Farbspuren an einer Hauswand
Erneut wurde das von der "Identitären Bewegung" genutzte Haus in der Adam-Kuckoff-Straße 16 in Halle angegriffen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Angriff in Halle Unbekannte attackieren Haus der Identitären Bewegung

In Halle haben unbekannte Täter das umstrittene Hausprojekt der Identitären Bewegung angegriffen. In der Nacht zum Mittwoch flogen Steine und Mülltonnen brannten. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Für Samstag haben linke Gruppen eine Demo gegen das Hausprojekt angekündigt.

Farbspuren an einer Hauswand
Erneut wurde das von der "Identitären Bewegung" genutzte Haus in der Adam-Kuckoff-Straße 16 in Halle angegriffen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch in Halle ein von Anhängern der Identitären Bewegung genutztes Haus angegriffen. Wie eine Polizeisprecherin MDR SACHSEN-ANHALT am Morgen mitteilte, warfen die Täter kurz vor Mitternacht Steine gegen den Sitz der Gruppierung. Außerdem zündeten sie drei Mülltonnen an und beschmierten die Haustür mit einer stark riechenden Flüssigkeit. Durch die Steinwürfe seien zudem drei parkende Autos beschädigt worden, sagte die Sprecherin.

Staatsschutz ermittelt

Nach der Attacke sind die Täter laut Polizei unerkannt geflüchtet. Bei dem Angriff ist niemand verletzt worden. Wie hoch der entstandene Schaden ist, war zunächst unklar. Die Polizei hat vor Ort Spuren gesichert und ermittelt nun wegen Landfriedensbruch. Auch der Staatsschutz hat seine Arbeit aufgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge gehen die Beamten von einer politisch motivierten Tat aus. Die Identitäre Bewegung wid vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.

Demo am Samstag

Der Steintor-Campus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Das Haus der Identitären befindet sich unmittelbar neben dem neuen Steintor-Campus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am kommenden Samstag planen linke Gruppen eine Demo gegen das Haus der Identitären Bewegung in der Adam-Kuckhoff-Straße 16. Unter dem Motto "Faschos, verpisst euch! Nazizentrum dichtmachen!" ist um 16 Uhr eine Auftaktkundgebung geplant. Danach zieht ein Demonstrationszug durch die Innenstadt und endet am Markt in Halle.

Laut Polizei kommt es aufgrund der Demo zu zusätzlichen Parkverboten und Straßensperrungen. Anwohner rund um das Steintor werden gebeten, darauf zu achten.

Protest wächst

Erst vergangene Woche hatten sich rund 120 Anwohner, Institutionen und Geschäftsinhaber in einem offenen Brief gegen das Hausprojekt in der Nähe vom Steintor-Campus gestellt. In dem Schreiben wurde deutlich, dass die Unterzeichner die Aktivitäten der Identitären ablehnen. So hieß es unter anderem: "Wir wünschen ausdrücklich keine Nachbarschaft mit Ihnen."

Der Brief war eine Antwort auf ein Schreiben, in dem sich die Identitären vorgestellt haben. Darin hieß es, sie wollten eine gute Nachbarschaft pflegen und mit den anderen Anwohnern über das "Tabuthema Masseneinwanderung und Islamisierung" sprechen.

Die Anwohner selbst haben eine Initiative gegründet, die sich gegen das Hausprojekt der Identitären richtet. Der Verein "Miteinander" hatte Ende August ein erstes Treffen organisiert. Etwa 40 Anwohner nahmen daran teil. Ein Großteil der Nachbarn fühlt sich vor allem durch zwei Überwachungskameras eingeschränkt. Diese hatten die Identitären nach einer Farbbeutelattacke auf das Haus angebracht.

Mehr zum Thema:

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Oktober 2017 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2017, 11:54 Uhr

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87 Kommentare

27.10.2017 15:34 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 87

@ 85:
"Wenn jemand dort hinkommt, wo schon jemand ist, kann man doch wohl Integration verlangen. Gell ?"
Das gilt doch wohl bei Leuten, die Menschen wegen Äußerlichkeiten ausgrenzen, eben nur für diese Menschen, die von diesen Leuten ausgegrenzt werden - sich selbst sieht man dann wohl eher als 'systemimmanent' und von jeglicher Integrationspflicht ausgenommen. (Das liest man hier durchaus regelmäßig.)
Man könnte nun auch fragen: sind 1989 die neuen Bundesländer in die Bunte Republik eingetreten, oder ist das Grundgesetz in die neuen Bundesländer gekommen und muß sich nun dort integrieren, anpassen?

Lt. SPON brauchte die 'alte Republik' die 68'er Revolution, um den "Mief" abzuschütteln - 25 Jahre nach Mauerfall will dort vllt. auch nur ein Mief abgeschüttelt werden... wir werden sehen!

27.10.2017 13:59 Jürgen 86

Die meisten Anwohner haben mehr Angst vor den gewaltbereiten Antifanten als vor der IB. Da können Bischoff, Hanel & Co noch soviel erzählen.

27.10.2017 12:15 @27.10.2017 09:23 Ekkehard Kohfeld 85

Wenn jemand dort hinkommt, wo schon jemand ist, kann man doch wohl Integration verlangen. Gell ?

27.10.2017 09:23 Ekkehard Kohfeld 84

Schuster 80@78, Benutzer Die Anwohner, die vor den Identitären schon da waren, werden ganz sicherlich nicht wegziehen. Sondern protestieren und ihre Meinung äußern. Solange sie wollen. Da müssen die Identitären wohl mit leben - oder wegziehen :-D ##Umgekehrt genauso das ist Demokratie und im Sinne des GG oder gilt das nicht mehr oder nur für einige?

26.10.2017 01:13 Stefan 83

@in halle geboren 81: Sie haben recht, die erwarteten Demo-Teilnehmer scheinen teilweise die gleichen zu sein, wie beim kürzlichen G 20-Gipfel in Hamburg..

26.10.2017 22:03 Dr. Ines Pistner 82

Ihr Bericht über den Anschlag auf das Haus der "Idetitären Bewegung" erreichte mich heute früh auf dem Weg zur Arbeit.
Es ist kaum vorstellbar, wie man einen Bericht so konsequent ohne Nennung der mutmaßlichen Täter aus dem linksextremen Spektrum verfassen kann. Stattdessen wurde diese Gewalt gegen "Bedrohung von Studenten an der Universität" seitens der Identitären aufgerechnet. Ist das ein Maßstab, mit dem wir in Deutschland Gewalt rechtfertigen wollen?!? Warum schweigen die Medien zur ausufernden Gewalt von links? Brennende Autos in Leipzig, G20 in Hamburg, verletzte Polizisten dort wie auch in Frankfurt bei der EZB-Eröffnung....
Man stelle sich vor, Rechtsextreme hätten in Halle ein linkes Kulturzentrum angegriffen: wie würde hier - zu Recht! - die Berichterstattung Ross und Reiter nennen!!!

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Über all die genannten Ereignisse haben wir berichtet. Und auch wenn Ihr Verdacht sicher naheliegt: über die Tatverdächtige berichten wir, sobald es dazu offizielle Informationen gibt. Und nicht, weil wir oder Sie irgendwas vermuten.

26.10.2017 20:16 in halle geboren 81

Der Anmelder der Demo soll Östreicher sein,die Heimat des größten Kriegsverbrecher aller Zeiten.Soll hier Geschichte wiederholt werden.Wer hat das Genehmigt .Was soll den Hallenser wieder zugemutet werden.Damals wurde der Heimatlose Herr von den Hallensern von der Pferderennbahn und aus Halle vertrieben. Kein Platz in Halle für Hetzer gegen die Demokratie.

26.10.2017 19:07 Schuster 80

@78, Benutzer:

Die Anwohner, die vor den Identitären schon da waren, werden ganz sicherlich nicht wegziehen. Sondern protestieren und ihre Meinung äußern. Solange sie wollen. Da müssen die Identitären wohl mit leben - oder wegziehen :-D

26.10.2017 18:25 Ekkehard Kohfeld 79

@ Seemann71 60 Franz Josef Strauß Zitate - über Menschen, die Gesellschaft und das Miteinander
„Wer durch Lautstärke oder andere Gewaltanwendung die Abhaltung einer politischen Veranstaltung verhindern will, ist ein Radikaler, ein Extremist und in den Methoden ein Nazi.“ (Franz Josef Strauß als Reaktion auf ein Pfeifkonzert linker Unruhestifter bei einer politischen Kundgebung)##Und ich habe da auch noch einen der auf die linken Hetzer (verkappte Rechte,Nazis) passt wie die Faust aufs Auge.##
IM INTERNET EINE HASSTIRADE ZU POSTEN, IST NOCH KEINE DEMOKRATISCHE DEBATTE. AUCH NICHT DER VERSUCH, SICH ALLEIN MIT GLEICHGESINNTEN ZU UMGEBEN UND SO DAS GEFÜHL VON STÄRKE, JA MEHRHEIT ZU GEWINNEN.
BUNDESPRÄSIDENT JOACHIM GAUCK.

26.10.2017 16:52 Benutzer 78

"Wir wünschen ausdrücklich keine Nachbarschaft mit Ihnen."

dann zieht weg .D