Spielmannszug zurück Hettstedt empfängt seine Weltmeister

Hunderte Hettstedter haben ihre Weltmeister empfangen: Am Mittwochabend kam der Spielmannszug "Blau-Weiß" wieder in seiner Heimat an. Der WM-Sieg, den die Musiker in den USA geholt haben, wurde gebührend gefeiert.

jubelnde Menschenmasse vor einem Gebäude
Die Weltmeister wurden in Hettstedt mit großem Jubel empfangen. Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Die Hettstedter Weltmeister sind aus Amerika zurück: Der Spielmannszug "Blau-Weiß" ist am Mittwochvormittag in Frankfurt gelandet. Am Abend sind die frisch gebacken Weltmeister dann wieder zu Hause ankommen. Dort haben hunderte Hettstedter sie auf dem Markt in Empfang genommen und die Musiker gebührend gefeiert.

junge Menschen jubeln und halten Banner in den Händen
Die Musiker holten den WM-Titel in den USA. Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Mit Herbert Grönemeyers beschwingtem "Mambo" hatten die Hettstedter Musiker beim Ausscheid  in Palms Springs im US-Bundesstaat Kalifornien die Jury überzeugt. Die 36 Musiker starke sogenannte "Marching Show Band" setzte sich damit vergangenen Freitag im Finale gegen Spielmannszüge aus Polen, Brasilien, Tschechien und den USA klar durch und holte sich mit 87,2 Punkten den WM-Titel.  

Sieg ausgelassen gefeiert

Leiter Mathias Kaczmarek sagte MDR SACHSEN-ANHALT kurz nach dem Titelgewinn, seine überwiegend jungen Band-Mitglieder seien komplett aus dem Häuschen. Es folgte eine ausgelassene Pool-Party, bei der sämtliche Musiker in Klamotten im Wasser landeten. Auch Kaczmarek selbst war vom Sieg überrascht. Er hatte sein Team auf Platz vier oder fünf erwartet.

Ein Spielmannszug übt eine Choreographie.
Ob Sonne,Regen oder Schnee: Die Musiker haben bei jeder Wetterlage draußen geprobt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch die Einwohner der Kupferstadt waren nach dem Sieg ihres Spielmannzuges aus dem Häuschen. Ein gerührter Hettstedter erzählte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich komme aus den Tränen überhaupt nicht heraus. Es ist ein einmaliges Erlebnis, was hier die Stadt Hettstedt auf die Beine gestellt hat und der Spielmannszug da drüben." "Die haben so hart gearbeitet, die haben es einfach verdient", so eine weitere Einwohnerin.

WM-Teilnahme durch Spenden finanziert

Auch die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Angelika Klein, hatte den Musikern umgehend zum Erfolg gratuliert. "Es freut mich, dass für die jungen Leute ein Traum wahr geworden ist", teilte sie mit. Unter anderem hatte der Landkreis den Spielmannszug mit 50.000 Euro gefördert. Der Verein hatte ein Jahr lang Unterstützer gesucht, um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft überhaupt finanzieren zu können. Der Aufruf fand viel Zuspruch: Rund 130.000 Euro kamen durch Spenden zusammen.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Dezember 2017 | 16:30 Uhr
MDR SACHSEN ANHALT HEUTE | 06. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/cw

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 20:59 Uhr

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8 Kommentare

08.12.2017 13:22 Andreas 8

Sollte in den Kommentaren nicht die Leistung der Hettstedter Spielleute gewürdigt werden? Oder geht es nur darum, irgendwo einen Makel festzustellen? Es war schon immer so, den Neid muss man sich schwer erarbeiten.

08.12.2017 11:26 Thomas Randhahn 7

Wieso sind wir Deutschen so?
Warum können wir uns nicht einfach einmal freuen, wenn Landsleute etwas Unglaubliches voll-bringen?
Der Bürgermeister und seine Partnerin sind mit dem Team gereist, weil sie von der Idee der WM-Teilnahme begeistert waren und daran glaubten, dass es möglich ist, Grosses zu vollbringen, wenn man nur -wie das Team um Stabführer Mathias Kaczmarek- unendlich hart dafür arbeitet und auch seine persönlichen Belange einem Ziel unterordnet, dessen Erreichung schwer, aber eben nicht unmöglich ist.
Bürgermeister Danny Kavalier hat für diese Reise nicht wie nun vermutet ins Steuersäckel griffen, sondern diese für sich und seine Partnerin aus der eigenen Tasche bezahlt. Der unerwartete Titelgewinn von "Blau-Weiss-Hettstedt 1919" hat das regionale "Wir-Gefühl" gleichsam "wachgeküsst" und ob der Berichterstattung auch unser Bundesland einmal postiv ins Licht gerückt. Dies ist ein Grund zur Freude!
Das ist nicht kritikwürdig- im Gegenteil: Es ist aller Ehren wert!

07.12.2017 21:23 Joachim Schmidt 6

Wie so soll der Bürgermeister und seine Lebensgefährtin nicht mit reisen. So mit zeigte sich Danny Kavalier Bürgermeister der Stadt Hettstedt solidarisch mit dem Spielmannszug Blau/Weiß. Und um die Kosten sich da zu kümmern das ist bei so einem Erfolg mal nicht so wichtig. Das werden die zwei schon aus eigener Kasse getragen haben.
Da ich aus der Partnerstadt Vöhringen schreibe und den Bürgermeister und den Spielmannszug sehr gut kenne,wünsche ich dem Spielmannszug. Alles Gute und Respekt für die hervorragende Arbeit was der Verein da geleistet hat.

07.12.2017 15:11 Hannchen 5

Danke. Man wird ja mal fragen dürfen bei "Schröder Reisen" gingen die Ohren eben nach oben.

07.12.2017 14:43 Tom Spielmann 4

Informationen vor dem posten einholen hilft! Die Reise ist von D. Kavalier selbst bezahlt worden. Sozusagen als Privatvergnügen. Kurz gesagt: Erst Hirn an, dann Klappe auf!

07.12.2017 13:56 Sandra 3

Liebes Hannchen,lieber Tobi, der Bürgermeister und seine Partnerin haben die Spielleute unterstützt. Hätte der Bürgermeister kein Interesse gezeigt....hätte man auch was zu meckern gehabt.

07.12.2017 10:28 Tobi 2

Soweit ich weiß, waren der Bürgermeister und seine Lebensgefährtin mitgereist. Da stellt sich schon die Frage: warum und wer hat das bezahlt?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Auch wir haben die Information, dass beide mitgereist sind. Zu den Kosten und wer sie übernommen hat, liegen uns allerdings keine Informationen vor.

07.12.2017 09:00 Hannchen 1

Mich wundert nur, warum der Bürgermeister mit auf der Reise war, die von Sponsoren und Bürgern finanziell ermöglicht wurde.