Einzug des Senats am 21. Juni 2017 anlässlich des Festakts 200 Jahre Zusammenschluss Universität Halle-Wittenberg
Einzug des Senats am 21. Juni 2017 vor dem Löwengebäude der Martin-Luther-Universität in Halle Bildrechte: MDR/Theo M. Lies

Universitäten Halle und Wittenberg Jubiläumsfestwoche: 200 Jahre Zusammenschluss

Am 21. Juni hat sich die Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg zum 200. Mal gejährt. Das wurde eine Woche lang gefeiert. In der Festwoche gab es ab Sonntag wissenschaftliche Vorträge, ein großes Konzert, eine Studentenparty, Festakte und ein Gottesdienst in der Marktkirche. MDR SACHSEN-ANHALT mit einem Überblick zur Jubiläumswoche.

Einzug des Senats am 21. Juni 2017 anlässlich des Festakts 200 Jahre Zusammenschluss Universität Halle-Wittenberg
Einzug des Senats am 21. Juni 2017 vor dem Löwengebäude der Martin-Luther-Universität in Halle Bildrechte: MDR/Theo M. Lies

Was wird eigentlich gefeiert?

Gefeiert wird der Zusammenschluss der Universitäten Halle und Wittenberg im Jahr 1817. Die größte und älteste Hochschule Sachsen-Anhalts ist aus der Vereinigung der 1502 gegründeten Universität Wittenberg und der 1694 gegründeten Friedrichs-Universität Halle entstanden.

Nachdem am 12. April 1817 der Erlass von Preußen-König Friedrich Wilhelm III. zur Vereinigung der Universitäten erging, wurden am 21. Juni 1817 die Professoren der Wittenberger Universität in den Senat der Halleschen Universität aufgenommen. Der Standort Wittenberg ist zumindest dem Namen nach erhalten geblieben.

Wie ist es zu der Vereinigung der Universitäten gekommen?

Der Rektor der Universität, Udo Sträter, erklärte MDR SACHSEN-ANHALT: "In diesen Jahren des frühen 19. Jahrhunderts sind viele altehrwürdige Universitäten einfach geschlossen worden, wenn man an Altdorf oder Helmstedt denkt. Da gibt es keine Spur mehr, als einige alte Gebäude."

Friedrich Wilhelm III.
Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) ordnete die Zusammenlegung an. Bildrechte: IMAGO

Es gab auch schon früher Überlegungen, ob man den Standort Wittenberg überhaupt halten kann. Denn Wittenberg war als sächsische Festungsstadt immer gefährdet, insbesondere auch durch die Feldzüge Napoleons. Michael Ruprecht, der Leiter des Universitätsarchivs, ergänzte, dass die Wittenberger Professoren schon 1813 den Beschluss gefasst hatten, die Stadt für immer zu verlassen und einen neuen Standort für die Universität zu suchen.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Wittenberg preußisch und die Universität der Stadt musste sich einer preußischen Hochschule anschließen. Die Wahl fiel dabei auf Halle. Der Name Halle-Wittenberg war eine Idee der Wittenberger Professoren. Auch der preußische König stand hinter der Idee, die Universität Wittenberg nicht einfach aufzulösen, da sich Hochschule um Reformation und Humanismus verdient gemacht habe.

Welches Programm erwartet die Gäste für die Festwoche?

Jeder Tag der Festwoche steht unter einem anderen Motto. Am Sonntag geht es um die Ehemaligen. In der Aula des Löwengebäudes wird "100 Jahre Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität" gefeiert.

Ein Festgottesdienst, unter anderem über das Thema Wissen, findet am Montag ab 18 Uhr in der Marktkirche statt. Am Dienstag beleuchtet die Universität in Vorträgen und Gesprächsrunden das Verhältnis zur Wirtschaft. Außerdem das Uni-Sportfest auf der Ziegelwiese statt und ab 20 Uhr eine Party im Studentenclub Turm.

Am Mittwoch wird dann mit einem Festakt der eigentliche Jahrestag der Universitätsvereinigung begangen.

Der Donnerstag ist den internationalen Kooperationspartnern der halleschen Universität gewidmet. Es wird der Preis des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes DAAD für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen verliehen. Außerdem werden neue Hochschulpartnerschaften unterzeichnet.

Am Freitag lädt – als krönender Abschluss der Festwoche – die Universität zur Langen Nacht der Wissenschaft ein.

Was ist für den 21. Juni geplant?

Der Höhepunkt der Festwoche ist Mittwoch, der 21. Juni. An diesem Tag, genau vor 200 Jahren, schlossen sich beide Universitäten zusammen. Am Mittwoch 16 Uhr findet der Festakt in der Aula des Löwengebäudes statt. Neben vielen internationalen Gästen wird auch Ministerpräsident Reiner Haseloff anwesend sein.

Am Abend gibt es ein großes Konzert in der Händelhalle mit dem Akademischen Orchester, dem Orchester der Medizinischen Fakultät, der Uni-Bigband und dem Universitätschor.

Welche Wünsche hat der Rektor der Universität für die Zukunft?

Udo Sträter sagte, er wünsche sich, dass man für die Zoologie neben dem Gebäude für die Biologie noch ein Gebäude schaffe. Und auch der Steintor-Campus sei nicht in der Größe ausgefallen, die ursprünglich geplant gewesen sei. Sicher ist er, dass der finanzielle Druck durch das Auslaufen des Hochschulpaktes, obwohl im Moment nicht so groß, wiederkommen wird. Man müsse sich auf diese Situation im Jahr 2020 vorbereiten. "Ansonsten sehen wir die Dinge gelassen. Mit der Landesregierung leben wir in Harmonie und tiefsten Frieden und im Zeitplan bei Strukturierungsmaßnahmen sind wir auch schon", ergänzte Sträter.

Das Löwengebäude der Uni Halle
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17.06.2017 | ab 05:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mp

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2017, 18:45 Uhr

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