Einladung des Bündnis Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage
Bildrechte: MDR/Martin Paul

Demonstration für Vielfalt und Zivilcourage Kundgebung und Menschenkette gegen Rechts in Merseburg

In Merseburg hat sich am Samstag ein Bündnis gegen den Aufmarsch Rechter versammelt. Unter dem Motto "Hand in Hand für Vielfalt" demonstrierten etwa 90 Teilnehmer mit einer Kundgebung und einer Menschenkette für eine weltoffene Stadt. Immer wieder kommt es in Merseburg zu Kundgebungen Rechter. Anlass ist der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953.

Einladung des Bündnis Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage
Bildrechte: MDR/Martin Paul

"Hand in Hand für Vielfalt" – das war das Motto des Bündnisses "Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage". Etwa 90 Teilnehmer demonstrierten am Samstag gegen den Aufmarsch Rechter und für eine weltoffene Stadt. Sie hatten eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz, ein Picknick, eine Menschenkette auf der König-Heinrich-Straße und ein Konzert mit der Merseburger Band "The Crashing Dishes From Outer Space" organisiert.

Die Landtagsabgeordnete der Linken aus dem Saalekreis, Kerstin Eisenreich, ist Mitglied des Koordinierungskreises des Bündnisses. „Merseburg ist bunt und das hat auch die Menschenkette gezeigt. Nicht nur durch die bunten Tücher, sondern auch die Vielfalt der Menschen, die daran beteiligt waren“, lautete ihr Fazit.

Kundgebung gegen Rechts des Bündnisses Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage am 17. Juni
Das Bündnis "Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage" organisierte ein Konzert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Angaben der Polizei hatten sich am Samstagnachmittag in Merseburg ebenfalls etwa 90 Teilnehmer zum Umzug der Rechten versammelt. Sie zogen im Anschluss durch den Stadtteil Merseburg-West. Beide Versammlungen verliefen friedlich, teilte die Polizei mit.

Der Pressesprecher des Polizeireviers Saalekreis, Jürgen Müller, sagte, dass sich in den letzten Jahren aus beiden politischen Lagern mehr Personen an den Demonstrationen beteiligt hätten. „Wir hatten auch schon unterschiedliche Aktionen mit Sitzblockaden und dem Versuch und dem Gelingen des Verhinderns des Aufzuges der rechten Szene.“

Seit 2011 halten Neonazis regelmäßig im Juni Kundgebungen in Merseburg ab.

Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953

Hintergrund des Marschs der Rechten war der Jahrestag des landesweiten Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 in der ehemaligen DDR. Im früheren Bezirk Halle demonstrierten damals zehntausende Menschen.

Sie forderten eine Senkung der Normen, Freilassung der politischen Häftlinge und freie Wahlen. Alle 22 Kreise meldeten Streiks und Aktionen – insbesondere in den Industrieregionen Leuna und Bitterfeld und in Halle. Sowjetische Panzer fahren auf und Volkspolizisten schießen auf die Demonstranten. Insgesamt starben an diesem Tag in Halle sieben Aufständische beziehungsweise Unbeteiligte.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17.06.2017 | 9:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mp

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2017, 18:55 Uhr

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36 Kommentare

19.06.2017 21:07 SGDHarzer66 36

Wenn sich hier in der BRD der Wind so richtig dreht, werden viele "Qualitätsjournalisten" sagen: das haben wir schon längst geahnt. Derzeit verstecken sie sich noch hinter den Argumenten ihrer Vortänzer. Aber es ist jetzt schon absehbar, das ein großer Teil von MZ und MDR-Schreibern zumindest ein ungutes Gefühl beschleicht. Guten Abend.

19.06.2017 20:43 Ex - Thüringerin 35

@31. gerd - ob Demo, Aufmarsch oder (Dresdner Abend-)"Spaziergang" - wenn scherts, welchen Namen das Kind hat, wenns verfassungsfeindlich, laut und menschenverachtend daher kommt - ansonsten: es können (bzw. wollen) nicht alle so strahlende "Patrioten" wie Sie sein...genau genommen nur 8 % der dt. Wähler.

19.06.2017 20:08 Barbara 34

Haben diese auch eine Menschenkette gemacht wie
vor Monaten in Berlin ( Allah ist groß da muß ich Morden ) gemacht ?? Diese Leute mit die Grünen zusammen ist wirklich das aller letzte .

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Beide Seiten haben friedlich demonstriert. Warum Sie das mit einem Anschlag in Verbindung bringen, ist unerklärlich.

19.06.2017 19:50 Wolfgang 33

Es ist schon verwunderlich, wie hier zu einem Artikel über eine friedliche Menschenkette " kommentiert" wird. Das auch noch " Kommentare " die dem Nationalsozialismus quasi huldigen ( Agnostiker:" aufgezwungener Krieg, die besten 12 Jahre " etc ) beklatscht werden ist einfach widerlich, zeigt aber wie Rechtsradikale, die hier in anderen Threads, der "AFD" als treue, blind hinterherlaufende Vasallen dienen, ticken. @14 Sie beleidigen all Diejenigen die 89 die für die Freiheit auf die Straße gegangen sind. Antifaschismus ist Bürgerpflicht in einer freien Gesellschaft da Faschismus menschenverachtend ist, wer die Geschichte kennt weiß Dies.

19.06.2017 19:24 Hallenser 32

Auf dem Foto ist deutlich Herr Knöchel von den LINKEN zu erkennen. Und Herr Knöchel ist Hallenser! Ergo haben die LINKEN von Halle und Magdeburg aus diese Gegendemo organisiert! Es ist also keine deutliche Willensbekundung der Merseburger! Auf der Gegenseite wird es wohl ähnlich sein.

19.06.2017 15:43 gerd 31

Ich kann mich daran erinnern das eine AFD DEMO in Magdeburg vom MDR als Aufmarsch betitelt wurde nachdem ich das bemängelt habe wurde das berichtigt es zeigt leider aber ganz eindeutig die Gesinnung einiger MDR Redakteure Danke.

19.06.2017 12:54 Mago 30

@MDR zu 18
In der Antwort auf meine Frage behaupten Sie ,dass Sie das Wort Menschenkette und nicht Demonstration verwendet hätte.
Diese Antwort geht voll an meiner Frage vorbei und ist außerdem falsch .
Artikelüberschrift : "Demonstration für Vielfalt und Zivilcourage ".
Ich finde , wenn Sie als MDR nicht mit den Teilnehmern diskutieren möchten , lassen Sie es einfach sein oder falls doch ,dann gehen Sie bitte auf die Fragen ein.
Auch Ihre Antwort zu 19 ist sehr bedenklich.
"Aufmarsch ist laut Definition ,das was die rechten Demonstranten getan haben."
Ja was haben sie denn getan ?


Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Wir haben die Demonstration des Bündnisses als Menschenkette bezeichnet, weil sie eine Menschenkette gebildet haben. Und die der Rechten als Aufmarsch, weil sie durch Merseburg marschiert sind.

19.06.2017 12:03 Jürgen 29

Noch so eine Großdemo wie in Köln...

18.06.2017 01:32 Magdebürger 28

@mdr: Zu Ihrer Definition des Wortes "Aktivist (in Kommentar #11) möchte ich folgende Behauptung aufstellen: in vielen Fällen von linker Gewalt wird im Nachhinein von "linken Aktivisten" gesprochen, bei keiner einzigen rechten Gewalttat werden jedoch die Täter als "rechten Aktivisten" bezeichnet.
Also entweder sind sowohl die Schaufenstereinwerfer eines rechten Ladengeschäftes UND eines Linkentreffs beide gleichsam "besonders politisch aktive Menschen". oder einfach nur Straftäter. Ich plädiere ja eher für die letzte variante. Es wäre schön, wenn auch der mdr die Verklärung von durch offensichtlich linksgerichteten Personen begangenen Straftaten (Sitzblockaden, Steine werfen, Zünden von Pyrotechnik, Angriffe auf Polizeibeamte) mit der Bezeichnung "...durch linke Aktivisten..." endlich beenden würde!


Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Danke für Ihre kritischen Anmerkungen.

18.06.2017 01:11 Magdebürger 27

@mdr: Bezüglich Ihrer Erläuterungen der Verwendung des Wortes "Aufmarsch" (in den Kommentaren #8 und #15) möchte ich anmerken, dass in der Tat noch nie ein Demonstrationszug von Nicht-Rechten als "Aufmarsch" bezeichnet wurde. Umgekehrt ist es aber in der Regel immer so, dass nicht-stationäre Versammlungen der Rechten als "Aufmarsch" betitelt werden. vielleicht mag es daran liegen, dass man (Sie) unterschwellig diesen Begriff mit etwas dunklem, negativen assoziieren will?


Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Jedenfalls scheinen Sie Aufmärsche negativ zu assoziieren. Vielleicht sollten die rechten Demonstranten über anderen Demonstrationsformen nachdenken.