Sachsen-Anhalt

Wettbewerb für Schüler : Harzkreis schreibt Gleim-Literaturpreis aus

Der Landkreis Harz hat wieder seinen renommierten Schüler-Literaturpreis zu Ehren des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim ausgeschrieben. Wie die Stadt Halberstadt auf ihrer Internetseite mitteilte, können bis zum 13. Februar Gedichte, Geschichten oder Briefe eingereicht werden. Inspiration für den Wettbewerb soll ein Vers Gleims sein: "Wer eines Menschen Freude stört, der Mensch ist keiner Freude wehrt."

Fast 90 Teilnehmer im Vorjahr

Mitmachen können Schüler ab der 5. Klasse. Wettbewerbsbeiträge können auch Kurzfilme oder Hörspiele sein. In diesen Fällen werde die Jury auch das Drehbuch bewerten, hieß es. Der Gleim-Literaturpreis ist mit Geld- und Sachpreisen dotiert. Er soll am 16. März 2013 verliehen werden. Im Vorjahr hatten 87 Schüler um den Gleim-Preis gewetteifert. Seit 1996 wird mit dem Wettbewerb an den großen Literaten der Aufklärung erinnert, dessen Leben auf das engste mit der Harz-Region verbunden ist. Der 1719 in Ermsleben am Nordostrand des Harzes geborene Gleim wirkte von 1747 bis zu seinem Tode 1803 in Halberstadt.

Verehrer Friedrichs des Großen

Zuvor hatte der studierte Jurist seit 1740 als Hauslehrer in Potsdam  und von 1744 bis 1745 - während des Zweiten Schlesischen Krieges Friedrichs II. gegen Österreich - als Sekretär des Prinzen Wilhelm von Brandenburg-Schwedt gearbeitet. Gleim gilt als großer Verehrer des Preußenkönigs, den er als Repräsentant der Aufklärung und als Kriegsheld idolisierte. Nicht für umsonst gehören die "Preußischen Kriegslieder in den Feldzügen 1756 und 1757 von einem Grenadier", die Gleim zu Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) schrieb, zu seinen bekanntesten Dichtungen. Hier gilt er als ein Vorläufer der deutschen politischen Lyrik.

Vater des Halberstädter Dichterkreises

Nach einem kurzen Intermezzo als Sekretär Fürst Leopolds von Anhalt Dessau und als Privatlehrer in Berlin kam Gleim 1747 als Domsekretär nach Halberstadt. Ende der 60er-Jahre des 18. Jahrhunderts gründete er dort als "Vater Gleim" den Halberstädter Dichterkreis, einen Bund junger Literaten. Gleim starb 1803, im Alter von 84 Jahren, in seinem Halberstädter Wohnhaus hinter dem Halberstädter Dom, dem heutigen Gleimhaus. 1862 wurden hier die Sammlungen des Dichters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bekannt ist das Gleimhaus vor allem wegen Gleims "Freundschaftstempels", einer Porträtgalerie seiner Freunde und Zeitgenossen wie Klopstock, Mendelssohn und Herder.

Zuletzt aktualisiert: 26. Dezember 2012, 17:28 Uhr

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