Ausstellungsobjekte in einer Glasvitrine
Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Sonderausstellung im Zeitzer Schloss Schau über den Vordenker der Ökumene

Julius von Pflug war der letzte katholische Bischof des Bistums Naumburg. Er gilt als der Begründer der Ökumene, der Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen. Ihm wird nun in Zeitz zu Pfingsten eine Sonderausstellung gewidmet.

Ausstellungsobjekte in einer Glasvitrine
Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Die Dom- und Residenzstadt Zeitz feiert in diesem ihr 1050. Jubiläum. Während der Reformationszeit hat Martin Luther dort seine Spuren hinterlassen. Doch auch eine andere interessante Persönlichkeit hat zur selben Zeit in der Stadt gewirkt: der letzte katholische Bischof des Bistums Naumburg, Julius von Pflug. Der Kirchenpolitiker hat sich ausgehend vom Prinzip der Toleranz und des gegenseitigen Respekts stets für die Einheit der Kirche eingesetzt. Bis heute gilt er deswegen als einer der wichtigsten Vordenker der Ökumene, also der Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen. Anlässlich der Lutherdekade widmen ihm die Vereinigten Domstifter gemeinsam mit der Stadt Zeitz eine Sonderschau.

Lebensgroße Wachsfigur als Höhepunkt

Die Ausstellung "Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation" findet im Schloss Moritzburg, im katholischen Dom St. Peter und St. Paul, in der Stiftsbibliothek und in der evangelischen Kirche St. Michael statt.  Höhepunkt der Schau ist eine lebensgroße Wachsfigur des Bischofs. Damit die Besucher hautnah in Pflugs Leben eintauchen können, wurde zudem im Torhaus des Schlosses sein Gelehrtenzimmer wieder hergerichtet – mitsamt seiner einzigartigen Privatbibliothek. Sie soll zu den wertvollsten des Reformationszeitalters gehören. Fast jedes Buch enthält Bemerkungen von Pflug selbst. Eine der unzähligen Kostbarkeiten ist ein im Original erhaltener Thesendruck von Luther.

Neben Julius von Pflug wird auch die Rolle des weltweit ersten evangelischen Bischofs, Nikolaus von Amsdorf, beleuchtet. Zugleich biete die Schau Denkanstöße für die Gestaltung der Ökumene in Gegenwart und Zukunft, heißt es in einer Mitteilung der Vereinigten Domstifter.

Katholische und evangelische Kirchenverterter eröffnen als Schirmherren die Ausstellung am Pfingstsonntag. Auch wenn das Bistum Naumburg nach Pflugs Tod endgültig protestantisch wurde: Der Bischof hätte sich über dieses verbindende Zeichen sicher der Ökumene gefreut.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 31.05.2017 | 19:00 UHR

Quelle: MDR/cw

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 16:05 Uhr