In der Burgenländer Molkereigenossenschaft e.G. Bad Bibra kontrollieren die Produktionsleiterin Adelheid Hütter (l) und die Laborantin Heidrun Schütze die Qualität des für Italien produzierten Cagliata.
Zum Soriment der Burgenlandkäserei gehört neben Cagliata auch Gouda und Edamer der Marken "Burgenländer" und "Bibertaler". Bildrechte: dpa

Burgenlandkäserei Bad Bibra Krisentreffen wegen geplanter Schließung

Ende Juni kündigte Deutschlands größte Molkerei, das Deutsche Milchkontor, an seinen Betrieb im Burgenlandkreis zu schließen. Der Grund: gekündigte Milchlieferverträge. Das für 2018 angekündigte Aus der Burgenlandkäserei in Bad Bibra wurde nun bei einem ersten Krisentreffen am Montag besprochen. Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie man Arbeitsplätze erhalten kann und welche Möglichkeiten es jenseits der Schließung gibt.

In der Burgenländer Molkereigenossenschaft e.G. Bad Bibra kontrollieren die Produktionsleiterin Adelheid Hütter (l) und die Laborantin Heidrun Schütze die Qualität des für Italien produzierten Cagliata.
Zum Soriment der Burgenlandkäserei gehört neben Cagliata auch Gouda und Edamer der Marken "Burgenländer" und "Bibertaler". Bildrechte: dpa

In Bad Bibra hat es ein Treffen über die Zukunft der Käserei gegeben. Dazu hatten der Burgenlandkreis und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten eingeladen. An dem Gespräch nahmen außerdem Landwirte, der Betriebsrat, Politiker und das Deutsche Milchkontor als Besitzer teil. Konkrete Ergebnisse gab es zunächst nicht. Nach Angaben eines Reporters von MDR SACHSEN-ANHALT wurde in dem dreistündigen Treffen vereinbart, sich im August ein zweites Mal zu treffen. Bis dahin wolle die Gewerkschaft ein Gutachten über die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens in Bad Bibra anfertigen lassen. Außerdem sei für nächste Woche eine Mitarbeiterversammlung geplant.

Landrat Götz Ulrich im Interview
Ulrich will für die Molkerei kämpfen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ulrich hatte zuvor angekündigt, um die Molkerei zu kämpfen. Der CDU-Politiker sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe die Hoffnung, auch mit weniger Milch eine Produktion aufrecht zu erhalten. Eventuell könne man erreichen, dass ein Teil der Produktion in Bad Bibra erhalten bleibe. Man müsse auch über einen Eigentümerwechsel diskutieren. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff habe die Unterstützung der Landesregierung zugesagt.

Teil einer deutschlandweiten Umstrukturierung

Kühe im Parallelmelkstand
Landwirte klagen über den geringen Milchpreis. Bildrechte: IMAGO

Ende Juni war bekannt geworden, dass das Deutsche Milchkontor im Zuge von deutschlandweiten Umstrukturierungen im Jahr 2018 auch seinen Standort in Sachsen-Anhalt schließen will. Betroffen sind dabei 106 Beschäftigte der Molkerei und der Käserei in Bad Bibra. DKM begründete den Schritt mit gekündigten Milchlieferungen der Landwirte. "In Folge der dramatischen Marktlage 2016 haben viele Landwirte die Milchwirtschaft aufgegeben", teilte das Unternehmen mit.

Arbeitsplätze erhalten schafft man nicht allein

Auch ein ehemaliger Auszubildender der Käserei, Kevin Pänzer, kämpft gegen die Betriebsschließung. Er hat eine Internet-Petition gestartet und bisher mehr als 2.000 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt. Pänzer sagt MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich möchte einfach zusammen mit allen die Arbeitsplätze erhalten und das schafft man nicht allein, sondern nur, wenn alle zusammen halten", erklärte er.

Direktvermarktung und Umstieg auf Biomilch

Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert kündigte als Reaktion auf die geplante Käsereischließung an, Landwirte im Kampf um bessere Milchpreise zu unterstützen. Sie teilte mit: "Ich bin überzeugt: höherwertige Produkte, Direktvermarktung und Bioprodukte sind gute Alternativen für Landwirte und Landwirtinnen in unserem Land, um bessere Preise zu erzielen und von einer stabileren Preisentwicklung zu profitieren." Das Landwirtschaftsministerium unterstütze daher die Direktvermarktung und den Umstieg auf Biomilchproduktion.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10.07.2017 | 6:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mp

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2017, 12:17 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

10.07.2017 19:36 Elbeschwimmer 1

Warum bekommt man in Anhalt den Käse aus Bad Bibra nicht zu kaufen?