platzen lassen, [...]. [Eine Beleldigung und eine unbelegte Tatsachenbehauptung entfernt - MDR.DE_Red.]

15.03.2016 09:34 zuschauer 18

@13 Die SED-Schwärmer hat doch die AFD aufgesammelt in puncto inner Sicherheit, Grenzzäune und militanter Gehorsamserziehung! Der gesäte und gepredigte DDR-Atheismus zeigt doch jetzt seine volle Entfaltung . Die CDU ist ebenso die konservative bürgerliche Nachfolgepartei, die die einstigen Protestwähler der NSDAP zu großen Teilen aufgenommen hat und trotzdem werden ihnen humanistische Tendenzen nachgeredet.

15.03.2016 08:49 Ekkehard Kohfeld 17

@ Hans 9.Es ist ein beachtlich großer Teil von entschiedenen Antidemokraten, die sich gegen "das System" insgesamt richten und eine autoritäre, rechtsgerichtete Diktatur befürworten.##Das ist nicht richtig,sonst könnte man doch das was wir jetzt schon haben,behalten,o.k die Seiten sind nur vertauscht
aber [...] sind wir doch schon.Da trifft doch schon eine Frau alleine Entscheidungen gegen und über das das eigene Volk hinweg.Also für eine [...] braucht man die AFD nicht.
[Löschungen aus rechtl. Gründen - MDR.DE_Red.]

15.03.2016 06:52 moe 16

@#11 wissen sie was wirklich gefährlich ist? Erwachsene mündige Bürger, die jeden vorgekauten Quatsch glauben der ihnen von Medien und der Regierung, [...], glauben. Das ist im 21.Jahrhundert tatsächlich was gefährliches.
[Unbelegte Tatsachenbehauptung aus rechtl. Gründen entfernt - MDR.DE_Red.]

15.03.2016 04:57 Patrick 15

@Karl
Ich habe aus Protest ebenfalls die AFD gewählt in Sachsen Anhalt, das aber nicht weil die Gut sind sondern damit die Regierung nicht mehr am Volk vorbei Regiert. Anders verstehen die Polit [...] das nicht, leider fährt Frau Merkel [...] weiter ihre Asylschiene, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Das zeugt von erheblicher Arroganz und hat nichts mehr mit Demokratie zu tun.
Im übrigen sind Erdfarben der neue Trend, nicht nur in Sachsen Anhalt. Das hat aber keineswegs etwas mit Rechts zu tun! Ist aber immer schön einfach gleich die Nazikeule heraus zu holen.
[Eine abwertende Formulierung und eine unbelegte Behauptung aus rechtl. Gründen entfernt - MDR.DE_Red.]

15.03.2016 01:34 bunny 14

Herr Gallert sollte sich nichts vorwerfen,
im Gegenteil, ich hatte die Linken vorher sogar bei nur 10 % gesehen.
Ich sehe die Ursachen für den Stimmenverlust woanders als bei den Themen.
Ein Großteil der Wähler, die bisher die Linke gewählt haben, waren Protestwähler,
die die Nase voll hatten von Amigo, Dienstagen und Stendal/Wolmirstedt/Dessau-Klüngel.
Diese Wähler sind nun als Protestwähler zur AfD abgewandert. Nicht zu vergessen
der "biologisch" bedingte Wählerabgang, der sich weiter fortsetzen wird.
Über kurz oder lang wird die Linke bei den Ergebnissen landen, die sie auch in den
alten Bundesländern erzielt.

14.03.2016 00:05 Detlef wend 13

Die Linke sollte man als Partei ernst nehmen und ob sie gebraucht wird, das entscheidet der Wähler. Aber die Nachfolgepartei der SED bleibt sie für den Rest ihrer Geschichte. Wer das verneint leidet offensichtlich an Gedächtnisschwund und sollte mal den Arzt aufsuchen.