Sachsen-Anhalt

Glaswerk Gardelegen : Gute Entwicklung nach der Insolvenz

Das Gardelegener Glaswerk kann nach der Rettung durch einen indischen Investor auf eine gute Geschäftsentwicklung zurückblicken. Geschäftsführer Wolfram Seidensticker sagte dem MDR, dass das erste Jahr nach der Insolvenz mit schwarzen Zahlen abgeschlossen wird.

Produktion soll weiter ausgebaut werden

Glasproduktion in der Agenda Glas AG
40 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in den Produktionsausbau investiert werden.

Durch die gute Entwicklung seien auch die rund 160 Arbeitsplätze weiterhin gesichert, sagte Seidensticker weiter. Hinzu kommt, dass die indische Eigentümerfamilie Somany in den kommenden Jahren rund 40 Millionen Euro in den weiteren Produktionsausbau investieren will. Zuvor soll die Produktion aber bereits durch eine Optimierung der Arbeitsabläufe gesteigert werden. Die tägliche Kapazität soll damit von 340 Tonnen Glas auf 470 Tonnen anwachsen.

Dabei profitiert das Werk in Gardelegen laut Seidensticker auch von seiner guten Lage. Aus dem nur 40 Kilometer entfernten Weferlingen kommt der wichtige eisenfreie Quarzsand zur Herstellung glasklarer Produkte. Soda bezieht das Glaswerk Gardelegen aus dem 90 Kilometer entfernten Staßfurt. Im Oktober hatten 800.000 Flaschen für Säfte, Soßen oder Spirituosen in 55 verschiedenen Formen das Werk in Gardelegen verlassen. Mehr als drei Viertel davon bleiben in Deutschland. Exportiert werden die Flaschen aber auch nach Frankreich, Österreich, die Niederlande und nach Skandinavien.

Seit 2011 unter indischer Führung

Die Altmärker Oliver Schulz (l) und Christian Krziwhnie (r) arbeiten am Mittwoch (18.05.2011) gemeinsam mit dem Inder Karisma Kapoor (M) an einer Taktstraße für Flaschen der Agenda Glas AG in Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel).
Die indische HNG-Gruppe übernahm im August 2011 das Glaswerk in Gardelegen.

Die Agenda Glas AG hatte im Februar 2010 die Produktion aufgenommen. Sie war von Managern aus der Glasindustrie gegründet worden, die sich selbstständig machen wollten. Die rund 50 Millionen Euro Investitionen in eine der modernsten Glashütten in Europa wurden zu großen Teilen durch staatliche Förderung und Kredite aufgebracht. Der Jahresumsatz blieb jedoch mit rund 10 Millionen Euro weit unter den Planungen. Im Februar 2011 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Seit August 2011 ist die Hindusthan National Glass Industries Ltd. (HNG) aus Indien Eigentümerin des Werkes.

Die HNG-Gruppe mit Sitz in Kolkata wurde 1946 von C. K. Somany gegründet. Das Unternehmen ist an der Bombay Stock Exchange, der National Stock Exchange und Calcutta Stock Exchange gelistet. Der Börsenwert liegt bei rund 350 Millionen Euro. Produktionsstätten befinden sich in sechs verschiedenen Zentren Indiens. Dort werden insgesamt 11 Öfen und 44 Produktionslinien betrieben und hat einen Marktanteil von 55 Prozent bei Glasverpackungen.

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2012, 16:17 Uhr

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