Das Autobahnende der A 143 bei Halle
A143 und B80 bei Bennstedt: Hier soll bald weitergebaut werden. Bildrechte: IMAGO

Lückenschluss zwischen A38 und A14 A143: Neue Planung für Westumfahrung Halles

Seit Jahren wird über den Bau der A143 gestritten. Der Straßenneubau in Halles Westen soll den Autobahnring zwischen der A38 und der A14 endlich schließen. Jetzt haben Anwohner und Interessierte die Möglichkeit, sich die Planungsunterlagen anzusehen. Es ist die vierte Änderung innerhalb von neun Jahren. Bis Anfang Mai können Einwände zu den Unterlagen eingebracht werden.

Das Autobahnende der A 143 bei Halle
A143 und B80 bei Bennstedt: Hier soll bald weitergebaut werden. Bildrechte: IMAGO

Neue Runde bei der Planung der Westumfahrung Halle: Das Landesverwaltungsamt hat überarbeitete Pläne für den Lückenschluss zwischen der A38 und der A14 ausgelegt. Es ist die vierte Änderung am Neubau der A143 innerhalb von neun Jahren. Mit dem Neubau der Trasse wäre der Autobahnring um Halle geschlossen. Ein erster Teil der A143 ist schon seit 2004 befahrbar.

Drei Naturschutzgebiete und eine Saalequerung

Autobahnschild der A 143
Seit neun Jahren gibt es Streit um die A143. Bildrechte: IMAGO

In einem ersten Teil des vierten Änderungsverfahrens war 2016 die Verlängerung eines Tunnel bei Brachwitz um 50 Meter auf 300 Metern eingearbeitet worden. Der Tunnel soll den Kernbereich des Natura-2000-Gebietes "Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle" bei abschirmen soll. Anwohner hatten eine Länge von 1000 Metern gefordert. Außerdem wurden Geschwindigkeitsbegrenzungen im Tunnel auf 80 Kilometer pro Stunde und eine verbesserte Abgasentlüftung festgelegt.

Nun geht es im zweiten Teil hauptsächlich um Ergänzungen und Änderungen beim Gewässerschutz und bei Landschafts- und Artenschutzmaßnahmen.

Verkehrsministerium wünscht zeitnahen Baubeginn

Nach Abschluss des neuen Änderungsverfahrens soll laut Verkehrsministerium "zeitnah" mit dem Bau der A143 begonnen werden.

Grafische Darstellung der geplanten Streckenführung der A143.
Der geplante Lückenschluss Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die 12,7 Kilometer lange Autobahnstrecke führt durch die unter Naturschutz stehenden Gebiete "Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle", durch die "Dölauer Heide und Lindbusch bei Halle", "Muschelkalkhänge westlich Halle" und überquert die Saale.

Nach Klagen hatte 2007 das Bundesverwaltungsgericht einen ersten Planfestellungsbeschluss zum Neubau der Autobahn für rechtswidrig erklärt. Die Pläne hatten laut Gericht nicht den Anforderungen des Naturschutzrechts genügt.

Naturschutzverbände und Anwohner hatten immer wieder Einwände gegen die Baupläne vorgebracht.

Einwände bis Anfang Mai

Die neuen Planungsunterlagen können Online auf den Seiten des Landesverwaltungsamtes und in den Gemeinden Salzatal, Teutschenthal, Petersberg, sowie der Stadt Wettin-Löbejün bis zum 19. April eingesehen werden. Bis zum 3. Mai haben Betroffene und Interessierte Zeit, Einwände und Anmerkungen zu den geänderten Plänen vorzubringen. Laut Landesverwaltungsamt sind insbesondere Behörden und Naturschutzverbände aufgefordert, Stellung zu beziehen.

Die Kosten für die neue Trasse und die etwa ein Kilometer lange Saalebrücke wurden 2016 vom Verkehrsministerium auf etwa 245 Millionen Euro geschätzt.

Grafische Darstellung der geplanten Streckenführung der A143.
Die Autobahnringe um Leipzig und Halle Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.03.2017 | 9:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 12:04 Uhr

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