Sachsen-Anhalt

Händel-Haus zeigt Jahresausstellung : Händel als Staatskomponist?

Der gebürtige Hallenser Georg Friedrich Händel gilt als einer der bedeutendsten europäischen Barockmusiker. In seiner Heimatstadt Halle eröffnet pünktlich zum Geburtstag des Komponisten eine Jahresausstellung. Bis zum 26. Januar 2014 widmet sich die Schau der Frage, inwiefern Händel und seine Musik für politische Zwecke instrumentalisiert worden sind.

Zahlreiche Dokumente, Noten, Filme und Hörbeispiele belegen den Umgang mit Händels Werk während der NS-Dikatur und der DDR-Zeit.

Hat Händel für die Mächtigen komponiert? Wurden seine Stücke in der NS-Zeit aufgeführt? Und welches Bild hatte man von dem Komponisten in der DDR? Diesen Fragen geht vom 23. Februar an die neue Jahresausstellung "Händel als Staatskomponist? Musik und Politik zu Lebzeiten des Komponisten und in den deutschen Diktaturen" im Händel-Haus in Halle nach.

Laut dem Direktor der Stiftung Händel-Haus, Clemens Birnbaum, ist das Verhältnis von Macht, Musik und Politik ist ein umfassendes Thema. Zahlreiche Dokumente, Noten, Filme und Hörbeispiele belegten daher in vier Räumen den Umgang mit Händels Werk während der NS-Diktatur und der DDR-Zeit. Dem gegenüber stehe das Wirken des Barockkomponisten zu Lebzeiten.

Jahresausstellung vom 23.02.2013-26.01.2014: Bilder aus der Schau "Händel als Staatskomponist?"

 Besucher stehen in der Jahresausstellung im Händel-Haus in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) Händel-Noten aus der NS-Zeit im Händel-Haus in Halle/Saale. Dokumente aus der NS-Zeit liegen im Händel-Haus in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt)

Wie Mitkuratorin Juliane Riepe erklärte, wirkt Musik stark und sehr emotional. Herrschende hätten Künste daher gern für ihre Zwecke missbraucht. Dokumente aus dem 18. Jahrhundert zeigten etwa, dass Händels Musik schon zu seinen Lebzeiten politische Funktionen erfüllte. In den beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts sei dies fortgesetzt worden. "In der NS-Zeit wurde er wie schon Wagner instrumentalisiert - nur war er nicht so rangwichtig", sagte Riepe.

Händel als Aufklärer und nordisches Vorbild

Flyer für die Ausstellung "H#ndel als Staatskomponist?" in Halle.
Flyer zur Ausstellung "Händel als Staatskomponist?"

Die Schau bietet Besuchern im wörtlichen Sinne die Möglichkeit, die Schubladen zu öffnen, in die der Barockkomponist gesteckt wurde. Riepe zufolge galt der Komponist in der DDR zum Beispiel als "Aufklärer". Damit habe das Regime davon abgelenkt, dass Händel in einem absolutistischen Staat aufwuchs. Die NS-Propaganda feierte ihn hingegen als nordisches Vorbild. Ein Notenbuch belegt sogar, dass jüdische Vokabeln wie im Titel "Judas Maccabaeus" in "Der Feldherr" umgeändert wurden.

Georg Friedrich Händel (1685-1759) gilt als einer der bedeutendsten europäischen Barockmusiker. Der in Halle geborene Komponist verbrachte den größten Teil seines Lebens in London, wo er 1759 auch starb. Die Ausstellung zur Rezeption seines Werkes während seiner Lebzeit und in den Diktaturen endet am 26. Januar 2014.

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2013, 16:42 Uhr

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