Sachsen-Anhalt

60. Jahrestag : Sachsen-Anhalt gedenkt Vertreibung aus Grenzgebiet

Mit einer Gedenkveranstaltung hat Sachsen-Anhalt am Sonnabend in Hötensleben an den 60. Jahrestag der Zwangsaussiedlungen aus dem innerdeutschen Grenzgebiet erinnert.

Am 26. Mai 1952 hatte der Ministerrat der DDR die Aussiedlungen auf Anordnung der Sowjetunion beschlossen. Unter dem Decknamen "Aktion Ungeziefer" wurden auf Anweisung der SED mehr als 8.000 politisch Missliebige und deren Familien aus der Sperrzone in andere Regionen der DDR deportiert.

Ministerpräsident Reiner Haseloff sprach auf der Gedenkveranstaltung von einem dunklen und bislang weitgehend unbekannten Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte. Das Datum müsse viel stärker präsent sein, "denn mit diesem Tag begann die gewaltsame Zertrennung Deutschlands, die für viele Menschen tödlich endete", sagte der Regierungschef.

Gedenkstättenleiter fordert Opferrente

Der Leiter der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, Sascha Möbius, sprach sich dafür aus, auch den Zwangsausgesiedelten aus dem damaligen DDR-Grenzgebiet eine Opferrente zu zahlen. Bei MDR INFO begründete er seine Forderung damit, dass die Menschen oft bei Nacht aus dem Haus geholt und ohne Angabe des Ziels ins Landesinnere der DDR deportiert worden seien. Noch heute seien viele Betroffene traumatisiert. "Sie haben ihre Heimat verloren, sie haben ihren Besitz verloren und mussten oft jahrelang nach 1989 und nicht immer mit Erfolg um die Rückgabe ihres Besitzes kämpfen", betonte Möbius.

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2012, 08:48 Uhr

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