Die Bibliothek im Juridicum der Uni Halle.
Bildrechte: Uni Halle/Simone Friese

Universität Halle "Parkuhren" gegen Platzmangel in der Uni-Bibliothek

Was für den Urlauber das Handtuch auf der Strandliege, sind in Unibibliotheken gerne Bücher und Hefte, um Arbeitsplätze zu belegen. Auch wenn weit und breit kein Student am Platz zu sehen ist. Besonderes während der Prüfungszeiten kann das zu Engpässen bei freien Arbeitsplätzen führen. An der Bibliothek im Juridicum der Universität in Halle soll damit nun Schluss sein.

Die Bibliothek im Juridicum der Uni Halle.
Bildrechte: Uni Halle/Simone Friese

Im Urlaub die Liege am Strand mit einem Handtuch belegen und dann stundenlang nicht an diesem Platz sein – das soll ja typisch Deutsch sein. Genau das dürften viele Studenten der Martin-Luther-Universität in Halle bestätigen. Denn die Unibibliothek im Juridicum ist sehr beliebt und oftmals herrscht Platzmangel. Was die Handtücher am Strand, sind dort die Lernmaterialien. Viele Plätze sind nur durch Bücher und Hefte belegt. Damit soll nun Schluss sein.

Seit Kurzem gilt in der Bibliothek: Wer seinen Arbeitsplatz verlässt, der muss nach spätestens 60 Minuten wieder zurück sein. Wer die Stunde überzieht, dessen Platz darf für andere geräumt werden. Gemessen wird die Abwesenheitszeit anhand einer Pausenuhr. Diese muss gestellt und an den Platz gelegt werden, wenn die Pause beginnt – ähnlich einer Parkscheibe für Autos.

Zwei Monate Testphase

Frau legt eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe
Das Prinzip der Pausenuhr ähnelt dem einer Parkscheibe. Bildrechte: IMAGO

Das Konzept ist nicht neu. An einigen anderen Universitäts-Bibliotheken in Deutschland wurden die Pausenuhren schon vor längerer Zeit eingeführt und regeln dort den Verkehr – besonders zu Prüfungszeiten. In Halle möchte man das Konzept erst einmal testen. Nach etwa zwei Monaten Probezeit soll ausgewertet werden, ob sich die Einführung der Pausenuhr bewährt hat. Bibliotheks-Direktorin Anke Berghaus-Sprengel sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir zählen dreimal am durch, ob genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Und solange jeder einen Arbeitsplatz findet, ist es für uns erstmal ein Erfolg."

Studenten sind geteilter Meinung

Bei den Studenten stoßen die Parkuhren auf ein geteiltes Echo, wie eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT ergab. Während manche die Idee für sehr sinnvoll halten, gerade zu Hochzeiten in der Bibliothek während der Prüfungsphase, machen sich andere Sorgen, dass nun Fremde nach 60 Minuten einfach an ihre Sachen gehen und diese wegräumen.  Manch einer sieht gar keine Notwendigkeit für die Parkuhren. Genügend Plätze gebe es, so ein Student. Sei im Juridicum kein Platz mehr vorhanden, dann gehe er woanders hin. Schließlich gebe es für jeden Fachbereich eine Bibliothek.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08.03.2017 | 6:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2017, 15:40 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

08.03.2017 22:46 gwm 3

Alle Studenten haben heute ein Auto.Zu meiner Zeit hatte die meisten nicht mal ein Fahrrad.(1965-1970)
Universität Halle "Parkuhren" gegen Platzmangel in der Uni-Bibliothek.

08.03.2017 17:45 Ach was... 2

Ach die liebe Universität in Halle. Sie verkaufen das jetzt als Neuerung, was es anderen Universitäten schon längst gibt. Und das im Land der Frühaufsteher...

08.03.2017 15:54 Lach... 1

Ein einziger Blick in die Verhältnisse und Personalschlüssel an z. B. englischen Universitäten zeigt das ganze Ausmaß des Schadens, den Politiker hier angerichtet haben.

Mehr muß man zu diesem Projekt aus BWLer-Hirnen gar nicht sagen.