Begünstigung? : Jobcenterchef vom Saalekreis suspendiert
Der Leiter des Jobcenters vom Saalekreis, Roland Schimek, ist nach Vorwürfen der Vorteilsnahme suspendiert worden. Wie eine Sprecherin des Landratsamtes im Merseburg mitteilte, wurde Schimek ab sofort bis vorerst zum 2. November vom Dienst freigestellt. Derzeit werde der Fall noch geprüft. Auch die Staatsanwaltschaft in Halle ermittle. Nach einem Bericht von MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT hat Schimek ab sofort Hausverbot im Jobcenter.
Schimek steht unter dem Verdacht, zwei ihm gehörende Firmen begünstigt zu haben. Recherchen des MDR-Nachrichtenmagazins "Exakt" und von MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT hatten ergeben, dass das Jobcenter 10.000 Euro Eingliederungszuschuss für einen Arbeitslosen gezahlt haben soll, der in Schimeks Werk, der Ammendorfer Tapetenfabrik, eine Stelle gefunden hatte. Außerdem soll dem Jobcenter-Chef mehrheitlich eine Arbeitsvermittlung gehören. Mit dieser Firma soll er als Behördenleiter eine Vermittlungsprovision in Höhe von 2.000 Euro vereinbart haben. Im Falle des Arbeitslosen, der in die eigene Tapetenfabrik ging, sollen diese auch geflossen sein.
Verwicklung offenbar noch größer
Doch das ist offenbar nicht alles. Der Landrat des Saalekreises, Frank Bannert, sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", Schimek habe nach erster oberflächlicher Prüfung doch mehr Geschäfte gemacht als anfänglich angenommen. Es gehe um vier Firmen, deren Geschäftsführer Schimek sein soll und die Zuschüsse vom Jobcenter bekommen haben sollen. Nach Informationen der Zeitung ist Schimek an mindestens 15 Firmen direkt oder indirekt beteiligt und soll mehrere Tausend Euro für eigene Firmen bewilligt haben.
Derweil gewinnt die Kritik an Landrat Bannert an Schärfe. Denn dieser soll laut MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT vor zwei Jahren eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Schimek abgewendet haben. Der Rechtswissenschaftler Reimund Schmidt-De Caluwe von der Universität Halle sagte dem Sender, das sei ein Skandal. Es müsse geklärt werden, warum politische Kontrollinstanzen derart versagt hätten.
2 Kommentare
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.
