Eine Gebäude des Fraunhofer Centrums in Leuna von außen
Bildrechte: MDR/Stefan Hellem

Neue Forschungs-Anlage In Leuna wird aus Stroh Treibstoff

Erdöl wird in absehbarer Zeit knapp. Eine Alternative wäre das Herstellen von Treib- und Kunststoffen aus Zuckerrüben, Getreide oder Stroh. In Leuna ist man dazu nun einen Riesenschritt vorangekommen.

Eine Gebäude des Fraunhofer Centrums in Leuna von außen
Bildrechte: MDR/Stefan Hellem

Eine Pilotanlage zur Herstellung von Bio-Isobuten ist am Donnerstag in Leuna eingeweiht worden. Das Produkt Isobuten ist ein Kohlenwasserstoff und der Grundstoff für Treibstoffe, aber auch für verschiedene Kunststoffe. Normalerweise wird er aus Erdöl gewonnen. In der neuen Anlage kann dieser Grundstoff für die chemische Industrie nun aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz hergestellt werden.

Ein Reagenzglas mit Stroh gefüllt steht vor einer Chemie-Anlage.
In der Anlage kann Stroh zu Kohlenwasserstoff umgewandelt werden. Bildrechte: MDR/Stefan Hellem

Es ist der weltweit erste Bio-Reaktor für die Umwandlung von nachwachsenden Rohstoffen in Kohlenwasserstoffe. Die Technologie hat das französische Unternehmen Global Bioenergies entwickelt. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-biotechnologische Prozesse ist die Forschungsanlage in Leuna errichtet worden. Verschiedene pflanzliche Rohstoffe wie Zucker oder Glukosesirup, aber auch Stroh oder Hackschnitzel, sollen hier das Erdöl ersetzen.

Die neue Anlage soll die Tauglichkeit des Verfahrens aufzeigen. Sie bildet alle Aspekte einer industriellen Anlage ab und ist für die Produktion von bis zu 100 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Eine spätere Industrieanlage soll dann 50.000 Tonnen pro Jahr produzieren.

Das Forschungsprojekt hat über zehn Millionen Euro gekostet. Mehr als die Hälfte davon hat das Bundesforschungsministerium bezahlt.

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 11.05.2017 | 11:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11.05.2017 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11.05.2017 | 08:00 Uhr

Quelle: MDR/cw

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2017, 05:54 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

12.05.2017 17:27 Mein Gott, Walter 6

Nennen sie doch bitte nur einen Schüler, der auf Anhieb diesen Unfug sagen kann: biologischer Rohstoff, Kompost, Altpapier, Baumschnitt + Druck und Wärme ergibt Erdöl. Nur die blöden Chemiker und Ingenieure verstehen das nicht. Die Welt könnte ja so einfach sein. Zurück zum Thema: Isubuten aus Stroh, Zucker usw. herzustellen ist eben nicht trivial sondern hohe Schule. Wenn nun Kommentatoren gleich das Stroh, was Politiker erzeugen, mit in das Gespräch bringen, sage ich als ehemaliger Chemiker: Dümmer gehts zur Sache nimmer. Ich verstehe nun langsam, warum es Leute gibt, die neben Mathematik, Physik nun auch Chemie als Unterrichtsfach abschaffen wollen. Vielleicht sollte ein Fach Datteln ohne Ende dafür geschaffen werden.

11.05.2017 00:03 part 5

Edröl wird in Kürze knapp? Das verstehe ich irgenwie nicht... wegen dem Rohstoff werden doch immer Kriege, Wirtschaftskriege und Farbenrevolutionen geführt. Die Förderung wird reduziert um bestimmte Währungen zu beeinflussen oder überhaupt am Leben zu erhalten. Neue Fördergebiet werden ständig entdeckt und es wird sofort territorrial darum politisch intrigiert. Überdies greift immer noch der Energieerhaltungssatz, wonach wir die Energie aus Millionen an Jahren verbrauchen aber nur einen zu geringen Teil dazu an Sonnen- Wind- und Gezeitenenergie selbst erzeugen neben der globalen Zeitbombe Plutonium.

11.05.2017 21:10 Walter 4

Die Herstellung von Öl Aus biologischer Masse wurde schon vor ca. 10 Jahren im MDR in "mach dich ran " gezeigt. Die Idee wurde lt. Erfinder an ein entsprechendes Unternehmen verkauft.
Wahrscheinlich liegt es in einer Schublade.
Jeder Schüler weiß biologischer Stoff , Kompost, Altpapier, baumschnitt ..., plus Druck und Wärme ergibt Erdöl.
Die Unternehmen, BP, Shell, ..., wissen längst wie man dies produziert.
Ich habe keine Angst vor RRG Panikmache. Ok der Preis wird steigen.

11.05.2017 20:13 Agnostiker 3

Solange unsere alliierten "Freunde & Befreier" nix dagegen haben...

11.05.2017 15:43 4711 2

Da gibt es so viele die ständig "Stroh" dreschen, die sitzen an den Schalthebeln der Politik!

11.05.2017 15:03 Rasselbock 1

Mal ne Frage: Kann die Anlage auch politisches Stroh zu nützlichen Produkten verarbeiten? Wenn ja, sofort für den Nobelpreis nominieren.