Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen.
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Leistungszentrum für Chemie und Biosysteme Merkel eröffnet Fraunhofer-Institut in Halle

Mitteldeutschland hat einen neuen Forschungs- und Industrieverbund. Nach Informationen des MDR entsteht in der Region Halle-Leipzig-Bitterfeld für 13 Millionen Euro ein Leistungszentrum für Chemie und Biosysteme. Initiiert wurde es von der Fraunhofer-Gesellschaft. Am Montag haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff das Institut eröffnet.

Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen.
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

In Halle gibt es von nun an ein neues Leistungszentrum für Forschung und Industrie. Am Montag wurde es im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet. Mit dem "Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen" (IMWS) entsteht das erste eigenständige Fraunhofer-Institut in Halle und das zweite in Sachsen-Anhalt.

Merkel sagte bei der Eröffnung, das neue Fraunhofer-Institut spiele eine Schlüsselrolle, um auf Zukunftsmärkten Fuß zu fassen. Die Werkstoffforschung sei in Deutschland jahrelang ein bisschen unterschätzt worden: "Wir haben geradezu eine Revolution in Werkstoffen", so die Bundeskanzlerin. Dabei verwies sie darauf, dass 70 Prozent aller neuen Produkte auf neuen Materialien basierten.

Das IMWS ist seit dem 1. Januar ein eigenständiges Fraunhofer-Institut. Zuvor war es seit 1992 Teil eines Freiburger Standorts. In Halle wird an Lösungen etwa für besonders leichte Karosseriematerialien gearbeitet. In einem neuen Leistungszentrum unter Federführung des IMWS sollen neue Rohstoffquellen fern des Erdöls für die Chemie- und Industriebranche gefunden werden.

Ähnlich wie das "Silicon Valley" in den USA

Der Direktor des Fraunhofer-Instituts, Professor Ralf Wehrsporn, sagte dem MDR, Ziel sei eine bessere Vernetzung der Forschung mit der regionalen Wirtschaft: "Wir wollen zusammen mit der Universität Halle die Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Produkt wieder regional aufbauen." Nachhaltig solle ein Cluster gebildet werden, "sodass wir dann in 15 oder 20 Jahren so etwas wie das Silicon Valley sind", fügte Wehrsporn hinzu. Ziel sei es, eine Wertschöpfungskette vom Rohstoff zum Produkt wieder in der Region zu verankern.

Leopoldina-Präsident Jörg Hacker weist dem Projekt gute Zukunftschancen aus. Es sei gut, dass das Leistungszentrum auf bereits bestehende Strukturen aufsetze. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hofft auf eine Expansion am Wissenschaftsstandort Mitteldeutschland. Er wünscht sich, dass "auch die Universitäten und Hochschulen noch attraktiver werden, wenn es darum geht, dass Studenten ihren Hochschulstandort wählen und aus der ganzen Welt zu uns kommen." 

Wie die Fraunhofer-Gesellschaft mitteilte, werden in das Leistungszentrum für Chemie- und Biosystemtechnik in den nächsten drei Jahren rund 13 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt vom Land Sachsen-Anhalt, der Fraunhofer-Gesellschaft und von Privatunternehmen.

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2016, 20:53 Uhr

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18 Kommentare

27.01.2016 09:25 gondibert 18

Hochmut kommt vor dem Fall, Frau Merkel. An ihrer Reaktion kann man erkennen, dass ihnen die Sorgen und Nöte der Bürger vollkommen egal sind. Ich weiß nicht, in wessen Auftrag sie arbeiten, die Interessen der Bundesbürger vertreten sie jedenfalls nicht.

27.01.2016 08:50 Frank Sommer VT 78 17

Leider habe ich beim "Tippen" auf dem Smartphone eine Zeile doppelt gesendet. Bitte entfernen Sie diese Zeile vor Veröffentlichung. Danke.
Frank Sommer (ehemaliger Student VT 78 in Merseburg).

27.01.2016 01:00 Realist 16

Demokratie hier in D.? Ich sehe nur die Verfolgung, Mundtotmachung
und Verunglimpfung der Menschen, die besorgt über die derzeitigen Zustände in D., ihre Meinung offen äußern. All die Politiker die dieses zu verantworten haben sollten ihre Arroganz gegenüber dem Volk ganz schnell ablegen und sich lieber derer erinnern, welche schon vor ihnen ganz schnell im Abgrund der Geschichte gelandet sind!

26.01.2016 20:20 ossi 15

Warum und vor wem hat das Deutsche Volk so eine scheiß Angst?Keiner traut sich mehr zu sagen was er denkt! Diktatur zu DDR Zeiten ein Lacher - heute schlimmer als je zu vor. Mehr Polizei - Steuergelder - soziale Wohnungen - Steuergelder - Strom - Steuergelder - Heizung Steuergelder -Wasser - Steuergelder - Bus und Bahnfahrten - Steuergelder - Beamte die alles bearbeiten - Steuergelder ..... wer zahlt ? das schweigende Deutsche VOLK WARUM ????? Bei einem Verdienst von Merkel und Genossen egal !!

26.01.2016 19:18 hochachtung 14

Gratulation zu so viel Mut Herr Professor.Die tolle Gesellschaft,die sich jetzt alle distanzieren,sollten sich schämen.Da kann man erkennen wie falsch und verlogen doch ein großer Prozentsatz der Menschen ist,gerade hier in Deutschland.

26.01.2016 14:25 böser Karriereknick hoch zehn 13

Ich bin nicht die Privatperson, ich bin ein Prof. Wir schaffen dass?!

26.01.2016 14:19 ausgemergkelt 12

hat der wissenschaftliche Kollege jetzt bestimmt

26.01.2016 12:54 Jürgen 11

Hochachtung für den Gegenredner, er wird es an der TH Merseburg nicht leicht haben. Und ich hätte mir gewünscht, dass Merkel im grauen Kasten verschwunden bleibt.

26.01.2016 08:54 Zweifler 10

@bernd: Wieso totgeschwiegen? Die Szene ist doch 1:1 in dem mdr-video drin. Aber erst weiter hinten. Wirtschaft scheint denen wichtiger zu sein als die Ängste des kleinen Mannes. Immerhin: es wurde thematisiert. Vielleicht sollte man das auch mal zur Kenntnis nehmen, statt hier bei jeder Gelegenheit sein Feindbild zu pflegen.

25.01.2016 23:28 guantche 9

Der Auftritt Merkels und ihre Antwort zeigen
deutlich, wer in Deutschland regiert, welches
Niveau unter den regierenden herrscht und
wer dringend unsere Wählerstimmen bekommt.