Region Halle

Hoffnung auf Landeshilfe : Halle will Zwangsverwaltung abwenden

Die Stadt Halle will mit Hilfe des Landes eine drohende Zwangsverwaltung abwenden. Das sagte Stadtsprecher Drago Bock am Mittwoch MDR SACHSEN-ANHALT. Die Stadt habe das angekündigte Entschuldungsprogramm des Landes im Blick und werde sich auch daran beteiligen, sagte der Sprecher.

450 Millionen Euro Schulden

Ein Mann zeigt symbolisch seine leeren Taschen
MDR SACHSEN-ANHALT

Halle unter Zwangsverwaltung?

16.01.2013, 12:00 Uhr | 02:39 min

Halle hat seit Anfang der 90er-Jahre einen Schuldenberg von rund 450 Millionen Euro angehäuft. Innenminister Holger Stahlknecht hatte deshalb vor einer drohenden Zwangsverwaltung für Sachsen-Anhalts größte Stadt gewarnt. Dann würden Oberbürgermeister und Stadtrat ihre Macht an einen Verwalter des Landesverwaltungsamtes verlieren, sagte der CDU-Politiker. Auch Finanzminister Jens Bullerjahn kündigte für Halle eine härtere Gangart an.

Mit dem von Bullerjahn am Dienstag angekündigten kommunalen Entschuldungsprogramm "Stark IV" übernimmt das Land einen Teil der Verbindlichkeiten von besonders stark verschuldeten Kommunen. Die Mittel des Hilfsprogramms sollen nach Angaben des SPD-Politikers vor allem dort konzentriert werden, wo die Finanzprobleme am größten sind. Städte und Gemeinden mit einer schwachen Steuerkraft bekommen demnach mehr Hilfsgelder als steuerstarke Kommunen. Nach dieser Formel würde Halle 75 Millionen Euro aus dem "Stark IV"-Programm erhalten, das finanziell solider dastehende Magdeburg hingegen nur 25 Millionen. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung müssen sich die betreffenden Kommunen zu einem konsequenten Sparkurs verpflichten.

Sachsen-Anhalts Kommunen hochverschuldet

Sachsen-Anhalts Städte und Gemeinden stehen mit 1,3 Milliarden Euro in der Kreide. Das Land will in den nächsten zehn Jahren 400 Millionen Euro aufwenden, um besonders stark verschuldeten Kommunen finanziell wieder auf die Beine zu helfen.

Eine Hand mit Geldmünzen
MDR SACHSEN-ANHALT

Schulden belasten Kommunen in Sachsen-Anhalt

Über Halle kreist der Pleitegeier und Magdeburg steckt im Schuldensumpf - Die Mehrzahl der Kommunen ist ein Fall für den Schuldenberater. André Damm hat sich umgehört.

16.01.2013, 17:00 Uhr | 01:50 min

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2013, 17:35 Uhr

2. René Semrau:
Wie lange möchte unsere Landesregierung noch Steuergeld in die sich immer wieder benachteiligt fühlende Stadt Halle "pumpen" ? Seit Jahren wird in Halle kein Sparkurs gefahren, trotz Auflagen vom Land. Man macht einfach weiter mit Verschuldung, nach dem Motto der Steuerzahler Sachsen- Anhalts wird es schon richten. Und nun wird schon wieder auf Landeshilfe spekuliert. Für mich als Magdeburger ist es ein Schlag ins Gesicht, dass man die Stadt Halle jetzt auch noch mit 75 Mill. Euro "belohnen" will. In der Landeshauptstadt versucht man zu sparen, nicht zuletzt zu Lasten der Bürger, was finanziell vom Land nicht einmal gewürdigt wird. Ich finde eine neuerliche Unterstützung für Halle nicht gerechtfertigt, denn dieses seit Jahren mit zweierlei Mass messen, ist für mich als Bürger dieses Landes nicht mehr hinnehmbar.
16.01.2013
22:36 Uhr
1. Udo:
Aber ein Stadion bauen, dass keiner braucht!
16.01.2013
12:40 Uhr

Kommentar verfassen

Hinweis:
Kommentare bei MDR.DE werden täglich von 10:30 bis 18:30 Uhr redaktionell geprüft und nach erfolgter Freigabe (mit Name, aber ohne E-Mail-Adresse) veröffentlicht. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Datenschutzerklärung und die Kommentar-Richtlinien.




*) gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK