Bernburg
Demonstration gegen NPD-Geschäftsstelle
Mehr als 300 Menschen haben am Freitag auf dem Bernburger Marktplatz gegen die rechtsextreme NPD protestiert.
Mit der Aktion wollten sie ihren Protest zum Ausdruck bringen, dass zusätzlich zur bereits vorhandenen Bundesgeschäftsstelle der Jungen Nationaldemokraten (JN) die NPD-Landesgeschäftsstelle nach Bernburg gezogen ist. Gegen diese Entwicklung wollte das Bernburger Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Rechtsextremismus und Gewalt ein Zeichen setzen.
Innenminister Holger Hövelmann betonte erneut seine Bemühungen für ein Verbot der rechtsextremen NPD. Mit Blick auf die Eröffnung der Geschäftsstelle sagte er, die Stadt Bernburg habe es nicht verdient, sich zu einem Hort der Rechten zu entwickeln. Auch den Tod eines Jugendlichen, der im August Opfer eines Rechten geworden sein soll, rief der Minister in Erinnerung. Hövelmann betonte, es sei gut, dass die Demokraten in der Überzahl seien. Vor der Geschäftsstelle hatten Anhänger der rechten Szene Plakate enthüllt. Der SPD-Politiker bezeichnete sie als "verlorenen Haufen" und rief ihnen zu: "Euch braucht niemand in Bernburg und auch in Sachsen-Anhalt sonst nicht."
Geschenkband als Zeichen für bunte Weihnacht
Oberbürgermeister Henry Schütze nannte seine Stadt "gastfreundlich, tolerant und weltoffen". Er rief die junge Generation auf, nicht den rechten Demagogen nachzulaufen. Mit einem langen Band aus Geschenkbändern als Zeichen für das Bündnis gegen Rechts und für ein buntes Weihnachtsfest postierten sich die Demonstranten auf dem Marktplatz. Auf einem überdimensionalen Plakat war die Aufschrift "Kein Platz für Nazis, nirgendwo" zu lesen. Im kommenden Jahr soll das Transparant jeweils für sechs Wochen an unterschiedlichen Häusern in Bernburg angebracht werden.
Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2008, 17:13 Uhr
