Blick auf ein modernes Wasserkraftwerk bei Goseck an der Saale
Rund acht Millionen Euro teuer: das moderne Wasserkraftwerk bei Goseck im Burgenlandkreis Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Goseck an der Saale Wasserkraftwerk nimmt noch im Oktober Betrieb auf

In den vergangenen zwei Jahren wurde nahe der Oeblitzschleuse gebaut, was das Zeug hält: Jetzt, da die Turbinen im Wasserkraftwerk bei Goseck an der Saale laufen, steht dem regulären Betrieb ab Ende des Monats nichts mehr im Wege. Neben sauberer Energiegewinnung wurde nämlich auch an die Fische im Fluss gedacht.

Blick auf ein modernes Wasserkraftwerk bei Goseck an der Saale
Rund acht Millionen Euro teuer: das moderne Wasserkraftwerk bei Goseck im Burgenlandkreis Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das neu gebaute Wasserkraftwerk an der Oeblitzschleuse bei Goseck im Burgenlandkreis soll in wenigen Wochen in Betrieb gehen. Die Anlage gilt als eine der modernsten Europas und soll besonders fischfreundlich sein. Nach Angaben von Matthias Blaszczak, einem der Betreiber, wurde beim Bau der sogenannten Fischtreppe darauf geachtet, dass auch schwache Fische den Weg vom Unterwasser ins Oberwasser der Saale schaffen.

Blick von oben auf eine sogenannte Fischtreppe an einem Wasserkraftwerk an der Saale
Zum Wohl der Fische: Fischtreppe im Wasserkraftwerk bei Goseck Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Blaszczak sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Höhenunterschiede zwischen den Kammern der Fischtreppe lägen bei ungefähr zwölf Zentimetern. Insgesamt muss die Treppe einen Höhenunterschied von zwei Metern ausgleichen. Laut Blaszczak haben die Fische das Bestreben, in Richtung des Quellgebietes zurückzukehren.

Und noch etwas zeichnet das Wasserkraftwerk als fischfreundlich aus: ein Stahlgitternetz auf der anderen Seite, das auch Rechen genannt wird. Dieser Rechen wird regelmäßig gesäubert, um Treibgut aus der Saale und Fische von den Turbinen fernzuhalten. "Durch den Rechenabstand von zehn Milimetern werden auch die Fische zurückgehalten. Die Sterblichkeitsrate liegt bei weniger als 0,5 Prozent", erklärte Blaszczak. Er und seine Betreiberkollegen seien damit ihrer Pflicht, dem Lebewesen eine neue Chance zu geben, gerecht geworden.

Strom für mehr als 1.000 Haushalte

Ein Mann steht vor der Kamera, im Hintergrund Teile eines Wasserkraftwerks und Wiesen und Wald.
Matthias Blaszczak ist einer der Betreiber des Wasserkraftwerks. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach rund zweijähriger Bauzeit laufen seit wenigen Tagen drei Turbinen in dem Kraftwerk. Sie sollen jährlich 4,5 Millionen Kilowattstunden erzeugen – was Strom für rund 1.300 Haushalte bedeutet. In den Bau des Kraftwerks wurden nach Angaben von Blaszczak acht Millionen Euro investiert. Ohne Fördermittel. Ende Oktober nun soll der normale Betrieb des Kraftwerks anlaufen.

Damit wird voraussichtlich auch die Zeit der Beschwerden endgültig vorbei sein. Vor zwei Jahren nämlich, als die ersten Baufahrzeuge anrückten, hatten die Anwohner von Eulau sich über die großen Fahrzeuge beschwert – zumindest über diejenigen, die den Saale-Deich befuhren, um zur Großbaustelle abzukürzen. Sie hatten befürchtet, der Deich könne dabei beschädigt werden. Zuletzt hatte der Streit aber als beigelegt gegolten.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02.10.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2017, 12:34 Uhr

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