Eine Badewanne steht auf einem Podest in einem Raum.
In dieser Wanne wurde der Rentner gebadet. Er starb etwa eine Woche später an den Folgen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu heißes Badewasser Anklage wegen tödlicher Verbrühungen

Die Staatsanwaltschaft Halle hat Anklage gegen eine Krankenschwester erhoben. Die Frau soll einen Rentner in einem Pflegeheim in Beyernaumburg zu heiß gebadet haben. Der halbseitig gelähmte Mann starb an seinen Verbrühungen.

Eine Badewanne steht auf einem Podest in einem Raum.
In dieser Wanne wurde der Rentner gebadet. Er starb etwa eine Woche später an den Folgen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Fall des tödlich verbrühten Rentners in einem Pflegeheim in Beyernaumburg hat die hallesche Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Das bestätigte ein Sprecher MDR SACHSEN-ANHALT. Einer 50-jährigen Krankenschwester wird fahrlässige Tötung durch Unterlassung vorgeworfen. Sie hatte zusammen mit einer Hilfspflegekraft den halbseitig gelähmten Mann gebadet. Der 79-Jährige starb etwa eine Woche später. Die Obduktion hatte ergeben, dass er seinen schweren Verbrühungen erlegen war.

Ein Schild mit der Aufschrift "Villa Terra" steht vor einem Gebäude.
In diesem Pflegeheim wurde der Rentner zu heiß gebadet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die beiden Pflegerinnen hatten versäumt, wie vorgeschrieben die Wassertemperatur zu prüfen. Außerdem hatten sie den Rentner während des Bades allein gelassen. Er konnte wegen eines Schlaganfalls nicht sprechen und somit keine Hilfe rufen. Als die Pflegerinnen den Vorfall bemerkten, wurde ein Notarzt gerufen. Er ließ den Mann in eine Spezialklinik nach Halle bringen, wo der Pflegebedürftige an den Folgen des zu heißen Badewassers verstarb.

Frauen waren nur kurzzeitig angestellt

Die zweite Frau wird nicht angeklagt. Laut Sprecher der Staatsanwaltschaft wurden die Ermittlungen gegen sie wegen Geringfügigkeit eingestellt, da sie keine Fachkraft ist. Beide Frauen waren im Februar, als sich der Vorfall ereignete, noch nicht lange im Pflegeheim "Villa Terra" in Beyernaumburg. Die ausgebildete Krankenschwester war nach Angaben des Heims seit Dezember 2016 angestellt. Ihre dreimonatige Probezeit wurde nicht verlängert. Die andere Frau hatte erst seit 1. Februar dort gearbeitet. Ihr wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls gekündigt. Der Prozesstermin gegen ihre ehemalige Kollegin steht noch nicht fest.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12.10.2017 | 09:30 Uhr

Quelle: MDR/lk

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 14:46 Uhr

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1 Kommentar

12.10.2017 15:26 Hannchen 1

Ob lange dort oder nicht. Das entschuldigt diese Tat nicht. Und es sind beides Fachkräfte. Jede in ihrem Beruf. Sind einige Ungereimtheiten dabei, die hoffentlich aufgedeckt werden. Auch der dort häufige Personalwechsel gehört dazu.