"Vielfalt statt Einfalt"

Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Halle

Rund 400 Menschen haben am Sonnabend in Halle friedlich gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert. Die von der Initiative für Zivilcourage organisierte Protestaktion unter dem Motto "Vielfalt statt Einfalt" richtete sich gegen eine Demonstration der NPD-Nachwuchsorganisation "Junge Nationaldemokraten". Etwa 250 Rechtsextreme hatten den 20. Jahrestag des Mauerfalls zum Anlass genommen, um durch die Stadt zu marschieren.

Neonazi-Aufmarsch in Halle Saale mit einem blau-weißen Transparent auf dem "Wir sind das Volk" steht
Unter der Wende-Parole "Wir sind das Volk" zogen rund 250 Neonazis durch Halle ...

Keine größeren Zwischenfälle

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 1.100 Beamten vor Ort, um Rechtsradikale und Gegendemonstranten voneinander zu trennen und Zwischenfälle zu verhindern. Nach Polizeiangaben gab es keine größeren Ausschreitungen. Vereinzelt wurden Eier und Farbbeutel auf die NPD-Anhänger geworfen. Zudem hatten am frühen Morgen Unbekannte brennende Gegenstände auf die Gleise einer S-Bahn-Strecke geworfen. Es kam zu Verzögerungen im Fahrplan. Auch im Straßenverkehr gab es Einschränkungen.

Breites Bündnis gegen Rechts

Zu den Protesten gegen den Aufmarsch der Rechtsradikalen hatte ein breites Bürger-Bündnis aus mehr als 50 Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen aufgerufen. Das Bündnis wollte nach eigenen Angaben gegen den rechtsextremen Geschichtsmissbrauch vorgehen und die Demokratie "entschlossen, fantasievoll und gewaltfrei" verteidigen.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann hatte im Vorfeld appelliert, friedlich gegen den Aufmarsch zu protestieren. "Jetzt ist es Zeit, Gesicht zu zeigen für die Demokratie, und den Neonazis nicht die Straße zu überlassen", sagte Hövelmann. Die Neonazis stünden für ein Zurück zu Gewaltherrschaft, Völkermord und Krieg.

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2009, 22:16 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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