Weißenfels : Mädchen tot in Saale gefunden - Junge vermisst
In Weißenfels im Burgenlandkreis ist ein fünfjähriges Mädchen tot aus der Saale geborgen worden. Nach ihrem ein Jahr älteren Bruder wurde den ganzen Sonntag bis spät in den Abend ergebnislos gesucht. Die Suche soll am Montag fortgesetzt werden. Wie die Polizei am Sonntag in Halle mitteilte, liegen bisher keine Hinweise auf ein Verbrechen vor. Die Mutter hatte ihre Kinder am Sonnabendnachmittag kurz vor 16 Uhr bei der Polizei als vermisst gemeldet. Sie hatte die Geschwister nicht wie vereinbart auf einem Spielplatz angetroffen.
Totes Mädchen geborgen - Suche nach Bruder geht weiter
Nach einer umfangreichen Suchaktion fanden Beamte kurz nach 23 Uhr das bekleidete Mädchen tot in der Nähe des Wehrs "An der Herrenmühle", nur wenige hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Taucher, Hunde und zahlreiche Polizisten suchen noch immer nach dem Bruder des Mädchens. Polizeisprecher Ralf Karlstedt sagte: "Von dem Jungen haben wir nach wie vor keine Spur." Der Chef des Weißenfelser Polizeireviers, Mario Schwan, ergänzte, es gebe auch keine Hinweise, ob er wie seine Schwester in die Saale gefallen sei. Nach Angaben der Polizei stand die Todesursache der Fünfjährigen zunächst nicht fest. Möglicherweise werde die Leiche noch obduziert.
Mutter wird psychologisch betreut
Die Kinder hatten nach Auskunft der Mutter am Sonnabend gegen 15 Uhr die Wohnung verlassen, um auf einen Spielplatz zu gehen. Als die 43-Jährige später nach ihnen gesehen habe, seien sie verschwunden gewesen, teilte die Polizei mit. Wohnung und Spielplatz liegen nicht weit auseinander. Auch die Saale ist nicht fern. Polizeisprecher Karlstedt rechnet nicht damit, dass gegen die Mutter wegen des Verdachts der Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt wird, da der Spielplatz nicht weit vom Haus entfernt liegt. Die Frau wurde nach dem Fund ihrer toten Tochter psychologisch betreut. Sie hat noch drei weitere Kinder und lebt mit diesen von ihrem Mann, der ebenfalls in Weißenfels wohnt, getrennt.
Weißenfels sagt Karnevalsumzug ab
Wegen des Unglücks sagte die Stadt Weißenfels den für Sonntag geplanten Karnevalsumzug ab. Laut Oberbürgermeister Robby Risch wurden die Bürger per Lautsprecherdurchsagen darüber informiert. Am Nachmittag fand dafür eine Gedenkveranstaltung in der Marienkirche statt. "Es ist ein Trauma", sagte der Kommunalpolitiker. Es sei denkbar, dass sich der Sechsjährige aufgrund des großen Polizeiaufgebots in der Nacht versteckt habe. "Wir haben noch ein Stück weit die Hoffnung, an die wir uns alle klammern, dass wir den Jungen eventuell doch noch finden." Polizeisprecher Karlstedt sagte dem MDR: "Man soll die Hoffnung niemals aufgeben." Es werde weiter mit allen Mitteln nach dem vermissten Kind gesucht.
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