Der Schriftzug
Am Landgericht in Halle wurde das Urteil gegen einen Motorradfahrer gesprochen. Bildrechte: dpa

Motorradfahrer lässt Begleiterin schwer verletzt zurück Bewährungsstrafe nach Unfallflucht

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und versuchter Totschlag lauteten die Vorwürfe gegen einen 34-Jährigen Motorradfahrer aus dem Saalekreis. Jetzt ist vor dem Landgericht in Halle das Urteil gesprochen worden.

Der Schriftzug
Am Landgericht in Halle wurde das Urteil gegen einen Motorradfahrer gesprochen. Bildrechte: dpa

Zwei Jahre Gefängnis - ausgesetzt auf Bewährung: Am Landgericht Halle ist ein 34-Jähriger aus Salzatal verurteilt worden. Der Mann hatte nach einem Motorradunfall im Juli 2015 seine Begleiterin verletzt auf der Straße liegen lassen. Er selbst schob sein Motorrad nach Hause und legte sich schlafen.

Eingeschränkte Handlungsmöglichkeit

Ein Gutachter attestierte dem Motorradfahrer für die Zeit nach dem Unfall zwar volle Einsichtsfähigkeit, aber wegen der eigenen Verletzungen habe er nur eingeschränkt angemessen handeln können. Staatsanwältin und Nebenklägervertreter hatten auf einen versuchten Mord plädiert. Das Gericht folgte dem aber nicht und bewertete die Tat als versuchter Totschlag durch Unterlassen und als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Damit blieb es mit dem Strafmaß in einem Bereich, der zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Von Verletzungen seiner Begleiterin will er nichts bemerkt haben.

Der 34-Jährige gab an, sich relativ wenig erinnern zu können. Er sei zusammen mit seiner Begleiterin auf einer Familienfeier gewesen, man habe zwei, drei Bier getrunken. Dann sei er von der Frau zu der Fahrt mit dem Motorrad überredet worden.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.03.2017 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 15:08 Uhr

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2 Kommentare

20.03.2017 17:51 Wie kann das sein? 2

@20.03.2017 15:29 Richard Rumbold (1 Ein großes "A" und ein kleines "loch")

Ohne jeden Zweifel, wobei man sich das Milieu leicht vorstelen kann. Das Urteil ist auch vor diesem Hintergrund ein deutschlandüblicher schlechter Witz. Mir ist vollkommen unklar, warum man für eine solche Handlung nicht einfährt und für mindestens fünf Jahre den Führerschein verliert. Diese laschen und in Teilen vollkommen lächerlichen und unangemessenen Urteile haben ihren regelmässigen Grund natürlich in der Gesetzeslage. Und die hat ihren Grund im Wirken der Lobby - und das seit Jahrzehnten. Man beachte die Initiative eines gewissen Heiko Mass auf diesem Gebiet - es gibt keine. Das A....... wird also demnächst wieder auf Sachsen-Anhalts Strassen "unterwegs" sein.

20.03.2017 15:29 Richard Rumbold 1

Ein großes "A" und ein kleines "loch"