Region Halle

Gutachten zu Reisefähigkeit : Armenische Familie wird vorerst nicht abgeschoben

Die von Abschiebung bedrohte Familie Kalashyan aus Bernburg muss vorerst nicht ausreisen. Wie der Salzlandkreis am Donnerstag mitteilte, wurde der Rückflugtermin am 5. Februar storniert. Grund seien unterschiedliche ärztliche Gutachten zur Reisefähigkeit der Mutter der Familie. Die Behörde werde nun zunächst eine dritte Beurteilung einholen. Nach MDR-Informationen liegt die Mutter mit einem Trauma im Krankenhaus. Sie hatte unter anderem in der Heimat ein Attentat auf ihren Sohn miterleben müssen.

Welle der Solidarität für Familie Kalashyan

Johannes Lewek, Pfarrer Talstadtgemeinde Bernburg
Pfarrer Lewek will, dass Familie Kalashyan bleibt.

In Bernburg haben sich Hunderte Bürger mit der armenischen Familie solidarisiert. Dem Pfarrer der Talstadtgemeinde Bernburg, Johannes Lewek, zufolge, wurden bereits mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt. Weitere 800 Stimmen hätte eine Online-Petition gebracht. Der Pfarrer zeigte sich enttäuscht, dass die Behörden trotz dieser Solidarität nicht eingelenkt hätten. Innenminister Holger Stahlknecht kündigte am Donnerstag an, die Angelegenheit der Härtefallkommission des Innenministeriums vorzulegen. Diese könnte der nach Gesetzeslage ausreisepflichtigen Familie ein Bleiberecht zusprechen.

Dem Pfarrer zufolge hat sich die achtköpfige Familie in Bernburg gut integriert. Die Kinder seien in Schule und Vereinen besonders engagiert. Der Vater der Familie sagte dem MDR, bei der Rückkehr nach Armenien drohe der Familie der Tod. Nach gewaltsamen Übergriffen war die Familie vor drei Jahren nach Deutschland geflohen.

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2013, 10:33 Uhr

2. Dietrich:
Nerv, Nerv, Nerv!!!
19.01.2013
15:27 Uhr
1. Christa Marten:
Freue mich, daß die Familie vorerst nicht ausreisen muß. Sie haben sich doch gut in Deutschland eingelebt. Unsere Familie kam damals aus Schlesien nach dem Krieg und wurden hier in Magdeburg gut aufgenommen. Man sollte besonders auf die Kinder rücksicht nehmen, denn sie haben ja in Deutschland eine sichere Zukunft. Drücke die Daumen, daß alles gut geht. Christa Marten
18.01.2013
19:17 Uhr

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Jesiden

Die Jesiden sind eine kurdische Volksgruppe mit einer eigenständigen Religion, dem Jesidentum. Man kann nur als Jeside geboren werden, also nicht zum Jesidentum konvertieren. Das jesidische Hauptsiedlungsgebiet ist der Nordirak, wo etwa 550.000 Jesiden leben. Weitere geschätzt 300.000 sollen in Syrien, der Türkei, im Iran sowie in Armenien und Georgien leben. Im 18., 19. und 20. Jahrhundert war es aufgrund von Kriegen, gepaart mit Verfolgung und Unterdrückung, zu Fluchtwellen der Jesiden aus dem Osmanischen Reich gekommen.

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