Auf einem Smartphone-Bildschirm ist eine Hakenkreuz-Schmiererei zu sehen.
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

In der Nacht zu Pfingstsonntag Gehwege und Hauswände in Bismark mit Hakenkreuzen beschmiert

Auf einem Smartphone-Bildschirm ist eine Hakenkreuz-Schmiererei zu sehen.
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

In Bismark im Landkreis Stendal haben Unbekannte Hauswände und Gehwege mit Hakenkreuzen besprüht. Das hat die Polizei mitgeteilt. Demnach wurden die Schmierereien bereits in der Nacht zu Pfingstsonntag aufgesprüht.

Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass neben Gehwegen und Hauswänden auch Privatgrundstücke mit den verfassungsfeindlichen Symbolen besprüht wurden. Aktuell seien drei Tatorte bekannt: die Stendaler Straße, die Holzhausener Straße und die Döllnitzer Straße. Die Ermittler schließen einen politischen Hintergrund zum aktuellen Zeitpunkt nicht aus.

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT richteten sich die Schmierereien gezielt gegen Menschen, die sich in Bismark für Flüchtlinge einsetzen. So sind unter anderem Bismarks Ortsbürgermeister Eduard Stapel (Bündnis 90/Die Grünen) und seine Stellvertreterin Ruth Rothe (LINKE) Adressaten der Hassparolen.

In einer ersten Reaktion beim Kurznachrichtendienst Twitter solidarisierte sich Landtagsabgeordneter Sebastian Striegel (Bündnis 90/Die Grünen) mit den Betroffenen. Auch Andreas Steppuhn, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, verurteilte die Schmierereien. Gegen derartige Parolen müsse mit der ganzen Härte der Gesetze vorgegangen werden, schrieb Steppuhn auf Twitter. Wer Flüchtlingen helfe, habe Solidarität verdient.

Hakenkreuz-Schmierereien in Bismark im Kreis Stendal

In Bismark im Landkreis Stendal haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag Hakenkreuze auf Gehwege und Gebäude gesprüht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Eine Hauswand wurde mit einem Hakenkreuz besprüht.
In Bismark im Landkreis Stendal sind in der Nacht zu Pfingstsonntag Gehwege und Häuserwände mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Eine Hauswand wurde mit einem Hakenkreuz besprüht.
In Bismark im Landkreis Stendal sind in der Nacht zu Pfingstsonntag Gehwege und Häuserwände mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Ein Mann streicht mit Farbe über ein aufgesprühtes Hakenkreuz.
Die unbekannten Täter ließen dabei auch Privatgrundstücke nicht aus. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Auf einer Mauer ist eine Aufschrift aufgesprüht.
Auch diese Wand wurde beschmiert. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Um den Hals einer Statue hängt ein Schild mit rassistischen Äußerungen.
Auf dem Schild, das diese Statue um den Hals gehängt bekam, hetzen die Absender gegen Bismarks Ortsbürgermeister Eduard Stapel und seine Stellvertreterin Ruth Rothe. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT ist dieses Schild allerdings schon älter und nicht Teil der jüngsten Schmierereien in der Nacht zu Pfingstsonntag. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Auf einer Mauer ist eine Aufschrift aufgesprüht.
Auch diese Mauer wurde Opfer der Schmierereien. Dort war die Aufschrift "Refugees go home", also Flüchtlinge geht heim, zu lesen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Auf einer Mauer sind die Reste eines aufgesprühten Hakenkreuzes zu sehen.
Die Polizei schließt zum aktuellen Zeitpunkt der Ermittlungen einen politischen Hintergrund nicht aus. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand, auf dem das Bild einer Hakenkreuz-Schmiererei zu sehen ist.
Ruth Rothe, stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Bismark, ist eine Adressatin der Hassbotschaften. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
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Die "Identitäre Bewegung", ein Zusammenschluss von völkisch denkenden Rechten und Rechtsextremen, verurteilte die Hassparolen am Montagabend scharf und wies jede Beteiligung daran zurück. Vollgeschmierte Pappschilder mit Aussagen gegen Politiker seien nicht ihr Stil. An einer Statue in Bismark war ein Schild (siehe unten) aufgetaucht, das mit dem Logo der Gruppierung versehen war.

Die Polizei ist jetzt auf der Suche nach Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung der Straftat geben können. Hinweise nimmt die Polizei unter 03931 / 685 291 entgegen.

Um den Hals einer Statue hängt ein Schild mit rassistischen Äußerungen.
Auf dem Schild, das nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT bereits seit längerer Zeit und nicht erst seit den jüngsten Vorfällen existiert, ist unter anderem das Zeichen der "Identitären Bewegung" zu sehen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2016, 20:01 Uhr

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18 Kommentare

18.05.2016 12:36 gw.garbrecht@web.de 18

Svea, diese pauschale Verurteilung aller Ossis als Nazis ist nicht unbedingt hilfreich. Ja, wir haben hier ein ganz massives Problem mit diesen Menschenfeinden und ihrer Ideologie von Vorgestern. Besonders, weil das Problem zum teil bis heute ignoriert und verharmlost wird. Ja, die Kommentare hier können bei jedem halbwegs aufgeklärten Menschen nur Brechreiz verursachen. Trotz allem gibt es auch hier Menschen, die sich gegen die braune Rotze stellen und unter Gefahr von Leib und Leben pratische Solidarität mit den Flüchtlingen hier leisten.

18.05.2016 10:39 Svea 17

was? Es gibt im Osten doch kein Nazi-Problem!! Selbst in Freital ja nicht und nur weil anständige Deutsche Ausländer-Häuser anzünden, sind die ja noch lange keine Rassisten. Hakenkreuze werden wie wir dank den fleißigen Nazi-Verstehern hier wissen, ja auch immer nur von Linken gesprüht, etc. Der Osten hätte all unsere Soli-Kohle mal lieber in Bildung, statt in neue Straßen investieren sollen. Pfui, ihr seid nicht das Volk, ihr seid nicht mal Deutsche!

17.05.2016 19:56 Räudiger Hund 16

#15.: "Täglich stattfindende rechte Übergriffe und Anschläge...." eieieieiei.... Zur Überzeugungskraft fehlt aber noch eine mit Medienmeldungen unterfütterte Liste (gerne auch von MSM)... Zu täglich stattfindenden linken Übergriffen und Anschlägen wäre ich bereit, eine Liste zu fabrizieren, allerdings würde ich dann das "täglich" nicht so offensiv in den Mund nehmen, "wöchentlich" tut es um der lieben Wahrheit willen auch.

17.05.2016 19:17 DariaBukow_HST87@gmx.de 15

Schade, das man angesichts der täglich stattfindenden rechten Übergriffe und Anschläge nicht mehr über diese Dummheit lachen kann. Aber Klar: Antifas sprühen Hakenkreuze und zünden Flüchtlingsheime an, nur um die armen, braven deutschen Nazis zu diskreditieren. Und die "Identitären" machen keinen Unterschied wegen der Herkunft von Menschen und wollen nur ihre völkische Inzest-Suppe bewahren... Glaubt ihr euch den Mist wenigstens selbst?

17.05.2016 06:23 Theadora 14

Uhhh, da hat wohl noch schnell einer das Symbol der Identitären Bewegung darauf gemalt. Blöd nur, dass die "Identitären" überhaupt keinen Unterschied zwischen Schwarz, weiß, Homo oder hetero machen.
Ihnen geht es darum, ein gemeinsames völkisch-kulturelles Erbe für Deutschland zu definieren.
Sieht mir eher nach Antifa-Schmiererei aus.

17.05.2016 02:00 Matthias Becker 13

Ist das jetzt Satire, jedenfalls hat das Schild was künstlerisches. Das hat was.

16.05.2016 01:45 DvD 12

Zu 3. Du meinst sicherlich als Stiere.

16.05.2016 23:16 Gabriel 11

Dass in einem kleinen Dorf Bürger ihren Hass auf die Straße bringen können wie zu Pogromzeiten der Nazis zeigt wie erschreckend groß unsere Gleichgültigkeit geworden ist. Kaum Protest aus Bürgerschaft, kein Widerspruch aus regierender Landes-CDU, um all die AFD-Wähler nicht zu verschrecken. Das ist schlimm.

16.05.2016 20:28 Querdenker 10

Wenn sie denn mal Schmierfinken bekommen, egal ob rechts, links oder religiös, dann fällt die Strafe finde zu moderat aus. Die sollten zusätzlich als Strafe auch anderer Leute Dreck und Schmierereien weg machen müssen in „Sozialstunden“ oder so was. Siehe auch „Urteil nach Nazi-Schmierereien in Salzwedel 24-Jähriger erhält Bewährungsstrafe“ http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/urteil-rechte-schmierereien-salzwedel-100_zc-3cab68a5_zs-e4873e5f.html - - - Solche Schmierereien ist zudem ein Indiz von einem spätpubertierenden Gehirn. Und das ist kein Witz.

16.05.2016 20:12 Extremismus auf beiden Seiten, aber eine ist gut. 9

Wenn es gegen rechts geht, gelten andere Maßstäbe. Die Gewalt gegen AfD-Mitglieder durch Linksextreme hat erschreckende Ausmaße angenommen. Doch eine öffentliche Debatte darüber findet nicht statt. Carsten Hütter saß an einem Dezemberabend gegen neun Uhr mit sechs Parteifreunden in seinem Büro in der Chemnitzer Theaterstraße. Plötzlich gab es eine laute Detonation, die Scheiben splitterten, innen bröckelte der Putz von der Wand. Zwei junge Männer rannten weg. Die Täter hatten einen illegalen Riesenböller vor dem Büro des Landtagsabgeordneten der AfD gezündet, vermutlich aus Tschechien geschmuggelt. Hütter sagt: „Die Detonation war so stark, wenn sie den Böller reingeworfen hätten, dann wäre Schlimmeres passiert.“ Hütters Erfahrungen sind kein Einzelfall. Allein in Sachsen wurden nach Angaben der Sicherheitsbehörden seit Beginn des Jahres 27 Einrichtungen der AfD attackiert. In Brandenburg erlebt die Partei Ähnliches. Doch es bleibt nicht bei Steinwürfen... (FAZ, 16.05.16)